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«Dass die Queen dem Jahr des Punks ihren Segen gibt, ist das Erschreckendste, das ich je gehört habe»

Ist das noch Punk oder kann das weg? Aus Protest gegen die Vereinnahmung durch Queen und Mainstream will der Sohn von Sex-Pistols-Manager Malcolm McLaren Memorabilia im Wert von mehreren Millionen Euro verbrennen. 



Ein Artikel von

Spiegel Online
British fashion designer Vivienne Westwood and her son Joseph Corre hold a placard of Chris Smith during an anti-fracking protest at Westminster Forum Project in London, Britain June 23, 2015.  REUTERS/Stefan Wermuth

Viviane Westwood und Joseph Corré protestieren im Juni 2015 in London gegen Fracking.
Bild: STEFAN WERMUTH/REUTERS

«God save the Queen and her fascist regime». Das brüllte Johnny Rotten 1977 zum 25. Thronjubiläum der Queen. 2016 nun gibt ausgerechnet die geschmähte Queen einer offiziellen Punk-Gedenkveranstaltung ihren Segen – eine Vereinnahmung der einstigen Protestmusik durch das Establishment, die nicht jedem gefällt: Joseph Corré, Sohn vom Sex-Pistols-Manager Malcolm McLaren und Viviane Westwood, hat jetzt angekündigt, seine Sammlung aus Punkdevotionalien zu verbrennen – im Wert von fünf Millionen Pfund (knapp sieben Millionen Franken).

«Dass die Queen dem Jahr 2016, dem Jahr des Punks, ihren offiziellen Segen gibt, ist das Erschreckendste, das ich je gehört habe», sagt Corré, der selbst als Modeunternehmer arbeitet und unter anderem das Dessouslabel «Agent Provocateur» gründete.

Mit der Aktion im November will der Punk-Sprössling darüber hinaus auch gegen die Festlichkeiten zum «Geburtstag des Punk» protestieren. Diese sind in diesem Jahr in London zum 40-jährigen Jubiläum der ersten Sex-Pistols-Single «Anarchy in the U.K.» geplant und werden vom Staat und diversen Unternehmen unterstützt.

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Sex Pistols: «Anarchy in the U.K.».
YouTube/BoPTePegar

Zu den Partnern des einjährigen Zyklus mit Konzerten, Vorträgen und Ausstellungen gehören unter anderem Universal Music und das Museum of London. Die Aktion wird zudem teilweise finanziert durch Spenden der National Lottery und unterstützt durch Londons Bürgermeister Boris Johnson.

«Statt einer Bewegung, die den Wandel will, ist Punk zu einem verdammten Museumsstück oder einem Tribute Act geworden», so Corré. Er verglich das Jahr 2016 mit 1976: Die britische Öffentlichkeit leide unter einer der selben Art «allgemeiner Malaise», die vor 40 Jahren zur Geburt des Punk geführt habe. «Die Menschen fühlen sich betäubt. Und mit der Betäubung kommt die Selbstzufriedenheit. Die Menschen fühlen sich, als hätten sie keine Stimme mehr. Wir müssen die Dinge erneut zum Explodieren bringen», sagte Corré der britischen Magazin «Crack».

Wenn die Situation wirklich so verkrustet ist, wie Corré beschreibt, muss eine Wiedergeburt des Punks eigentlich kurz bevorstehen. Aber ob die Verbrennung von ikonografischen Erinnerungsstücken eines Mode-Millionärs dabei hilft? Oder ob das Problem des Ausverkaufs vielleicht gar nicht bei der Queen liegt, sondern in der Tatsache, dass Erinnerungsstücke an die Punkbewegung heute mehrere Millionen Euro wert sind? Darüber lohnt es sich nachzudenken.

eth

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    Alle Leser-Kommentare
  • JoJodeli 18.03.2016 08:10
    Highlight Highlight Man kann auch für nichts und gegen alles sein!
  • Spooky 18.03.2016 00:44
    Highlight Highlight Ich bin grün und gelb vor Neid. Was muss dieser Joseph Corré für ein schönes Leben haben, wenn das Erschreckendste, das er je gehört hat, für ihn ist, dass die Queen dem Jahr des Punks ihren Segen gibt!
  • Sheez Gagoo 17.03.2016 20:19
    Highlight Highlight Lol. Die Queen adelt den Punk! Swatch hat vor Jahren Ché Guevaras Konterfei auf eine Uhr gepappt. Frau Westwood hat aber auch zu der Entwicklung beigetragen, in dem sie Punkklamotten in der Haute Couture etabliert hat. Liebe Punks! Erhebt euch! Legt London in der Punkgedenkzeit in ........!
    Rettet, wofür der Punk steht, nämlich für gar nichts!

Hat die Queen gerade Trump getrollt? Diese Bloggerin ist davon absolut überzeugt

Und wahrscheinlich hat er nichts davon gemerkt.

Am vergangenen Freitag stattete der amerikanische Präsident Donald Trump Grossbritannien einen Besuch ab. Dabei war er auch bei der Queen zum Tee eingeladen – wo er sie prompt 12 Minuten lang warten liess. Die Monarchin ging aus dem Treffen laut einer Bloggerin allerdings als Gewinnerin hervor und das mit simpelsten Mitteln:

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