Deutschland
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epa04538360 Participants of a demonstration against right-wing extremism, xenophobia and the Pegida movement gather in front of the Bavarian State Opera house in Munich, 22 December 2014. Banners between the columns read: 'Bavarian State Opera for Humanity, Respect, Diversity'. Opponents of the protests organized by the Patriotic Europeans Against Islamization of the Occident(Pegida) have called for demonstrations in Dresden as well as in other German cities including Munich, Kassel and Bonn. The numbers attending Pegida protests have been growing in recent weeks, reflecting anger in sections of the population over the numbers of refugees entering the nation.  EPA/NICOLAS ARMER

Die Anti-Pegida-Demonstration füllt den Münchner Opernplatz Bild: EPA/DPA

Insegsamt mehr als 37'500 Menschen auf der Strasse

Zahl der Pegida-Gegner in Deutschland wächst 

Der Protest gegen die islamkritische Pegida-Bewegung in Deutschland wächst: Pegida-Gegner in mehreren Städten brachten am Montagabend zusammen mehr als 20'000 Menschen auf die Strassen und damit mehr als die Anhänger des Bündnisses. In Dresden konnte Pegida mit 17'500 Demonstranten aber erneut einen Zuwachs verzeichnen. 

Bei der grössten Anti-Pegida-Demonstration versammelten sich in München laut Polizei mindestens 12'000 Menschen. In Dresden protestierten 4500 Menschen, in Bonn 2500, in Kassel 2000 und in Würzburg 700 gegen die islamfeindlichen Pegida-Forderungen. 

In der bayerischen Hauptstadt München hatte ein breites Bündnis gesellschaftlicher Gruppen parallel zu dem montäglichen Pegida-Aufmarsch in Dresden zu einer Gegendemonstration aufgerufen. 

Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter sagte auf der Veranstaltung, «bei uns ist Platz für Menschen verschiedener Hautfarbe, Herkunft oder Muttersprache! Und: bei uns ist auch Platz für alle Religionen und Gläubige: Für die, die freitags in die Moschee gehen; die, die samstags in die Synagoge gehen; die, die sonntags in die Kirche gehen aber auch für die, die einfach nur daheim bleiben wollen.» 

epa04538243 Participants of a rally by the 'Buendnis Nazifrei' (lit. Alliance Nazi free) hold placards with a slogan reading 'Refugees welcome' as they gather in Dresden, Germany, 22 December 2014. The initiative rallies against a demonstration by the 'Pegida' (Patriotic Europeans Against the Islamization of the Occident) movement the same evening in the city of Dresden.  EPA/KAY NIETFELD

Die Aktion in München lief unter dem Motto: «Platz da! Flüchtlinge willkommen» Bild: EPA/DPA

Schwerpunkt Dresden 

Pegida steht für «Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes». Ihren Schwerpunkt hat die Bewegung in Dresden, wo in den vergangenen Wochen tausende Menschen an Kundgebungen teilnahmen. Die laut Polizei mindestens 17'500 Unterstützer an diesem Montag in der sächsischen Hauptstadt bedeuteten einen erneuten Zuwachs, nachdem in der Vorwoche 15'000 Menschen gekommen waren. 

Die Pegida-Verantwortlichen hatten diesmal zu einer als «gemeinsames Weihnachtsliedersingen» bezeichneten Veranstaltung auf dem Theaterplatz vor der Semperoper geladen. 

In Dresden hielten mehrere hundert Menschen ein Friedensgebet gegen Pegida ab. An einer anschliessenden Demonstration gegen Pegida nahmen laut Polizei 4500 Menschen teil. In Bonn, wo sich eine Pegida-Unterstützergruppe namens Bogida («Bonn gegen die Islamisierung des Abendlandes») gebildet hat und 250 Anhänger mobilisierte, war die Zahl von deren Gegnern mit 2500 zehn Mal so gross. 

«Aufstand der Anständigen» 

Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder forderte angesichts der Bewegung einen neuen «Aufstand der Anständigen». In einem Gespräch mit dem Magazin «Couragiert» erinnerte Schröder an den von ihm im Jahr 2000 nach dem Brandanschlag auf eine Düsseldorfer Synagoge geforderten «Aufstand der Anständigen». 

«So etwas wie der 'Aufstand der Anständigen' könnte wieder eine richtige Antwort sein, in Berlin haben damals 200'000 Menschen gegen Ausländerfeindlichkeit und Antisemitismus protestiert, und selbstverständlich sind Bundespräsident und Bundeskanzler vorne weg marschiert», sagte Schröder. «So eine öffentliche Reaktion brauchen wir auch jetzt.» (jas/sda/afp) 



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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 23.12.2014 11:11
    Highlight Highlight Im Extremen schliesst sich der Kreis immer. Sowohl die überflüssige Pegida-Bewegung als auch die genauso überflüssige Pegida-Gegenbewegung zeigt eine leider typisch Unart der Gegenwart an sich: Sie ergötzen sich an Symptomen und sind zu feige die Ursachen zu suchen, sie klar zu benennen und sie gemeinsam zu lösen.

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