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Die Android-TV-Benutzeroberfläche ist klar gegliedert. bild: matthias kremp

Nexus Player im Test: So bringt Google Android-TV ins Wohnzimmer

Das kleine Gerät soll Filme, Serien und Musik aus dem Netz auf den Fernseher bringen – und zugleich als Spielkonsole taugen. Hier ist der Test.

16.04.15, 09:29 16.04.15, 10:11

Matthias Kremp

Ein Artikel von

Spätestens seit der Entwicklerkonferenz Google I/O im vergangenen Jahr ist klar, dass der kalifornische Konzern mit seinen Diensten und Betriebssystemen in alle Lebensbereiche vordringen will. Google soll man Google per Android Car im Auto und mit Android TV am Fernseher nutzen können. Passend dazu brachte das Unternehmen Ende 2014 in den USA den Nexus Player auf den Markt, eine Multimediabox für den Fernseher, auf der Android-TV läuft. Google bietet den Nexus Player in der Schweiz nicht offiziell an, aber im Online-Handel ist er bereits erhältlich.

Viel zu sehen gibt es an dem kreisrunden Gerät nicht, wenn man es ausgepackt hat: Kreisrund ist es und tiefschwarz, ein Schriftzug auf dem Karton weist darauf hin, dass das Gerät für Google von Asus hergestellt wird.

Die Multimediabox hat mühelos auf einer Handfläche Platz. bild: matthias Kremp

Ebenso minimal wie das Design ist die Ausstattung mit Anschlüssen. Neben der Netzteilbuchse gibt es hier noch einen HDMI-Ausgang für den Anschluss an den Fernseher. Separate Audioausgänge gibt es nicht. Dafür steht noch eine Micro-USB-Buchse bereit.

Deren Nutzen ist allerdings eingeschränkt, externe Speichermedien kann man hier nicht anstöpseln. Stattdessen dient sie Entwicklern dazu, Testversionen ihrer Apps ohne Umweg über den Play Store zu installieren. Ausserdem lässt sich die USB-Buchse für eine kabelgebundene Netzwerkverbindung verwenden. Dazu muss man allerdings zunächst einen Adapter von Micro USB auf USB-A anschliessen, an den man wiederum einen USB-auf-Ethernet-Adapter steckt.

Die Hardware basiert auf einem 1.8 GHz schnellen Intel-Atom-Prozessor, dem ein GB Arbeitsspeicher zur Verfügung steht. Den Speicherplatz gibt Google mit acht GB an, von denen beim Testgerät nur knapp sechs GB frei waren. Das WLAN-Modul beherrscht alle wichtigen Standards bis hin zum Gigabit-WLAN 802.11ac.

Einfach mal was sagen

Die Verkabelung mit Fernseher und Steckdose ist schnell erledigt, nach dem Systemstart führte mein Testgerät zunächst ein System-Update durch. Die Eingabe der Zugangsdaten für das WLAN und das Google-Konto, mit dem die Box verknüpft werden soll, ist mit der Fernbedienung ein wenig lästig, muss aber nur einmal durchgeführt werden.

Die Bedienung des Systems ist erfreulich einfach. Die wenigen Knöpfe der Fernbedienung sind logisch angeordnet und sorgen dafür, so dass man sie auch ohne hinzuschauen bedienen kann.

Die Fernbedienung kann man auch leicht ohne hinzuschauen bedienen. bild: matthias kremp

Manche Funktionen lassen sich auch ganz ohne Tasten auslösen, da der Player Googles Sprachsuche beherrscht. In die Fernbedienung ist ein Mikrofon eingebaut. Damit kann man das Gerät nach bestimmten Filmen fragen, nach Schauspielern oder nach dem Wetter. Leider funktioniert das bislang nur innerhalb des Google-Ökosystems. Theoretisch könnte man so auch Netflix und andere Dienste durchsuchen, praktisch haben die ihre Apps aber noch nicht entsprechend angepasst.

Passend zur Fernbedienung ist die Benutzeroberfläche aufgebaut. Ganz oben werden Empfehlungen für Filme, Apps und Spiele angezeigt, die wiederum von den verschiedenen Apps aufgrund der bisherigen Nutzung zusammengestellt werden. Darunter sind die Symbole der verschiedenen Apps und Spiele angeordnet, die man auf dem Gerät installiert hat.

Lücken bei den Streaming-Angeboten

Viele waren das bei meinem Testgerät naturgemäss nicht. Da ich den Nexus Player vor seiner offiziellen Markteinführung ausprobiert habe, war vor allem die Auswahl an Medien-Apps sehr eingeschränkt. Von den grossen Streaming-Diensten liess sich nur Netflix installieren und funktionierte wie gewohnt. Dasselbe gilt für das Video-Portal YouTube.

Online-Clips: Natürlich gibt es eine App für Googles-Videoportal YouTube. bild: matthias kremp

Nach dem Marktstart sollen weitere Angebote folgen, darunter die Mediatheken von ARD und ZDF, SpiegelTV und weitere. Apps von Maxdome und Watchever wird es vorläufig aber nicht geben.

Diesen Mangel kann man ausgleichen, indem man die sogenannte Cast-Funktion nutzt. Sie funktioniert genau wie bei Googles Chromecast, ermöglicht es also, Online-Inhalte vom Smartphone oder Tablet aus auf dem TV abzuspielen. Im Test funktionierte das zumindest mit YouTube prima, sollte aber auch mit Watchever und Maxdome klappen.

Gutes Gameplay

Als einen wichtigen Pluspunkt für den Nexus Player vermerkt Google, dass er sich auch als Spielkonsole eignet. Besonders viele Spiele, die an Android TV angepasst sind, habe ich im Play Store allerdings nicht auftreiben können, es gab aber gute Titel wie «Asphalt 8» und «Riptide GP2».

Ein bisschen Spielkonsole: Auf dem Nexus Player laufen viele Android-Spiele. bild: matthias kremp

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Das Gameplay der getesteten Titel ist sehr flüssig und ruckelfrei, die grafische Qualität ist sehr gut, wenn auch nicht auf dem Niveau echter Spielkonsolen. Wer die Spielfunktionen öfter nutzen will, sollte die Anschaffung des Gamepads erwägen, das Google als Zubehör anbietet. Es liegt gut in der Hand und macht einen robusten Eindruck. Theoretisch sollten aber auch andere Bluetooth-Gamepads funktionieren.

Fazit

In vielerlei Hinsicht erinnert der Nexus Player an Amazons Fire TV. Leistung, Ausstattung und Funktionen und Preise beider Geräte sind nahezu gleich. Unterschiede gibt es vor allem bei der Auswahl der Medienangebote, der Apps und Spiele. Hier hat die Amazon-Box mehr zu bieten als Googles Gerät. Zumindest teilweise dürfte dieser Mangel darauf zurückzuführen sein, dass viele Angebote erst mit Verkaufsbeginn des Nexus Players bereitstehen werden. Die Hardware jedenfalls kann weit mehr, als ihr die Software derzeit abverlangt.

Vorteile und Nachteile

Sehr einfache Bedienung
Sehr gute WLAN-Anbindung
Gutes Gameplay
Cast-fähig​

Bislang wenige Apps
Suchfunktion nur innerhalb von Google​

So sehen die neuen Nexus-Geräte aus

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 16.04.2015 12:45
    Highlight danke für den test, kannst du mal checken ob die synology apps: ds video und ds audio auf dem nexus player laufen?
    danke
    0 0 Melden

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