Digital

Wie ein Fiat 500? Bryan Thompson erhielt unerwartet Post vom Apple-Chef. screenshot: theguardian.com

Das ist der Auto-Prototyp, der Steve Jobs zu einem geheimen Treffen veranlasste

Der «Guardian» erzählt die spannende Geschichte eines jungen Amerikaners, der ein ultraleichtes und preiswertes Fahrzeug bauen wollte. Dann meldete sich der Apple-Chef. 

11.06.16, 20:40 12.06.16, 09:11

Es ist ein offenes Geheimnis, dass Apple hinter verschlossenen Türen an einem Auto arbeitet. Wie weit das Geheimprojekt «Titan» bereits fortgeschritten ist, wissen wir nicht. Tesla-Chef Elon Musk hat sich bereits medienwirksam aus dem Fenster gelehnt und behauptet, Apple sei zu spät dran.

Fakt ist: Die Autoindustrie in Europa und Übersee blickt nervös Richtung Silicon Valley, wo Google, Uber und Co. nicht weniger als den Strassenverkehr revolutionieren wollen.

Der britische «Guardian» hat am Donnerstag (US-Ortszeit) eine spannende Hintergrund-Story zum Apple Car veröffentlicht. Oder genauer: Die Geschichte, wie der langjährige Apple-Chef Steve Jobs ein Geheimtreffen mit einem Ingenieur vereinbarte.

Leicht und günstig

Im Frühling 2010 weckte ein Auto-Prototyp das Interesse des bereits schwer an Krebs erkrankten Apple-Gründers († Oktober 2011). Das «V-Vehicle» wurde vom Industrie-Designer Bryan Thompson entworfen. Es sollte sich durch eine besonders leichte Kunststoff-Bauweise, raffinierte Design-Elemente im Innenraum und tiefe Produktionskosten auszeichnen.

«Working with designers Tom Matano and Anke Bodack, Bryan Thompson had developed a car body made of polypropylene and glass fibre that was 40% lighter than a conventional steel vehicle and would cost 70% less to produce. The creamy white hatchback had unpainted, upgradable body panels and a ‹space frame› body, a design technique usually reserved for high-end cars like the Ferrari 360 or Audi’s line of cars.»

quelle: quardian

Es kam tatsächlich zu einem geheimen Treffen, beim Privathaus des Apple-Chefs, wie Thompson dem «Guardian» erzählt hat. Steve Jobs habe sich eine Viertelstunde in den Prototypen gesetzt, sich alles genau angeschaut und ihm ein ausführliches Feedback gegeben.

Ein Rat sei gewesen, er solle nicht versuchen, die Kunstoffbauweise zu verstecken – im Gegenteil. «Lass das Material ehrlich sein», soll ihm Jobs geraten haben. Und bezüglich der äusseren Form brauche es mehr Spannung, so wie ein Raubtier, das gerade zum Sprung ansetze.

Von BMW umgesetzt

Nun ja, aus dem V-Vehicle-Prototypen wurde kein serienmässiges Fahrzeug. Das Design und andere juristisch geschützte Ideen gingen an eine Investment-Firma über, die später von einem ehemaligen NeXT-Chef geführt wurde. NeXT, das war die Computerfirma von Steve Jobs.

Sechs Jahre nach dem Geheimtreffen seien viele Ideen, die das V-Vehicle-Projekt auszeichneten, von anderen progressiven Autobauern umgesetzt worden, so der «Guardian». Als prominentes Beispiel wird das Elektroauto i3 von BMW genannt.

Bleibt die Frage, wie viel vom V-Vehicle in Apples Projekt Titan eingeflossen ist. Ob der iPhone-Hersteller an einem selbstfahrenden Auto arbeitet, ist nicht bekannt. Dass es ein Elektroauto ist, erscheint hingegen als logisch. Das Unternehmen versucht seit Jahren, mit umweltschonenden Aktionen in der Öffentlichkeit zu punkten. Und bekanntlich liefert man sich mit Tesla Motors einen Wettstreit um die besten Ingenieure.

Wer sich für die ausführliche Geschichte interessiert, kann sie im Original hier beim «Guardian» nachlesen.

Mehr zu Apples Geheimprojekt «Titan»

Vom iPhone zum iCar. Darum nimmt Apple die Autoindustrie ins Visier und knüpft sich Erzfeind Google vor

Das Apple-Auto soll 2019 kommen – und es wird (zunächst) kein Roboterfahrzeug

Projekt «Titan»: Apple arbeitet offenbar an einem Elektroauto

Der iCar am Autosalon? Die Gerüchte ums Apple-Auto scheuchen die Firmenbosse auf

Kommt das selbstfahrende Apple-Auto demnächst aus dem Geheimlabor? Es deutet einiges darauf hin

Alle Artikel anzeigen

Wie Elon Musk mit Tesla durchstartete

Das könnte dich auch interessieren:

Dem Nachtzuschlag gehts an den Kragen – und Uber ist daran nicht ganz unschuldig

Für 27 Franken nach Berlin? So teuer müsste dein Flug eigentlich sein

Diese Feministin will die SVP aus Debatten (und Taxis) verbannen

Erwachsensein – wie du es dir vorgestellt hast, und wie es wirklich ist

Poisson prallte gegen einen Baum: «Als wir am Unfallort ankamen, war er bereits tot»

Wie lit bist du, du sozialtoter Bruh? Wir suchen die Jugendwörter vergangener Jahre

Erfolg für Facebook-Schreck Max Schrems: Datenschutz-Aktivist kann Facebook verklagen

5 Grafiken, die man im No-Billag-Nahkampf kennen muss

Diese 6 Grafiken zeigen, in welchem Kanton du für die Autoprüfung am meisten zahlst

Nico Hischier ist in seiner ersten NHL-Saison besser unterwegs als Auston Matthews

«Cookies»-Backen in der Schweiz – ein Drama in 5 Akten

10 Vorteile, die nur sehr langsame Leute kennen

Gesichtserkennung beim iPhone X angeblich überlistet

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Diese umfassende Grafik zeigt dir in 30 Sekunden, welches Smartphone wirklich zu dir passt

Du weisst immer noch nicht, ob du das iPhone 8, iPhone X oder ein Android-Handy kaufen sollst? Dann lass dir von uns helfen.

Diese Grafik kannst du hier herunterladen.

Artikel lesen