China
epa04342870 Members of a rescue team try to move a victim's body on a collapsed building after an earthquake in Longtoushan town, Ludian county, Yunnan province, China, 06 August 2014. The death toll rose to 589 from an earthquake in south-western China, with nine people still missing and 2,401 injured, the Ministry of Civil Affairs said. Military and civilian rescue teams were still battling to send medical aid and relief supplies to remote villages in the mountainous region. They were clearing blocked roads and trying to drain several barrier lakes formed by landslides. 03 August's 6.5-magnitude quake was the most damaging one in Yunnan province for 14 years, forcing the evacuation of 230,000 people from collapsed homes and vulnerable areas, the provincial government said.  EPA/WU HONG

Die Solidarität ist gut gemeint, doch sie macht es Rettungskräften nicht leicht: Die Bergung der Opfer gestaltet sich schwer in der Erdbebenregion.  Bild: WU HONG/EPA/KEYSTONE

«Sie nehmen uns den Platz weg»

Nach Erdbeben in China: Freiwillige behindern Rettungskräfte

Sie parken Rettungswege zu, verbrauchen Wasser und Nahrung – und eine echte Hilfe sind sie nicht: Nach dem schweren Erdbeben in China behindern selbsternannte Retter die Arbeit der Einsatzkräfte. 

07.08.14, 11:52 07.08.14, 12:52

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Das schwere Erdbeben in China hat hunderte Freiwillige in die Katastrophenregion gezogen. Dort wollen sie helfen, die Not der Betroffenen lindern – und erreichen oft genau das Gegenteil. Nun hat der staatliche TV-Sender CCTV eine Botschaft der Behörden an die Katastrophentouristen und Schaulustigen verbreitet: Geht nach Hause, überlasst die Arbeit den Profis. 

Bei dem Beben starben mindestens 589 Menschen, mehr als 2800 wurden verletzt. Rund 10'000 Soldaten sind im Einsatz, hinzu kommen etwa tausend Feuerwehrleute und mehr als 1300 Fachleute für die medizinische Versorgung der Verletzten – und nach Schätzung der Behörden gut 600 Freiwillige. 

Manche von ihnen mögen sogar in bester Absicht in die betroffene Region gereist sein, fest entschlossen, zu helfen. Aber ausser Enthusiasmus bringen sie wenig mit. «Um ehrlich zu sein, können sie schon nerven», sagt der Helfer Zhang Xian über die selbsternannten Retter. «Sie haben keine Qualifizierung und nehmen nur Platz und Ressourcen weg.»

Behinderung kein Einzelfall

Er meint wohl Leute wie Song Lina. «Wir sind hier, um zu helfen, wo wir können», sagt die Studentin. Gemeinsam mit einem Dutzend Freunde hat sie sich ins Katastrophengebiet aufgemacht. Man werde «die Soldaten und Retter fragen, was es für uns zu tun gibt». 

Viele Menschen seien nach den schockierenden Fernsehbildern über das stärkste Erdbeben seit Jahren in der Provinz Yunnan in die Region aufgebrochen, sagten Rettungskräfte zu CCTV. Oft hätten sie eigene Uniformen und Ausrüstungsgegenstände dabei. Aber die selbsternannten Retter verschlimmerten die Situation im Erdbebengebiet nur. Am besten könnten die Leute helfen, indem sie den professionellen Einsatzkräften nicht zur Last fielen. Den Opfern sei mehr geholfen, wenn man Geld spende. 

Die Problematik ist nicht neu. Das «Wall Street Journal» berichtet, dass nach dem Erdbeben von Sichuan 2008, bei dem mehr als 80'000 Menschen starben, unqualifizierte Freiwillige ebenfalls die ohnehin schon mehr als angespannte Lage verschärft hätten. 

Andere Beobachter deuten den Zustrom der Freiwilligen positiver. Er sei ein Zeichen für eine neue Solidarität in China, ein Gegenentwurf zu der vielen Chinesen nachgesagten Neigung, nur auf sich selbst zu schauen. (ulz/dpa/AP)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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