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SAN FRANCISCO, CA - OCTOBER 22:  A new iPad Mini is displayed during an Apple announcement at the Yerba Buena Center for the Arts on October 22, 2013 in San Francisco, California. The tech giant announced its new iPad Air, a new iPad mini with Retina display, OS X Mavericks and highlighted its Mac Pro.  (Photo by Justin Sullivan/Getty Images)

Nicht jedes Wort darf auf der Rückseite des iPads eingraviert werden. Bild: Getty

Sexismus bei Apple

«Apple fürchtet sich vor dem weiblichen Körper»: Penisse auf dem iPad ja, aber Vaginas – wäh pfui!

Wer sein Apple-Gerät beim Kauf gravieren möchte, hat freie Hand bei der Wahl von männlichen Geschlechtsteilen. Bei den weiblichen Pendants schiebt Apple einen Riegel vor.

Erst kürzlich zeigte Tim Cook seine Solidarität mit Schwulen und Lesben mit einem Auftritt an der San Francisco Gay Pride. Vor dem aktuellen «Sex Storm» konnte es den Apple-CEO aber nicht bewahren.

Beim Kauf von iPads oder iPods hat man die Möglichkeit, eine persönliche Gravur hinzuzufügen. Während man im amerikanischen Store die freie Wahl hat, Wörter wie Penis oder Dick (bedeutet ebenfalls Penis) auf seinem Gadget zu verewigen, blockt Apple bei Vagina oder Clit (kurz für Klitoris) ab. 

Darauf aufmerksam gemacht hat die Bloggerin Justyn Hintze, als sie den folgenden Text der Sängerin und Poetin Alix Olson eingravieren wollte: «I’ll give myself a lube job, shake my broomstick til my clit throbs» (Olson schildert, wie sie sich selbst befriedigt). Hintze begründete die Wahl ihres Textes damit, dass er feministisch sei und sie jedes Mal zum Lachen bringe.

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Bei bestimmten Wörtern schlägt die automatische Überprüfung beim Gravieren Alarm. Bild: Justlust

«Apple ist in Sachen Sexismus und Frauenfeindlichkeit völlig festgefahren»

Bloggerin Justyn Hintze

Apple zeigt sich allerdings bekanntlich eher konservativ gegenüber dem Thema Sex, und der Online-Store wies die Gravur automatisch ab. Nach Rücksprache mit dem Apple-Support erklärte ihr eine Mitarbeiterin, dass sie noch nie von diesem Problem gehört habe. Ein kurzer Test bestätigte jedoch die einseitige Zensur, ändern konnte die Dame daran aber auch nichts. «Apple ist völlig festgefahren in Sachen Sexismus und Frauenfeindlichkeit und fürchtet sich offen gesagt vor dem weiblichen Körper und der Freuden der Frau», schreibt Hintze in ihrem Blog.

Unter dem Hashtag #myclitmychoice machen Unterstützer ihrem Ärger über Apples Gravur-Politik Luft und twittern direkt an Tim Cook.



Umgekehrte Situation auf der Schweizer Apple-Seite 

Ein kurzer Test ergab, dass die Schweizer Apple-Seite zwar konsequenter zensiert, dafür zum Vorteil weiblicher Geschlechtsteile. Während Schwanz, Penis, Vagina oder Klitoris nicht auf einem iPad verewigt werden können, drückt Apple beim Wort Möse ein Auge zu. 

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Die Schweizer Apple-Seite verbietet Penis, nicht aber Möse. Screenshot: watson/Apple

Da es sich demnach auch um ein unabsichtliches technisches Problem handeln könnte, darf damit gerechnet werden, dass der iPhone-Hersteller diesen Gravur-Sexismus bald aus der Welt schafft.

(via The Register)

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    Alle Leser-Kommentare
  • patr1ck 14.07.2014 00:46
    Highlight Highlight Pennis, Vagina? Meine 3 Jährige Nichte sagt auch immer "pisi, gaggi pisi"... sagt wohl alles über diese Ipad User...
  • hpm 12.07.2014 18:06
    Highlight Highlight Mega doofer Artikel
  • steph90 12.07.2014 15:18
    Highlight Highlight Kann man denn die Wörter Samsung, Android usw gravieren? Oder ist wirklich nur bei Geschlechtsteilen zensiert?
    • Romeo 12.07.2014 16:01
      Highlight Highlight Google geht nicht :) hä hä
  • Zeit_Genosse 12.07.2014 14:17
    Highlight Highlight Wer sein iPad mit einer Bezeichnung des Geschlechtsteils gravieren möchte, dem sollte man das iPad sperren. Ich als Produzent von Produkten würde es nicht wollen, dass Produkte wie Geschlechtsteile heissen. Wer das mit einem Filzschreiber oder Kleber machen möchte soll das tun, doch offiziell gravieren würde ich die Begriffe nicht. Wie viele Menschen möchten so ihr Tablet gravieren? Wahrscheinlich ist das ein gehypter Einzelfall.
    • Romeo 12.07.2014 15:05
      Highlight Highlight Nomen nicht Omen in diesem Fall. Sonst lese ich gerne ihre Beträge, aber hier bin ich anderer Meinung.
    • Zeit_Genosse 13.07.2014 09:43
      Highlight Highlight @Romeo
      Freut mich wenn der Rest gefällt;)
      Trotz ironischer Übertreibung bei der Namensgebung eines Minicomputers , würde ich aus Herstellersicht, keine Produkte offiziell so gravieren. Das verbietet mir mein Marketingverständnis und nicht die Prüderie. Aus Nutzersicht nehmen wir alle gerne die liberale Haltung ein und sind gegen Einschränkung und Verbote. Doch vielleicht schiesse ich ja übers Ziel hinaus, wenn ich höre, welche Namen Autos haben (würden nie von Herstellern offiziell graviert), oder dass schon Staubsauger erotische Bezeichnungen haben. Möglicherweise braucht die Menschheit einen Bezug zur kalten Technik, die bei einem Handy oder Tablet (auch Maus am PC) noch wichtiger wird. Berühren wir ja schon diese Teile öfter und länger als unsere geliebten Partner und Kinder. Aber sicher länger als unsere oder andere Geschlechtsteile. Vielleicht brauchen andere diesen intimen Bezug zum Objekt und die Hersteller solcher Produkte vergeben sich die Möglichkeit, dass Menschen mit einem Produkt verschmelzen wollen.
    • Romeo 13.07.2014 12:32
      Highlight Highlight Übers Ziel. Ja. Es geht ja nicht per se ums Machen. Zu wissen, dass es möglich wäre genügt. Ist es nicht auch einen Frage des "fil rouge"?
      Dazu kommt auch, dass die Prüderie von USA zu uns schwappt. Siehe auch Feisbuk :)
      Trotzdem gefällt mir ihre Art zu kommunizieren sehr. Sachlich, ohne Polemik. Weiter so ;)

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