Hardware-Test
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Ein Mitnahmeartikel, den man im Laden kurz vor der Kasse noch schnell in den Einkaufswagen legt, ist der S9W nicht.
bild: spiegel online

Samsungs 22'000-Franken-TV im Test: Fernsehen für Freaks

Mit Samsungs neuem Fernseher im 21:9-Format kann man Filme wie im Kino geniessen. Im Kurztest überzeugt der Mega-TV. Kaufen würden wir ihn trotzdem nicht. Könnten wir auch gar nicht.

Matthias Kremp / spiegel online



Ein Artikel von

Spiegel Online

Dass ich hier richtig bin, stelle ich fest, als ich das Treppenhaus betrete. In einer Ecke steht ein riesiger Pappkarton mit der Aufschrift «Samsung S9W». Genau deswegen bin ich in dieses Altbaugebäude im Hamburger Osten gekommen. Ich wollte den neuen Heimkino-Fernseher ausprobieren, den Samsung Anfang September auf der Ifa vorgestellt hat.

Als ich ihn schliesslich vor mir stehen sehe, fühle ich mich in meiner Entscheidung bestärkt, ihn lieber in Samsungs Showroom zu testen statt ihn in die Redaktion schicken zu lassen. Vier Mann seien nötig gewesen, um den Riesenfernseher die Treppen hinaufzuschleppen, wird mir erklärt. Der Karton steht noch unten, weil das Gerät nur ausgepackt um die engen Kurven bugsiert werden konnte.

Da scheint es sinnvoll und richtig, dass die Anlieferung im Kaufpreis enthalten ist. Aber das kann man bei einem Fernseher für 22'000 Franken auch erwarten. Ein Mitnahmeartikel, den man im Elektrokaufhaus kurz vor der Kasse noch schnell in den Einkaufswagen legt, ist der S9W nicht.

Cinemascope für Zuhause

Eher könnte man ihn wohl als Traummaschine für Filmfans bezeichnen. Zumindest auf dem Datenblatt hat Samsung nichts ausgelassen, was einen Fernseher gut – und teuer – macht. Das fängt mit dem Bildformat an. Flachbildfernseher haben für gewöhnlich alle dasselbe Format, 16:9. Seit den 90er Jahren wurde dieses Format beim Fernsehen eingeführt, weil es durch seine breite Streckung mehr Kino-Feeling vermittelte als das alte TV-Format 4:3.

Aber echtes Kinoformat ist es nicht. Das merkt man immer dann, wenn man beispielsweise einen Kinofilm vom Blu-ray schaut. Auf einem 16:9-TV sind oben und unten schwarze Balken zu sehen. Der Grund: Fürs Kino werden Filme im extrabreiten Cinemascope-Format gedreht. Um das komplett darstellen zu können, muss es verkleinert werden.

Standfuss mit Motor

Anders beim neuen Samsung-TV. Dessen Bildschirm hat ein Seitenverhältnis von 21:9, was Cinemascope entspricht. Er hat also das Format einer Kinoleinwand, sodass Filme in voller Grösse darauf passen. Ganz neu ist diese Idee nicht: Bereits 2009 brachte Philips als erster Hersteller einen solchen Fernseher auf den Markt, den Cinema 21:9.

Doch Samsung hat das Konzept mit neuer Technik verfeinert. Das fängt damit an, dass der Bildschirm leicht gebogen ist, so wie manche Kinoleinwände. Fast selbstverständlich ist, dass die Auflösung des Bildschirms sehr hoch ist, aufgrund des breiten Formats sogar UHD übertrifft. 5120 x 2160 Pixel zeigt der Samsung-TV auf 82 Zoll Diagonale an, das sind mehr als zwei Meter.

An die Wand hängen kann man diesen Brocken nicht. Stattdessen wird er mit einem würfelförmigen Standfuss geliefert. Der enthält neben der Stromversorgung auch einen Motor, sodass man den TV per Fernbedienung schwenken kann. Ob das nötig ist, ist eine andere Frage. Es sorgt zumindest dafür, dass man den Standfuss nicht anfassen muss. Und das ist gut so, denn die verspiegelte Oberfläche ist sehr empfänglich für Fingerabdrücke.

Die Software kann nicht alles ausgleichen

Aber macht das alles auch Sinn? Und ob! Zumindest, wenn man gutes Videomaterial hat. Ich habe mir ein paar von Samsung optimierte 4K-Videofilme angeschaut, die – logisch – auf dem S9W toll aussahen. Aber auch eine Standard-Blu-ray des Weltraum-Films «Gravity» war sehr beeindruckend.

Zum einen wegen der starken Kontraste, die bei den Szenen im All auftreten, zum anderen wegen der Detailgenauigkeit. Nur auf Standbildern konnte ich Hinweise darauf entdecken, dass das Bild von Full-HD auf UHD vergrössert wurde. Ähnlich gute Ergebnisse erzielt man auch mit den paar UHD-Inhalten, die es beispielsweise bei Netflix und Amazon Video gibt. Form, Format und Grösse des Fernsehers sorgen dann dafür, dass man regelrecht im Geschehen versinkt.

Aber echte UHD- oder auch 4K-Inhalte sind derzeit noch selten, und so wird man sich öfter auch mal mit 16:9-Videos oder gar Filmen ohne HD-Auflösung begnügen müssen. Und für die ist dieser gewaltige Fernseher nicht gemacht. Sind die Videos zu klein, hat man links und rechts des Bildes dicke schwarze Balken.

Ist das Material zu schlecht oder hat eine zu geringe Auflösung, bemüht sich die Software des Fernsehers zwar nach Kräften, diese Mankos auszugleichen. Man sieht aber doch auf den ersten Blick, dass solche Bilder unscharf oder blass wirken.

Fazit

Der Samsung S9W ist ein toller Fernseher fürs Heimkino, wenn man ihn sich leisten kann. Selbst ein Film, den ich längst kannte, packte mich beim Test so, dass ich kaum mehr aufhören wollte, ihn anzuschauen. Wer ein solches Gerät anschafft, muss sich dabei aber im Klaren darüber sein, dass dies ein Fernseher für Filme ist. Natürlich kann man damit auch die Tagesschau ansehen oder eine Fussballübertragung. Aber das ist ungefähr so, als würde man mit einem Ferrari im ersten Gang durch die Stadt tuckern.

Das könnte dich auch interessieren:

Nach Maurers Englisch-Desaster: Jetzt nimmt ihn Martullo in die Mangel (You Dreamer!😂)

Link zum Artikel

13 Cartoons, die unsere Gesellschaft auf den Punkt bringen

Link zum Artikel

Super-GAU für Huawei? Das müssen Handy- und PC-User jetzt wissen

Link zum Artikel

Perlen aus dem Archiv: So (bizarr) wurde 1991 über den Frauenstreik berichtet

Link zum Artikel

Strache-Rücktritt: Europas Nationalisten haben einen wichtigen General verloren

Link zum Artikel

Steakhouse serviert versehentlich 6000-Franken-Wein – die Reaktionen sind köstlich

Link zum Artikel

Das Huber-Quiz: Dani ist zurück aus den Ferien. Ist er? IST ER?

Link zum Artikel

Instagram vs. Realität – 14 Vorher-nachher-Bilder mit lächerlich grossem Unterschied

Link zum Artikel

8 Gerichte, die durch die Beigabe von Speck unwiderlegbar verbessert werden

präsentiert vonMarkenlogo
Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
sentifi.com

Watson_ch Sentifi

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen

Facebook verbannt berüchtigte US-Extremisten angeblich endgültig (auch bei Instagram)

Neben Alex Jones und Milo Yiannopoulos wird auch ein bekannter Islamist bei den grossen US-Social-Media-Plattformen rausgeworfen.

Der Facebook-Konzern hat angeblich mehrere Konten umstrittener Figuren der politischen Rechten in den USA gesperrt. Von der Massnahme betroffen sind unter anderem der Verschwörungstheoretiker Alex Jones.

Auch die Konten des rechtspopulistischen Autors Milo Yiannopoulos und des Chefs der radikalen religiös-politischen Organisation «Nation of Islam», Louis Farrakhan, wurden blockiert, wie das Unternehmen in einer Stellungnahme vom Donnerstag bekanntgab.

Allerdings ging der Rauswurf bei Facebook und …

Artikel lesen
Link zum Artikel