Deutschland
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Der Briefkasten des Finanzamtes in Euskirchen ist am Montag, 8. Februar 2010 in Euskirchen, Nordrhein-Westfalen, zu sehen. Wer fuer 2009 eine Steuererklaerung abgeben muss, hat diese bis spaetestens zum 31. Mai 2010 beim Finanzamt einzureichen. Darauf macht die Stiftung Warentest am Montag, 8. Februar 2010, aufmerksam. Wird ein Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein beauftragt, ist demnach in der Regel bis Ende des Jahres Zeit. (apn Photo/Hermann J. Knippertz) ** zu APD8819 ** --- The letter box of the finance office is seen in Euskirchen, Germany, on Monday, Feb. 8, 2010.  (apn Photo/Hermann J. Knippertz)

Bild: AP dapd

Steuerhinterziehung

Zahl der Selbstanzeigen in Deutschland verdreifacht sich

Hochbetrieb in Finanzämtern und Anwaltskanzleien: Von Januar bis März legten laut «SZ» dreimal so viele Steuerhinterzieher ihre Schwarzgelder offen wie im Vorjahr. Es ist aber nicht nur der Hoeness-Effekt.

16.04.14, 08:16 16.04.14, 08:28

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Das «Januarfieber» hat sich offenbar auch im Februar und März fortgesetzt: Im ersten Quartal hat sich die Zahl der Selbstanzeigen von Steuerbetrügern im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht. Laut einem Bericht der «Süddeutschen Zeitung» (SZ) offenbarten sich in diesem Zeitraum rund 13'000 Steuerbetrüger dem Finanzamt.

Im Süden und Westen der Bundesrepublik stiegen die Selbstanzeigen besonders drastisch an. Einer Umfrage der SZ in den Finanzministerien der Bundesländer zufolge war die höchste Steigerungsrate in Nordrhein-Westfalen zu verzeichnen, wo sich die Zahl mit 2656 etwa verfünffachte. Mit 2669 noch etwas mehr Steuerhinterzieher zeigten sich demnach in Baden-Württemberg an. In Bayern gingen von Januar bis März mit 2030 viermal so viele Selbstanzeigen ein wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Der drastische Anstieg der Selbstanzeigen hatte sich bereits vor dem Jahreswechsel abgezeichnet: Steuerfachanwälte berichteten Spiegel Online von einem regelrechten Ansturm auf ihre Kanzleien, manche verzeichneten zehnmal mehr Mandanten, die sich dem Finanzamt offenbaren wollten – allerdings erst nach dem Jahreswechsel, da dann ein weiteres Jahr in die Verjährungsfrist fiel. Konkret müssen die meisten so die Erträge aus den Jahren bis 2002 nicht mehr nachversteuern.

Hoeness-Effekt und Weissgeld-Strategie

Die Flut der Selbstanzeigen hat mehrere Gründe: Der prominente Fall des Uli Hoeness, der im März in München zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt wurde, ist dabei allerdings nur ein Faktor. Ein Steueranwalt bezifferte den Anteil der Steigerung der Anzeigen in seiner Kanzlei, der auf den Hoeness-Effekt zurückzuführen sei, lediglich auf 15 Prozent. Der Rest sei auf den inzwischen grossen Druck der Schweizer Banken auf ihre deutschen Kunden zurückzuführen, ihr Schwarzgeld zu legalisieren, nachdem das Steuerabkommen zwischen Deutschland und der Schweiz gescheitert ist.

Auch die von der SZ befragten Landesfinanzminister äusserten sich in diesem Sinne. Die Flut von Selbstanzeigen bestätige seine Ablehnung des Steuerabkommens mit der Schweiz, sagte etwa der rheinland-pfälzische SPD-Ressortchef Carsten Kühl. Auch Bremens grüne Finanzsenatorin Karoline Linnert begründete den Anstieg in der Zeitung sowohl mit dem Fall Hoeness als auch der Weissgeld-Strategie der Schweizer Banken.

(fdi)



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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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