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Mit diesem Smartphone werden deine Foodporn-Bilder besonders lecker

Mit vielen Extras soll das Honor 7 Samsung und Apple Konkurrenz machen – und dabei auch noch billiger sein. Aber braucht man wirklich eine Foodporn-Funktion?

06.09.15, 11:23 06.09.15, 11:50

Matthias Kremp / spiegel online

Ein Artikel von

Für den Fall, dass Sie noch nie von Honor gehört haben: Die Firma ist eine Zweitmarke des chinesischen Huawei-Konzerns. Sie soll vor allem junge Käufer ansprechen, weshalb ihre Produkte vor allem online beworben werden.

Das neueste Modell des Unternehmens ist das Honor 7, ein 5.2-Zoll-Smartphone mit einem modifizierten Android-Betriebssystem, einer 20-Megapixel-Kamera und einem Fingerabdruck-Scanner. Seit Donnerstag gibt es das neue Modell auch in der Schweiz zu kaufen. Wir haben es getestet.

Die Kamera

Das Honor 7 protzt mit seiner 20-Megapixel-Kamera. Im Test konnten wir damit meist gute Fotos knipsen. Sogar bei schlechter Beleuchtung funktionierte das recht ordentlich. Allerdings scheint die Kamerasoftware die Aufnahmen immer ein wenig aufzuhellen. Einige bei guter Beleuchtung gemachte Bilder jedenfalls erschienen uns im Vergleich zum realen Motiv zu hell.

Von den Standards abgesehen, garniert Honor die Foto-App mit vielen Extras. So gibt es einen Nachtaufnahmemodus mit sehr langen Belichtungszeiten und einen «Verschönerungsmodus» für Selfies. Letzterer orientiert sich offenbar sehr an asiatischen Schönheitsidealen: Er versucht, Hautunebenheiten wegzuretuschieren und vergrössert die Augen auf ein unnatürliches Manga-Niveau.

Unter der 20-Megapixel-Kamera ist der Fingerabdruckscanner angebracht.  bild: spiegel online

Ausserdem gibt es Modi für Lichtmalereien und einen, der als «Gute Lebensmittel» bezeichnet wird und wohl dafür sorgen soll, dass man besonders appetitliche Bilder machen kann, sogenannte Foodporn-Aufnahmen. Unser Obst-Stilleben wurde dadurch aber kaum verändert.

Der Bildschirm

Mit 5.2-Zoll-Diagonale liegt das Display im Trend zu grösseren Bildschirmen. Die Full-HD-Auflösung passt gut dazu, sorgt für knackscharfe Schrift und feine Details in Fotos. Wer mag, kann sogar die Farbtemperatur verändern, doch davon dürften nur die wenigsten Gebrauch machen, die Standardeinstellung passt gut. Helligkeit, Kontrast und Blickwinkelstabilität sind gut, nur die Farben erscheinen etwas zu kräftig.

Die Leistung

Der Prozessor im Honor 7 verfügt über acht Rechnerkerne, von denen vier mit 2.2 GHz und vier mit 1.5 GHz getaktet sind. Im Test war dieser Antrieb unauffällig. Ohne übermässige Wärmeentwicklung liefen fast alle Apps flüssig und ruckelfrei. Nur beim Rennspiel «Real Racing 3» fielen leichte Ruckler in besonders aufwendigen Szenen auf.

So filigran wie ein iPhone 6 oder ein Galaxy S6 Edge ist das Produkt aus China nicht verarbeitet. bild: spiegel online

Die Vernetzung

Die Netzwerkfunktionen des Honor können es mit denen der Oberklasse-Konkurrenz aufnehmen. Mit Bluetooth 4.1 und LTE ist es schon gut ausgestattet, die Integration des Gigabit-WLAN-Standards IEEE 802.11ac macht die Ausstattung komplett.

Die Sim-Frage

Ein nur zum Teil nützliches Extra ist die Sim-Karten-Schublade. Sie hat eine dreifache Funktion: Man kann entweder eine oder zwei Sim-Karten einsetzen oder eine Sim-Karte und eine microSD-Speicherkarte. Da der eingebaute Speicher vielen Anwendern mit 16 Gigabyte zu klein sein wird, dürfte der zweite Platz in der Schublade meist durch eine Speicherkarte belegt werden.

Die Ausdauer

Der Akku ist ein klarer Pluspunkt des Honor 7. Zwar macht er das Gerät mit fast 160 Gramm recht schwer, sorgte im Test aber auch dafür, dass das Handy bei durchschnittlicher Nutzung für fast zwei Tage Energie hatte.

Im Test machte die Kamera meist gute Bilder und kommt auch mit schlecht beleuchteten Motiven gut klar. Bild: spiegel online

Fazit

Mit dem Honor 7 hat die Huawei-Tochter ein mehr als respektables Mittelklasse-Smartphone auf den Markt gebracht. Mit den Oberklassemodellen von Samsung, LG und Apple kann es nicht mithalten, aber in seinem Preisbereich – es kostet 349 Franken – macht es eine gute Figur.

Letztlich ist es eine Geschmacksfrage, ob man das mit Funktionen und optischem Kleinkram vollgestopfte Gerät mag, oder lieber zu einem Konkurrenzmodell greift, dessen Android-System nicht so stark modifiziert wurde. Das Motorola Moto X Play beispielsweise wäre eine Alternative.

Günstiger Preis
Gute Ausstattung
Vielfältige Kamerafunktionen

Nur mit 16 GB Speicher lieferbar
Zweite Sim-Karte und Speicherkarte nicht gleichzeitig nutzbar

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