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Warnstreik der Sicherheitskontrolleure

Aggressive Stimmung und Verletzte – Flughafen Frankfurt im Chaos

Die Sicherheitskontrolleure streiken, die Passagiere müssen warten. Bild: Reuters/ Ralph Orlowski

Endlos lange Schlangen, entnervte Fluggäste, Notarzt-Einsätze: Der Warnstreik der Sicherheitskontrolleure hat den Frankfurter Flughafen am Freitag ins Chaos gestürzt. Viele Passagiere, die ins Wochenende starten wollten, sitzen fest oder müssen auf die Bahn ausweichen.

21.02.14, 12:20 21.02.14, 15:39

Das Problem sei, dass die Passagiere nicht durch die Fluggastkontrolle kämen, hier gebe es sehr lange Wartezeiten, sagte ein Flughafensprecher. Wegen der Arbeitsniederlegung seien lediglich zwei Drittel der Kontrollstationen besetzt. Deshalb verpassten Gäste ihre Flüge, viele Plätze in den Maschinen blieben leer. «Wir raten den Passagieren von einer Anreise zum Flughafen ab.»

Kein Durchkommen für Passagiere: Ihre Plätze in den Maschinen bleiben leer. Bild: Reuters/Ralph Orlowski

Die Situation spitzte sich am Mittag zu: Wegen des Passagierandrangs wurden die Zugänge zu den Sicherheitskontrollen vorübergehend geschlossen. An diesem Freitag rechnete der Flughafenbetreiber Fraport mit 150'000 Passagieren.

65 Flüge annulliert, Lufthansa am stärksten betroffen

Bis zum Freitagmittag wurden dem Fraport-Sprecher zufolge 65 Flüge annulliert. Diese Zahl dürfte sich allerdings im Laufe des Tages weiter erhöhen. Schwer getroffen ist von dem Ausstand die Lufthansa, die knapp 40 Flüge absagte. 

65 Flüge wurden annuliert. Wahrscheinlich folgen im Verlaufe des Tages weitere. Bild: Reuters/Ralph Orlowsk

Viele Passagiere verpassten ihren Flug in die Schweiz

Auf die Flughäfen Zürich und Basel hatte der Streik bis am frühen Nachmittag keine Auswirkungen. Allerdings gebe es eine grosse Zahl von Passagieren, die wegen des Streiks ihre Flüge in die Schweiz verpassten, sagte eine Sprecherin der Fluggesellschaft Swiss auf Anfrage. Die Swiss empfehle den Passagieren in Frankfurt deshalb, auf andere Verkehrsmittel auszuweichen. 

Irgendwie die Zeit vertreiben. Passagiere in Frankfurt müssen sich gedulden. Bild: EPA/DPA

Einheitlicher Stundenlohn von 16 Euro gefordert

Die Gewerkschaft Verdi hatte die Mitarbeiter aller privaten Sicherheitsfirmen an Deutschlands grösstem Flughafen dazu aufgerufen, die Arbeit bis 23 Uhr ruhen zu lassen. In dem Bereich arbeiten 5000 Beschäftigte. Verdi verleiht damit der Forderung nach einem einheitlichen Stundenlohn von 16 Euro Nachdruck. Der Arbeitgeberverband BDSW nannte die Vorstellungen von Verdi überzogen und kritisierte das Vorgehen scharf. 

Chaos im Flughafen: Einige Passagiere stritten sich lautstark mit den Sicherheitsbeamten.  Bild: EPA/DPA

Aggressive Stimmung und chaotische Zustände

Im Terminal 1, der in erster Linie von der Lufthansa und ihren Partner-Airlines benutzt wird, kam es teils zu chaotischen Szenen. Die Schlangen vor den Check-in-Schaltern zogen sich durch das ganze Gebäude, einzelne Passagiere brachen nach mehreren Stunden des Wartens zusammen und mussten von Sanitätern versorgt werden. Die Stimmung war aggressiv, Verdi-Gewerkschafter, die mit gelben Streikwesten durch das Terminal gingen, wurden von frustrierten Fluggästen beschimpft. Polizisten nahmen vor den Sicherheitsschleusen Stellung und wiesen verzweifelte Urlauber und Geschäftsleute, die die Bordkarte schon in der Hand hatten, ab. Einige Passagiere stritten sich deshalb lautstark mit den Sicherheitsbeamten. (rar/sda/reu)

Rein kommt man, aber nicht weiter: Viele Passagiere können nicht ins Wochenende starten.  Bild: Reuters/Ralph Orlowsk

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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