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Am Potsdamer Weihnachtsmarkt ging am Freitag eine Bombendrohung ein. Bild: EPA/EPA

Hinter der Paketbombe von Potsdam steckt eine Millionenerpressung gegen DHL

Das mit Nägel gefüllte Paket war kein Angriff auf den Potsdamer Weihnachtsmarkt sondern ein Erpressungsversuch gegen den Paketdienst DHL.

03.12.17, 15:39 03.12.17, 17:26

Nach dem Bombenalarm in Potsdam vor den Toren Berlins wird jetzt klar: Hinter der gefundenen mutmasslichen Paketbombe steckt nach Erkenntnissen der Ermittler eine Millionenerpressung gegen den Paketdienst DHL. Das sagte Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter am Sonntag in Potsdam, der Hauptstadt des deutschen Bundeslandes Brandenburg. Damit sei klar, dass die Bedrohung mit an «Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit» nicht dem Weihnachtsmarkt in der Innenstadt von Potsdam gegolten habe.

Ein Drohschreiben aus dem zerstörten Paket habe rekonstruiert werden können. Die Täter verlangten eine Millionensumme. Eine ähnliche Lieferung sei vor einiger Zeit in Frankfurt an der Oder aufgetaucht, sagte Karl-Heinz Schröter. Der oder die Täter nähmen schwerste Verletzungen der Adressaten oder sogar deren Tötung billigend in Kauf. Es scheine sich nach bisherigen Erkenntnissen um regional agierende Täter zu handeln. Diese Tat sei besonders verwerflich. Die Sicherheitsbehörden halten weitere Sendungen für möglich oder sogar wahrscheinlich.

Am Freitag war ein verdächtiges Paket bei einem Apotheker abgegeben worden, der direkt am Weihnachtsmarkt sein Geschäft hat. Darin befanden sich Hunderte Nägel und ein so genannter Polenböller, wie der Innenminister des deutschen Bundeslandes Brandenburg, Karl-Heinz Schröter, bekanntgegeben hatte. So werden umgangssprachlich Feuerwerkskörper bezeichnet, die wegen Sicherheitsmängeln in Deutschland illegal sind.

Karl-Heinz Schröter, Innenminister von Brandenburg. Bild: EPA/EPA

Für die Fahndung setzte die Polizei eine Ermittlungsgruppe «Luise» ein - benannt nach der Apotheke, an die das Paket geschickt worden war. In der Gruppe arbeiten rund 25 Kriminalisten. Der Vorwurf laute versuchte Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion.

In der Apotheke hatten Mitarbeiter Verdacht geschöpft und die Polizei alarmiert. Diese richtete einen Sperrkreis ein, der auch Teile des Weihnachtsmarktes betraf. Experten der Bundespolizei zerschossen das Paket dann mit einem speziellen Wasserstrahl. Eine Zündvorrichtung wurde im Anschluss nicht gefunden. Demnach hätte es sich nicht um eine funktionsfähige Bombe gehandelt. Die Polizei kündigte an, das Paket für die Untersuchungen wieder zusammenzusetzen. Die Reste seien ins Kriminaltechnische Institut in Eberswalde gebracht worden.

Polizeiabsperrung am Potsdamer Weihnachtsmarkt. Bild: EPA/EPA

Am Samstag öffnete der Markt unter nochmals verschärften Sicherheitsvorkehrungen. Polizei und Stadt schickten zusätzliche Streifen in Umlauf, auch Beamte mit Maschinenpistolen passten auf. Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs machte sich selbst einen Eindruck bei einem Besuch. «Wir sind glimpflich davongekommen», sagte er.

Auf den Weihnachtsmarkt der brandenburgischen Hauptstadt kamen bereits am Samstagmittag wieder Tausende Besucher, tranken Glühwein oder assen Bratwürste. Die Sicherheitsvorkehrungen waren bereits nach dem terroristischen Attentat auf den Berliner Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz vor fast einem Jahr in ganz Deutschland noch einmal verschärft worden.

Am 19. Dezember 2016 war der Attentäter Anis Amri mit einem entführten Lastwagen in den Weihnachtsmarkt an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche gefahren. Er tötete 12 Menschen und verletzte mehr als 70. (sda/dpa)

Die schönsten Weihnachtsmärkte

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    Alle Leser-Kommentare
  • Eksjugo 03.12.2017 19:56
    Highlight Menschen in Angst zu versetzen, bedeutet also nicht Terror.

    Wieder etwas dazu gelernt.
    1 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 03.12.2017 16:48
    Highlight .....rechts ist's grad so still. Nicht mal ein Zwitschern aus Übersee.
    1 0 Melden

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