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Klappmesser vs. Apple-Verpackung. bild: watson

Vom iPhone-Sklaven zum Uhren-Hipster? Das bringt die Apple Watch

Das ist mein bislang persönlichster Beitrag über das bislang persönlichste Apple-Gadget.

26.06.15, 07:32 26.06.15, 16:39


So sah mein erstes Apple-Gerät aus:

Zugegeben, der Macintosh SE gehörte meinem Vater. Ein eigener Mac hätte mich ruiniert – ich wäre wohl immer noch am Abzahlen.

Später kam der iMac, der iPod und noch viel später das iPhone.

Heute würde ich zwar nicht so weit gehen und sagen, dass ich mein Apple-Handy liebe. Aber uns, ähm, *räusper*, verbindet viel.

Das iPhone ist mein treuer Begleiter, mein direkter Draht zur Aussenwelt, ob beruflich oder privat. Und es ist mein liebstes Spielzeug, wenn ich irgendwo feststecke, ausnahmsweise mal etwas nicht weiss oder mir einfach nur die Zeit vertreiben möchte. 

Ja, ich würde von einer sehr engen Bindung sprechen. Das wird meine Familie bestätigen ;-)

«Das Verhältnis zu meinem iPhone hat sich geändert. Wir haben uns ein bisschen auseinander gelebt.»

Und doch ist etwas passiert, was ich kaum für möglich gehalten hätte. Schuld ist das viereckige Ding, das ich seit Wochen jeden Morgen ans Handgelenk schnalle. Es mag komisch klingen, und hoffentlich lesen keine Psychiater mit: Seit ich das Ding herumtrage, hat sich das Verhältnis zu meinem iPhone geändert. Wir haben uns auseinander gelebt. Und daran ist sie hier Schuld:

Ich mag die Alu-Sport-Watch lieber als das Edelstahl-Teil. bild: watson

Spinnt der Schurter jetzt komplett?!

An dieser Stelle gilt es fürs Protokoll festzuhalten: Niemand braucht die Apple Watch, man kann hervorragend ohne sie leben. Doch ich bin überzeugt: Smartwatches wie die Apple Watch machen uns zu besseren Menschen angenehmeren Zeitgenossen. Sie nehmen dem allmächtigen Smartphone seine – fast schon beängstigende – Dominanz. 

Lästige Gewohnheiten entfallen oder treten zumindest etwas in den Hintergrund. Insbesondere das stetige Hervorholen des Mobilgeräts, um zu «checken», dass man auch ja nichts verpasst hat.

Dazu ein Tipp: Der Benachrichtigungs-Filter für die Apple Watch lässt sich fein justieren. So empfiehlt es sich, auf dem iPhone festzulegen, dass nicht jede neue Mail auf die Uhr gepusht wird.

«Hippes Spielzeug, nichts für Grobmotoriker»

YouTube/simyo Deutschland

Der kleine rote Punkt ...

Es mag paradox klingen: Durch die neue Technik befreien wir uns zumindest ein bisschen aus der Sklaverei der bisherigen. 

Die Wirkung verstärkt sich, wenn das iPhone nicht in direkter Reichweite (der Hände) liegt. Sei dies beim Velofahren, wenn es im Rucksack steckt, bei Sitzungen im Büro, wenn es auf dem Pult vergessen wurde, oder zuhause, wo es irgendwo herumliegen kann. 

Dank Apple-Uhr verpasse ich trotzdem keinen wichtigen Anruf und keine Nachricht von meinen Liebsten. Und gleichzeitig bin ich nicht mehr bei jeder Gelegenheit versucht, ständig auf dem iPhone nach Neuigkeiten zu stöbern und mich bei Facebook und Co. zu verzetteln. 

Zach Epstein, der für den bekannten US-Techblog BGR schreibt, titelte meiner Meinung nach völlig zurecht: «Der kleine rote Punkt, der mich vor meinem iPhone rettete». Damit bezog er sich auf den dezenten, nicht zu übersehenden Hinweis auf dem digitalen Zifferblatt, der auf ungelesene Benachrichtigungen hinweist.

Handy vor dem Kopf

Nebenbei bemerkt, als Vater eines Mädchens im Primarschulalter: Der pädagogisch wertvolle Nachahmer-Effekt ist sehr zu begrüssen: Das Kind sieht die Eltern nicht mehr so häufig am Handy, sondern interessiert sich plötzlich für (mechanische und digitale) Chronometer und will möglichst schnell die Uhrzeit lernen. 

Flik-Flak-Kinderuhr vs. Apple Watch Sport. bild: watson

Es liesse sich noch viel schreiben über die Watch, aber am besten probiert man sie selber aus. Und eines steht für mich fest: Man lernt erst nach einer gewissen Eingewöhnungsphase, dass die Uhr nicht das iPhone ersetzt, sondern sinnvoll ergänzt. 

Der grosse Unterschied: Während wir stundenlang mit dem Handy verweilen, ist die Uhr auf schnelle Interaktionen ausgelegt. Das bringt wertvolle Zeit zurück! UND DIE IST NICHT FÜRS HANDY!

Das Fazit

An meiner positiven Einschätzung, die auf ersten kurzen Tests basierte, hat sich nichts geändert: Das Potenzial der Apple-Uhr ist enorm. Jony Ive und sein Team haben es wieder geschafft, mit einem Mix aus High-Tech, edlem Design und Benutzerfreundlichkeit zu überzeugen.

Und sogar der für Kalifornier typische Gesundheitswahn Lebensstil holt mich langsam ein. Ich war immer zu faul für ein Fitnessband. Und nun ertappe ich mich dabei, wie ich Tag für Tag die zurückgelegten Schritte und Velominuten zähle und manchmal einen kleinen Umweg mache, um den verflixten grünen Ring bis am Abend vollzukriegen.

Was äusserst sinnvoll ist, vor allem für Büroarbeiter und deren strapazierte Rücken: Stündlich «tippt» die Uhr sanft aufs Handgelenk und fordert auf, die zusammengedrückten Wirbel zu strecken.

«Sitzen ist der neue Krebs», hatte Apple-Chef Tim Cook Anfang Jahr gesagt und mit dem Vergleich empörte Reaktionen ausgelöst. Ich kann das Statement nach einem brutalen Bandscheibenvorfall nachvollziehen. Und gestern kam meine Frau, die ebenfalls eine Apple-Uhr trägt, von einer Behandlung bei der Physiotherapeutin zurück und brachte den folgenden Spruch mit: «Sitzen ist das neue Rauchen». Oha.

Wo bleibt die Killer-App?

Die Apple Watch ist kein Heilsbringer, keine Technologie, die alles Dagewesene in den Schatten stellt. Und doch hat sie das Zeug, unser an das Smartphone angepasste Leben grundlegend zu ändern.

Auch wenn es erst relativ wenige Anwendungen gibt, die den digitalen Alltag spürbar erleichtern. Wie etwa die App, die automatisch mein Macbook entsperrt, wenn ich mich dem Gerät nähere. Oder die winzige, aber geniale Funktion, das verlegte iPhone aufzuspüren.

Wer unter den Tausenden für die Apple Watch verfügbaren Anwendungen keine Killer-App entdeckt, soll sich gedulden. So richtig spannend wird es, wenn Apple im Herbst mit dem neuen Betriebssystem watchOS 2 die Software-Fesseln für Dritt-Apps lockert. Dann kommen die wirklich coolen Sachen heraus. Denn bis anhin fallen die meisten Apps vor allem negativ auf, weil sie langsam laden.

Hier schon mal eine Vorschau auf die neue Uhren-Software, die mit iOS 9 herauskommt:

YouTube/Bessie Cobb

Was ich an der Watch sonst noch mag / nicht mag:

+ Siri versteht mich
+ Perfekte Verarbeitung
+ Telefonieren wie Knight Rider

- Unausgereifte Dritt-Apps
- Kein GPS
- Preis

Fazit: Wer sich mit dem iPhone wohl fühlt und einen neuen, persönlicheren Umgang mit Computer-Technik kennenlernen will, kann sich die Watch zulegen. Ja, es ist die erste Generation und es läuft noch längst nicht alles rund. Und ja, der Preis ist hoch für ein iPhone-Zubehör. Aber wer Apple kennt, weiss, dass man nicht enttäuscht wird.

PS. Vorsichtige können getrost warten, bis die zweite Generation kommt – vielleicht schon im nächsten Frühjahr, vielleicht in anderthalb Jahren. Es soll sich dann aber niemand beklagen, nicht hautnah dabei gewesen zu sein, als Apple ansetzte, die nächste Revolution zu starten.

Gute Apps für die Apple Watch

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Kemni 26.06.2015 20:49
    Highlight Mit der Handystrahlung bin ich mir da einfach nicht so sicher... Bin gespannt was Lanzeitstudien so bringen! Ich glaube dass es uns nicht schadet.

    Die Watch finde ich gut und schön, jedoch ist es nicht so, dass ich unbedingt eine bräuchte...

    1 1 Melden
  • ast1 26.06.2015 16:41
    Highlight Kann dem Artikel nur zustimmen!
    0 0 Melden
  • Triumvir 26.06.2015 14:34
    Highlight Ich werde mir erst eine Apfeluhr zulegen, wenn die Akkuzeit vernünftige Ausmasse angenommen hat. Das wird wohl erst bei Version 3 oder noch später sein. Ich kaufe eh grundsätzlich nie ein Gadget Version 1.0. Denn die Kinderkrankheiten sind normalerweise einfach zu extrem. So etwas überlasse ich lieber den Gadget-Freaks und sonstigen Nerds :-P
    4 3 Melden
    • Teslaner 26.06.2015 15:05
      Highlight Die Akkulaufzeit ist jedenfalls besser als die meines iPhone 6 Plus. Und die ist ja auch nicht gerade schlecht.
      Alles scheint super zu funktionieren. Man merkt nicht, dass es ein 1. Generation-Gerät ist.
      4 5 Melden

WhatsApp-Nachrichten kann man neu beim Empfänger löschen

Darauf haben wir alle gewartet.

Es muss ja nicht gerade ein Nackt-Selfie sein, das versehentlich geschickt wurde. Aber vermutlich gibt's doch die eine oder andere WhatsApp-Nachricht, die man/frau nach dem Versenden am liebsten zurückholen, bzw. löschen, würde.

Nun ja, rückgängig machen geht zwar nicht. Aber löschen lassen sich WhatsApp-Nachrichten neu auch beim Empfänger.

So gehts:

Auf der WhatsApp-Website (FAQ) wirds genau erklärt.

Pech gehabt hat man natürlich, wenn der/die Empfängerin bereits gelesen, einen Screenshot gemacht …

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