Der Enthüller
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Rolltreppe im Bahnhof Bern mit neuer Markierung. Ja, liebe Superschlaue, das Foto wurde von oben aufgenommen und so ist links/rechts quasi vertauscht. Pendler würden eben von unnen nach ufen fahren und dann stimmt's wieder. Tscheggsch? Bild: Kulicka

Der Enthüller

Trottel-Terror: SBB hat genug und geht gegen dumme Pendler vor

08.05.14, 11:55 08.05.14, 16:51

Bern (den). Sie stehen auf der linken Hälfte der Rolltreppe, sie drängeln in den Zug, während die Mehrheit noch am Aussteigen ist, sie tippen im Zug SMS und lassen dabei die Tastentöne an. Sie sind überall: dumme Pendler der schlimmsten Sorte. Letzte Woche wurde gar die Facebook-Seite «Mongopendler auf den Scheiterhaufen» gegründet. Bereits haben 1,5 frustrierte Pendler den Like-Button geklickt.

Nun hat sich die SBB dem Problem angenommen. Seit Montag sind die Rolltreppen in verschiedenen Bahnhöfen mit grünen und roten Markierungen ausgestattet. «Wir hoffen, dass die weniger intelligenten Pendler nun endlich kapieren, dass Sie nicht einfach willkürlich auf der Rolltreppe stehen bleiben können», sagt SBB-Chefin Andrea Meyer. «Dass man sie jeweils anrempelte oder anfluchte, konnte sie offensichtlich nicht vom Schwarzstehen abhalten. Die Markierungen sollten da eindeutiger sein.»

WK-Truppen als Verstärkung

Doch die SBB nimmt sich auch den anderen Pendlersorgen an und dies mit unkonventionellen Mitteln. «Um unsere Massnahmen möglichst konsequent durchzusetzen, gehen wir eine Kooperation mit der Schweizer Armee ein», sagt Meyer. «Ab nächstem Montag steht an jedem grossen Bahnhof eine Kompanie WK-Soldaten bereit. Jeweils zu zweit werden die Soldaten die Meute am Einsteigen hindern, solange sich noch Pendler in der ‹descendierenden Phase› befinden. Zusätzlich steht ihnen ein Schützenpanzer bereit, der im Notfall mit seinem Maschinengewehr einen Warnschuss abfeuern kann.»

Dieser Soldat hat bald einen richtigen Gegner vor der Flinte. Den Stosszeitpendler. Bild: KEYSTONE

Die Armee ist froh um den Auftrag der SBB. «Wenn wir die gestrigen Umfragezahlen zum Gripen richtig interpretieren, sieht es so aus, als müssten wir für die Luftwaffe bald ein anderes Betätigungsfeld suchen. Da kommt uns der Hilferuf der SBB gerade recht», sagt ein Sprecher. «Die Piloten und Luftwaffensoldaten könnten jeweils zu Bürozeiten zwischen 9 und 5 eingesetzt werden. Zu Pendelzeiten werden dann WK-Infanteristen an der Front stehen.» 

Pendlerchef glücklich

Nicht nur an den Bahnhöfen, auch in den Zügen werden Soldaten patrouillieren. «Sie haben den Auftrag, anständige und unbescholtene Pendler vor Lärmbelästigung wie zu lauter Musik aus schlechten iPhone-Kopfhörern oder nervigen Tastentönen zu schützen. Dafür dürfen sie ‹nicht tödliche› Gewalt wie zum Beispiel den Pfefferspray oder den Kolben des Sturmgewehrs einsetzen.»

Simon Schenk, Chef von Pro Bahn und somit oberster Pendler im Land, ist froh, dass die SBB endlich durchgreift. «Die Situation in den Zügen wurde unerträglich. Letzte Woche musste ich mitansehen, wie ein wütender Mob auf der Strecke Zürich–Bern bei Olten einen chronischen Laut-Telefonierer aus dem fahrenden Zug in die Aare warf», so der 54-jährige Versicherungsfachmann. Er hofft, dass die Massnahmen der SBB wieder für Zucht und Ordnung in den Zügen sorgen werden.

Der Enthüller

Hart recherchierte Fakten, fundierte Kritik und realistische Analysen? Die gibt es anderswo. Chefredaktor Buzz Orgler und sein Praktikant Pavel Kulicka decken auf, was keiner wissen will. Ob Berichte über einen Schwangerschaftstest fürs iPhone oder mit Zwiebeln verunreinigte Kebabs, die beiden gescheiterten Journalisten sind sich für keine satirische Schlagzeile zu schade. Und schneller als die Wahrheit sind sie noch dazu.

www.der-enthüller.ch
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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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21Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • papparazzi 11.05.2014 14:32
    Highlight Und was wenn jemand aufs Korn genommen wird von den unerfahrenen WK Soldaten, welche erst kürzlich aus der RS kamen? Was wenn ein Unbescholtener Fahrgast durch den Menschenstrom einer mongolischen Reisegesellschaft mitgezerrt wurde? Hä? Oder haben die auch an Farbenblinde Pendler gedacht oder an Blinde? Sie sollten unbedingt noch Rillen auf dem Geländer anbringen, sonst wird das unmenschlich und bizarr! Lol... made my day:-) ut (dp)
    3 0 Melden
  • Raffaele Merminod 09.05.2014 08:43
    Highlight Und was wenn die Rolltreppe stehen bleibt? Da steht man mitten auf der Rolltreppe und muss stunden warten bis jemand sie wieder zum laufen bringt.
    8 0 Melden
  • Felixrast 08.05.2014 23:12
    Highlight Mich interessiert wie 1,5 Pendler liken können....
    4 1 Melden
    • Monah Sorcelli 09.05.2014 06:58
      Highlight 1.5 .. vermutlich 1 Intelligenter und ein .. nicht so intelligenter :)
      7 0 Melden
    • Oberon 09.05.2014 19:38
      Highlight @Monah
      Danke ich lache immer noch.
      2 0 Melden
  • Betamax 08.05.2014 19:15
    Highlight Man erinnere sich ans Berner Rolltreppenchaos. Es starb, als die Berner begannen nach Zürich zu pendeln.
    3 0 Melden
  • QuicknBrite 08.05.2014 15:49
    Highlight Grandioser Artikel! Ich konnte mich kaum halten vor lachen. Ich bin sozusagen fast "überengeheit". Made my day!!! Weiter so!
    6 0 Melden
  • joenutsueri 08.05.2014 15:26
    Highlight "Mongopendler"? Mogo= dumm?
    Gibt es nicht genügend gute Ausdrücke, welche keine Behinderten Personen beleidigen? Bin kein witzloser Mensch, aber ich lache lieber auf Kosten der Ego-Pendler, die mich tatsächlich nerven.
    8 14 Melden
    • Max Kueng 08.05.2014 20:51
      Highlight Im 19. und 20. Jahrhundert wurde der Begriff Mongoloid (kurz: Mongo) fuer Kinder mit Down-Syndrom verwendet, weil diese haeufig Gesichtsmerkmale haben, die jenen von bestimmten ostasiatischen Voelkern (Mongolei) aehnlich sehen.
      Wenn man jemanden mit "Mongo" beschimpft, meint man damit i.d.R. nicht, dass die Person ostasiatisch aussieht, sondern dass die Person die Intelligenz eines an Down-Syndrom erkrankten Kindes hat - in der Annahme dass Menschen mit Down-Syndrom ueber eine geringere Intelligenz verfuegen.
      10 1 Melden
    • pun 08.05.2014 22:09
      Highlight http://de.wikipedia.org/wiki/Down-Syndrom
      0 0 Melden
    • Tux 09.05.2014 09:17
      Highlight MONGO - nun ich kenne diesen Begriff aus dem englichen "MONKEY" - noch in den 80er sprachen wir oft - "Mann bist ein ein Möngi" - und dieser Monki / Möngi / Möngg wurde zum Mongo....
      Ich habe nicht das Gefühl, dass "Mongoloide Menschen" damit gemeint sind - zumal diese Krankheit als "Down Syndrom" bezeichnet wird.....
      2 3 Melden
    • pun 09.05.2014 16:24
      Highlight "Das Down-Syndrom ist ein Syndrom beim Menschen, bei dem durch eine Genommutation das gesamte 21. Chromosom oder Teile davon dreifach vorliegen (Trisomie). Daher lautet eine weitere übliche Bezeichnung Trisomie 21. Die ursprüngliche, heute aber aufgrund des abwertenden Untertons veraltete Bezeichnung war Mongolismus (auch Mongoloismus)."
      Quelle: Wikipedia (erste Sätze aus meinem vorher geposteten Link :) ).
      3 0 Melden
  • Luke_03 08.05.2014 13:36
    Highlight Liebes Watson Team

    Wie viele andere Pendler habe ich gestern den Bahnhof Bern via Welle verlassen. Deshalb sind mir diese Markierungen auch sofort aufgefallen. Leider habt Ihr hier eine falsche Falschmeldung übernommen. Alle Rolltreppen bei der Welle führen nämlich von unten nach oben. Minimale Eigenrecherche würde sich manchmal durchaus lohnen.
    3 8 Melden
    • El Gageli 08.05.2014 14:36
      Highlight Du hast meine Bildunterschrift schon gelesen? Ah nein, schade. Bisschen Eigenrecherche wäre auch in deinem Fall nicht schlecht.
      23 0 Melden
    • kritischerkritiker 09.05.2014 13:51
      Highlight "eine falsche falschmeldung!" so falsch kann etwas garnicht sein. :D doppelte verneinung googeln.
      gerngeschehen.
      3 0 Melden
    • Oberon 09.05.2014 14:13
      Highlight Aber wir haben den halben liker gefunden. ;)

      9 0 Melden

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