Deutschland
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epa04248525 A helicopter brings Swiss experts in cave rescues at the entrance to Riesending cave at Untersberg mountain near Marktschellenberg, Germany, 10 June 2014. The condition of a spelunker trapped with injuries since the weekend at a depth of 1,000 metres in a southern German cave is better than previously feared, according to rescue officials. The injured man, a 52-year-old professional cave explorer, who was caught in an underground rockslide in the early hours  early 08 June, has been trapped since in the Riesending cave near the southern German city of Berchtesgaden at a depth of about 1,000 metres. The Riesending cave is considered complicated for spelunkers to navigate because it consists of giant shafts, big halls, narrow squeezes and underground lakes, all of which must be crossed by climbers. It is Germany's deepest cave, with a 19.2-kilometre-long network of paths extending 1,148 metres below ground. It was discovered in 1995 during surveying work.  EPA/TOBIAS HASE

Ein Helikopter bringt die Retter zum Riesending-Höhleneingang. Bild: EPA/DPA

Riesending-Schacht

Höhlenforscher-Rettung verzögert sich: Der Arzt hat es noch nicht zum Verletzten geschafft

Die Rettung des Forschers aus der grössten Höhle Deutschlands wird zur Geduldsprobe. Ein Team mit einem Arzt hat nur eine Teilstrecke geschafft. 

11.06.14, 13:56 11.06.14, 17:23

Björn Hengst, Spiegel Online

Ein Artikel von

Johann Westhauser muss weiter warten: Der verletzte Höhlenforscher, der nach einem Steinschlag-Unfall in rund tausend Metern Tiefe festsitzt, kann nicht mit einer raschen Rettung aus der Riesending-Schachthöhle rechnen. Zwar war am Dienstagmittag ein österreichischer Arzt mit einem dreiköpfigen Schweizer Rettungsteam in die Höhle eingestiegen. Doch bislang hat es die Gruppe nicht bis zu dem 52-jährigen Verletzten geschafft. 

Laut Bergwacht hat das Team bisher lediglich eine Teilstrecke bewältigen können. Die Gruppe regeneriere derzeit in der dritten der insgesamt fünf eingerichteten Biwakstationen, sagte Stefan Schneider, stellvertretender Vorsitzender der Bergwacht Bayern. Die Helfer würden nun auf Nachschubteams warten, um später zu Westhauser durchzusteigen. 

Im besten Fall hätte die Gruppe den Verletzten bereits in der vergangenen Nacht erreichen können. Für den Weg vom Eingang zur Höhle bis zum Unfallort werden für erfahrene Höhlenretter zehn bis zwölf Stunden veranschlagt. 

Bild: EPA/DPA

Zustand weiter stabil

Helfer-Lager. Bild: DPA

Der Zustand Westhausers, der bei dem Steinschlag eine Kopfverletzung erlitten hatte, sei weiter stabil, sagte Schneider. Der Höhlenforscher werde von Rettungskräften betreut. Entscheidend für den weiteren Verlauf der Aktion ist aber eine ärztliche Untersuchung. Nur ein Arzt kann feststellen, ob und wie Westhauser ins Freie geschafft werden kann. Zuletzt hatte es geheissen, der 52-Jährige könne aus eigener Kraft einige Schritte gehen. 

Der Weg aus der Riesending-Höhle, der tiefsten und längsten Höhle Deutschlands, gilt aber als ausgesprochen anspruchsvoll: Die Route führt unter anderem durch Schächte, die nur mithilfe von Kletterseilen passierbar sind. Es gilt als nahezu ausgeschlossen, dass der verletzte Höhlenforscher die Strecke aus eigener Kraft bewältigen kann. Die längste Seilstrecke in der Höhle beträgt laut Bergwacht 180 Meter. Man braucht Steigklemmen, um diese und ähnliche Passagen zu überwinden. 

Die Schweizer Spezialisten. Bild: EPA/DPA

Am Mittwochmorgen ist nach Angaben der Bergwacht zusätzlich ein sechsköpfiges italienisches Team in die Höhle eingestiegen, darunter ein Arzt aus Mailand. Die Gruppe wird mit dem Schweizer Team das weitere Vorgehen beraten. 

Unklar ist, ob ein zu erwartender Wetterumschwung Einfluss auf den Rettungseinsatz haben wird. Für diesen Mittwoch werden für die Region Wärmegewitter vorhergesagt, auch stärkerer Regen wird nicht ausgeschlossen. Mit einer Einschränkung des Flugbetriebs sei aber nicht zu rechnen, heisst es bei der Bergwacht. Zwei Hubschrauber sind derzeit für die Höhlenmission im Einsatz. Sie bringen Rettungskräfte, Material und Nahrungsmittel zum Eingang in rund 1800 Meter Höhe. Zuletzt wurde dort ein provisorischer Hubschrauberlandeplatz eingerichtet, was die Arbeit der Retter erleichtert. Trotzdem stellen sich die Einsatzkräfte inzwischen auf eine längeren Operation ein. Stefan Schneider sagt, die Rettung werde sich «sehr lange hinziehen». 

Die Bergwacht informiert die Journalisten. Bild: EPA/DPA

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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