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Das Galaxy Note 8 mit seinem S-Pen (Digital-Stift). bild: Andrew Hoyle/CNET

Was jeder Handy-Nutzer über Samsungs 1000-Franken-Smartphone wissen sollte

Das explosive Galaxy Note 7 ging als wohl grösster Flop in Samsungs Firmengeschichte ein. Nun kommt der Nachfolger in die Läden. Ob das Comeback gelungen ist, verraten die ersten Testberichte.

07.09.17, 09:14 07.09.17, 16:38

Samsung ist mit seinem grössten und teuersten Smartphone zurück. Die offizielle Preisempfehlung beträgt stolze 1049 Franken. Doch kann ein Handy wirklich so viel wert sein?

Einige Medien konnten das Galaxy Note 8 mit Android bereits vor dem Verkaufsstart am 15. September testen. Wir zeigen, was die Kritiker von Samsungs Riesen-Smartphone halten.

Das schreibt die Presse über das Galaxy Note 8

«For unlocking the phone, the eye scanner barely works and the fingerprint sensor is in a lousy place.»

New York Times

Die Rezension der «New York Times» beginnt brutal: Die Gesichtserkennung und der Iris-Scanner zum Entsperren des Smartphones funktioniere lausig, der Fingerabdrucksensor neben der Kamera auf der Rückseite sei katastrophal platziert und Samsungs digitaler Assistent Bixby bekommt als «inkompetentester digitaler Assistent auf dem Markt» sein Fett weg.

Wer diese Fehler verzeihen könne, verliebe sich allenfalls trotzdem ins neue Note 8, geht es versöhnlicher weiter. Der Hauptgrund für das Note 8: Es habe das beste Display aller Smartphones. Insbesondere Fotos schauen laut NYT auf dem grossen OLED-Display fantastisch aus. Apropos Fotos: «Die Kamera ist schnell und schiesst Fotos in professioneller Qualität», schreibt der Tester der NYT.

Das Fazit der New York Times: «Es ist schlicht das beste Android-Smartphone mit einem grossen Display, das man derzeit kaufen kann.»

Bild: AP/AP

Die «New York Times» macht folgende Vor- und Nachteile aus:

Das beste Display aller Smartphones
Schnelle, sehr gute Kamera
Sehr guter Digital-Stift

Gesichtserkennung zum Entsperren funktioniert schlecht
Fingerabdrucksensor ist neben der Kamera auf der Rückseite schlecht platziert
Samsung digitaler Assistent Bixby ist viel schlechter als andere digitale Assistenten

«Während das S8 das Handy für die Massen ist, ist das Note etwas zugespitzt das Handy für Smartphone-Arbeiter und -Fans.»

Tages-Anzeiger

Mit dem Zitat spielt der Tages-Anzeiger darauf an, dass Samsungs Note 8 mit unzähligen Funktionen, technischen Spielereien und natürlich dem Digital-Stift für Handnotizen ein teures Profi-Smartphone ist, das für den Otto Normalverbraucher eigentlich zu viel kann.

Dual-Kamera, Blitz und Fingerabdrucksensor. Bild: AP/AP

Die spannendste Neuerung im Vergleich zu früheren Samsung-Handys sei die Doppelkamera, die wahlweise weitwinklige Aufnahmen oder einen Zweifach-Zoom erlaubt. Auch die oft kritisierte Samsung-eigene Benutzeroberfläche reagiere nun fix und laufe flüssig.

Als grösster Schwachpunkt wird die Gesichtserkennung zum Entsperren des Handys ausgemacht. Sie sei zwar schnell und bequem, aber auch unsicher und funktioniere nicht immer.

Pro und Kontra Note 8 laut «Tages-Anzeiger»

Gute Dual-Kamera 
Gutes Design
Gutes Display
Hochwertige Verarbeitung
Software läuft flüssig

Fingerabdrucksensor unbequem auf der Rückseite platziert
Gesichtserkennung klappt nicht immer
Iris-Erkennung ist zuverlässig, aber langsam
Bixby ist schlechter als der Google-Assistent

«Ins Auge stechen beim Galaxy Note 8 das brillante Display, die hervorragende Verarbeitung und die Top-Leistung.»

PCTipp

Dem Schweizer Computer-Magazin PCTipp gefällt das «brillante Display», das gegenüber dem Galaxy S8 um 20 Prozent heller sei. Die Leistung des Galaxy Note 8 sei eins zu eins vergleichbar mit der des Galaxy S8. Vom S8 abheben könne sich das Note 8 durch die neue Dual-Kamera, die selbst bei Dämmerlicht überzeugende Fotos schiesse und durch den Digital-Stift, der sehr präzises Schreiben und Zeichnen erlaube.

Das Note 8 bleibe somit ein spezielles Produkt für Anwender mit dem Bedürfnis nach einem digitalen Notizblock. Wer den Digital-Stift nicht brauche, könne auch zum rund 300 Franken günstigeren Galaxy S8 greifen.

So funktioniert der Digital-Stift beim Galaxy Note 8

video: pctipp

Das Fazit des «PCTipps»

Brillantes Display
Hervorragende Verarbeitung
Top-Leistung
Guter Digital-Stift (vielseitig nutzbar)
Gute Dual-Kamera

Sehr gross
Sehr teuer

Das Note 8 hat wie das Galaxy S8 ein abgerundetes, fast rahmenloses Display. bild: the verge

«The Note 8 is a giant phone that comes with giant phone problems.»

The Verge

Das US-Techportal The Verge spricht das Offensichtliche an: Das Note 8 ist so gigantisch, dass man es unmöglich mit einer Hand bedienen kann und es passt auch nicht so leicht in jede Hosentasche. Im Vergleich zu kleineren Smartphones ist es natürlich auch schwerer.

Dem Tester gefällt zwar der S Pen (Digital-Stift), er zweifelt allerdings daran, dass ihn wirklich sehr viele Note-Besitzer nutzen werden. Wer nicht genau wisse, dass er einen Stift brauche, werde mit einem günstigeren Smartphone wohl mindestens so glücklich.

Auch The Verge zeigt sich von der neuen Dual-Kamera angetan. Wie beim iPhone 7 Plus oder Nokia 8 lässt sich bei Fotos der Hintergrund wahlweise unscharf stellen, womit der Schärfentiefe-Effekt einer Spiegelreflex-Kamera simuliert wird. Dies funktioniere etwa gleich gut wie beim iPhone 7 Plus, allerdings lasse sich der Schärfentiefe-Effekt beim Note 8 genauer regulieren.

Das Note 8 im Testvideo von The Verge

Pro und Kontra laut The Verge

Gutes Display
Schnell
Gute Akkulaufzeit
Exzellente Kamera

Gewaltig gross
Front-Kamera viel schlechter als Hauptkamera
Fingerabdruck-Scanner schlecht platziert

«The Galaxy Note 8 retakes the throne as the ultimate Android phone for now.»

cnet

Auch Tech-Journalistin Jessica Dolcourt von CNET hat das Note 8 ausgiebig getestet. Sie lobt die Dual-Kamera, die schöne Porträtaufnahmen mit Hintergrundunschärfe schiesst, wie man es von teuren Kameras kennt. Die Testerin weist aber auch darauf hin, dass der Tiefenschärfe-Effekt nicht immer gleich gut gelinge.

Die neue Dual-Kamera ermöglicht Fotos mit Tiefenschärfe-Effekt. cnet / Jessica Dolcourt

Das Highlight des Note 8 sei zweifellos das 6,3 Zoll grosse, an den Rändern gebogene Display, das fast keinen Rahmen mehr hat. Der digitale Stift für Handnotizen funktioniere gut, aber das rund 1000 Franken teure Gerät lohne sich eigentlich nur für Power-Nutzer, die ein Highend-Smartphone mit Digital-Stift wollen.

Der S Pen lässt sich im Handy verstauen. bild: cnet / jessica dolcourt

CNET attestiert die folgenden Vor- und Nachteile:

Sehr gute Dual-Kamera
Gute Akkulaufzeit
Sehr schnell
Wasserfest
Das vielseitigste Android-Smartphone mit Digital-Stift

Der Fingerprint-Scanner ist sehr schlecht platziert
Der Porträt-Modus der Kamera ist noch nicht perfekt
Sehr teuer

Galaxy Note 8: Technische Daten

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40s

Das passiert, wenn man beim Laufen auf das Handy schaut

Video: srf

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Brikne, 20.7.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • Raffaele Merminod 07.09.2017 11:55
    Highlight "Fingerabdrucksensor unbequem auf der Rückseite platziert" ???
    Ich habe ein Xiaomi Redmi Note 4 mit Fingerabdrucksensor auf der Rückseite und es gibt keinen gescheiteren Ort als dort!
    Mit der gleichen Hand, mit der man das Handy haltet, schaltet man es frei.
    Was bitte ist daran unbequem ???
    12 16 Melden
    • der nubische Prinz 07.09.2017 12:19
      Highlight Schon mal ein S8 in der Hand gehabt? Da ists genau wie beim Note saudämlich auf der Rückseite platziert. Kritisiert wird der Ort auf der Rückseite so nah an der Kamera, nicht die Tatsache, dass er auf der Rückseite ist.
      17 5 Melden
    • Raffaele Merminod 07.09.2017 12:59
      Highlight @der nubische Prinz:
      Ja hatte schon ein S8 in der Hand, stell dir vor. Hatte auch den Note 1 und 3 und den Note 7.
      Das ist eine reine Gewöhnungssache! Nach 2, 3 Tagen hast du es raus. Beim Xiaomi ist es unterhalb der Kamera. Nach kurzer Zeit erreicht dein Zeigefinger immer den Sensor ohne auf die Kamera zu kommen
      Als ich seinerzeit den ersten Galaxy Note hatte, sagten alle (vor allem iPhonler), ich würde eine Telefonkabine mitschleppen. Es sei vieeeel zu gross. Und heute?
      Probiert es doch zuerst eine Weile Mal aus und dann werdet ihr merken, das es eigentlich der einzig richtige Ort dafür ist.
      6 7 Melden
  • The Destiny 07.09.2017 10:08
    Highlight Amoled ist nicht oled...
    5 30 Melden
    • Oliver Wietlisbach 07.09.2017 10:24
      Highlight AMOLED ist ein PR-Begriff von Samsung, übrigens genau so wie Super-AMOLED. Amoled- und Super-Amoled-Displays von Samsung basieren immer auf der OLED-Technologie.
      40 3 Melden
    • Sauäschnörrli 07.09.2017 12:53
      Highlight "Bei kleinen OLED-Bildschirmen kann die Steuerung über eine sogenannte Passivmatrix erfolgen: Ein bestimmtes Pixel wird durch das Anlegen einer Spannung an eine Zeile und Spalte angesteuert, wofür zwei Leitungen notwendig sind. ... Zur Steuerung des Bildschirms muss hier eine Aktivmatrix eingesetzt werden, bei der jedes Pixel einzeln über einen eigenen Transistor adressiert wird, was vier Leitungen nötig macht; Abgeleitet von Aktivmatrix-OLED ... wird die Technik unter den Begriffen AMOLED und SuperAMOLED vertrieben."

      🤔

      https://de.wikipedia.org/wiki/Organische_Leuchtdiode#Stand_der_Technik
      5 0 Melden
    • EvilBetty 08.09.2017 10:25
      Highlight Das O macht das OLED zum OLED, egal wie es angesteuert wird. Es geht darum ob es eine Organische Diode ist. Und das ist sie bei OLED und AMOLED.
      2 0 Melden
    • Sauäschnörrli 08.09.2017 10:41
      Highlight @EvilBetty, da stimme ich ja au zu, aber es nicht einfach ein Marketingbegriff, wenn eine völlig andere Technik zum ansteuern der Diode verwendet wird. Retina wäre ein Marketingbegriff, da es sich eigentlich um IPS-Displays handelt, das selbe Display in einem Android wäre kein Retina mehr.
      1 0 Melden
    • EvilBetty 08.09.2017 10:54
      Highlight Yup, da gebe ich dir auch recht. Meine Antwort bezog sich mehr auf den Kommentar von The Destiny :-)
      0 0 Melden

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