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Bildmanipulation

Diese App enttarnt Foto-Fälschungen 

Bild: Paul Hansen/ Dagens Nyheter 

Die neue App Izitru stellt Bildern im Internet ein Zeugnis aus: «Dieses Foto ist mit hoher Sicherheit authentisch», heisst es, wenn das Programm keine Bildmanipulation entdecken kann. Der Dienst soll Fotografen helfen, die Echtheit ihrer Bilder zu belegen. Das klappt ganz automatisch – und zuverlässig. 

Ein Artikel von

Spiegel Online

Ob ein Bild echt oder frisiert, original oder kopiert ist, ist im Internet oft schwer festzustellen. Nur Experten können nachweisen, ob ein Bild nachträglich manipuliert wurde. Das ist ein Problem für all diejenigen, die authentische Bilder im Internet anbieten wollen: Wie können sie nachweisen, dass ihr Bild echt und nicht gefälscht ist? 

Der neue Online-Dienst Izitru (gesprochen «Is It True?», zu Deutsch: «Stimmt's?») will eine Antwort auf diese Frage gefunden haben. Er analysiert fragwürdige Bilder und gibt ein Urteil ab: «Starkes Vertrauen, Originaldatei von der Kamera» oder «Manipulation wahrscheinlich». Das Ergebnis wird als öffentliche Urkunde samt Bild und Analysedaten ausgestellt. Wer mit einem der automatischen Urteile nicht einverstanden ist, kann eine Neubewertung anregen. Schliesslich lautet das Izitru-Motto «zweifellos echte Fotos». Es richtet sich an Fotografen, nicht an Konsumenten. 

Hinter Izitru stecken zwei erfahrene Digitalbild-Experten, Kevin Connor und Hany Farid, letzterer ist ein ausgewiesener Experte im Nachweisen von Bildmanipulationen. Seine statistischen Methoden kommen auch bei Izitru zum Einsatz, wo Eingriffe mathematisch bewiesen werden können. 

Wenn Izitru ein Bild bemängelt, dann mit Recht 

Tatsächlich gibt es viele Ansätze, um einem Fotopfusch auf die Spur zu kommen. Die meisten Experten verlassen sich zunächst auf ein geübtes Auge, um typische Artefakte von Bildbearbeitungssoftware in verschiedenen Bestandteilen des Bildes aufzuspüren. Erstaunlich eindeutig funktioniert die sogenannte Error Level Analyse (ELA), mit der verschobene Bildelemente identifiziert werden können (hier ausprobieren). 

epa03585275 Paul Hansen of Sweden, a photographer working for the Swedish daily Dagens Nyheter holds his winning picture as he poses for photographs at the Dagens Nyheter office in Stockholm, Sweden, 15 February 2013. Hansen has won the World Press Photo of the Year 2012 with this picture of a group of men carrying the bodies of two dead children through a street in Gaza City taken on 20 November 2012.  EPA/FREDRIK SANDBERG  SWEDEN OUT

Paul Hansen, Fotograf der schwedischen Tageszeitung Dagens Nyheter, mit seinem Siegesfoto der World Press Photo 2012 Bild: Keystone

Izitru wendet nicht alle bekannten Algorithmen auf die zur Prüfung hochgeladenen Bilder an. Es geht um eine schnelle und trotzdem sichere Einschätzung. Und wenn Izitru ein Bild bemängelt, dann mit Recht. Eine komplexere oder gar subtilere Manipulation ist derzeit bestenfalls manuell nachweisbar – und oft nicht einmal mit grosser Sicherheit, wie die Diskussion um die angebliche Bildmanipulation beim World Press Photo Award 2013 zeigte. 

Dort führte das all zu «magische» Siegerbild des norwegischen Fotografen Paul Hansen zu Streit um dessen Authentizität. Erst ein Experten-Gutachten anhand der originalen Raw-Dateien («frisch von der Kamera») konnte Hansen entlasten: «Es ist eindeutig, dass das veröffentlichte Foto im Hinblick auf allgemeine und einzelne Farbgebung und Farbtiefe retuschiert wurde. Darüber hinaus finden wir jedoch keinen Beweis für signifikante Fotomanipulation oder eine Zusammensetzung aus mehreren Bildern.» 

(fko) 



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