Christoph Mörgeli
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Mörgeli-Affäre

Staatsanwalt plant Anklage gegen Ritzmann – wer brach im Büro von Mörgelis Ex-Chefin ein?

20.04.14, 04:46 20.04.14, 06:39
Iris Ritzmann, Screenshot SRF (Rundschau)

Bild: Screenshot SRF (Rundschau)

In der Affäre um den ehemaligen Leiter des Medizinhistorischen Museums der Universität Zürich, SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli, plant die Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich offenbar Anklage wegen mehrfacher Verletzung des Amtsgeheimnisses gegen Titularprofessorin Iris Ritzmann zu erheben. Wie die «NZZ am Sonntag» unter Bezugnahme auf das Schlusseinvernahmeprotokoll Ritzmanns schreibt, wirft ihr der Staatsanwalt insgesamt in sieben Punkten den Bruch des Amtsgeheimnisses vor.

Die mutmassliche Weitergabe zweiter interner Berichte zu den Leistungen Mörgelis ist dabei nur ein Punkt. Der Staatsanwalt will auch E-Mails Ritzmanns an einen Journalisten des «Tages-Anzeigers» unter die Lupe nehmen, in denen Ritzmann selber sich kritisch zu Mörgelis Arbeit äussert. Die Universität, so der Staatsanwalt, habe hier die Fürsorgepflicht der Arbeitnehmerin zu wahren. 

Der SVP-Staatsanwalt Andrej Gnehm war wegen der U-Haft von Ritzmann in die Kritik geraten. Ein Rechtsexperte warf Gnehm vor, mit unangemessener Härte vorgegangen zu sein und äussert den «Verdacht des Amtsmissbrauchs».

Männer sind bei Ritzmann eingebrochen

In der Mörgeli-Affäre kommt ein weiteres pikantes Detail ans Licht: Zwei unbekannte Männer haben sich auf dem Höhepunkt der Affäre unbefugterweise Zugang zum Büro von Iris Ritzmann verschafft. Dies berichtet die «NZZ am Sonntag» gestützt auf das Journal des Sicherheitsdienstes der Universität Zürich. Gemäss diesem Papier hätten sich die beiden Männer am Morgen des 25. September 2012 vermutlich mit einem Passpartout Einlass in Ritzmanns Büro verschafft. Sie seien von einer Mitarbeiterin aufgegriffen und weggewiesen worden.

Die Universität hatte den Vorfall der Stadtpolizei Zürich gemeldet, da Institutsleiter Flurin Condrau zu diesem Zeitpunkt unter Personenschutz stand. Allerdings erfolgte keine formelle Anzeige, weshalb eine Untersuchung des Vorfalls unterblieb. Mörgeli war am 21. September 2012 von der Universität Zürich entlassen worden. Seiner ebenfalls entlassenen ehemaligen Büronachbarin Ritzmann wirft die Staatsanwaltschaft Zürich mehrfache Amtsgeheimnisverletzung vor. Mit ihren mutmasslichen Indiskretionen habe sie die Affäre Mörgeli ins Rollen gebracht. (rey)



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    Alle Leser-Kommentare
  • papparazzi 20.04.2014 12:48
    Highlight Das ist nun also die Ernte von einer gesäten Schmutz- Verleumdungs- und Rufmordkampagne. Neben dem Sündenbock Ritzmann würden mich aber trotzdem noch die geschickten Fadenzieher im Hintergrund der Universität interessieren! Das Vorgehen von Herr Mörgeli und dem Staatsanwalt Gnehm finde ich bis auf die Verhältnismässigkeit (Kinder mussten bei Ritzmanns alles mitansehen) in Ordnung. Nur so kann man gewissen Konspirationen seitens der Linken Einhalt gebieten und es ist auch ein leuchtendes Warnsignal gegenüber allen Leuten, die versuchen andere illegal zu diskreditieren! ut (dp)
    2 1 Melden
  • zombie1969 20.04.2014 10:14
    Highlight I. Ritzmann spielt im Fall Mörgeli eine wichtige Rolle. Sie markiert immer den Punkt, wo man nicht noch tiefer fallen kann...
    3 0 Melden

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