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Google Play store

Beim Herunterladen von Wallpaper-Apps sollte man derzeit aufpassen. Screenshot: Google Play Store

Malware im Google Play Store

Android-Apps lassen Smartphones heimlich Bitcoin schürfen

Sicherheitsexperten warnen vor Schadsoftware im Google-Play-Onlineshop. Die Malware versteckt sich in verschiedenen Wallpaper-Apps, nistet sich heimlich in Smartphones ein und missbraucht die mobilen Geräte als Bitcoin-Rechenmaschinen.

Ein Artikel von

Spiegel Online

Jörg Breithut

Die Schadsoftware verbirgt sich hinter Herzfotos und Waschbrettbauch-Bildern: Betrüger haben Wallpaper-Anwendungen im Google Play Store mit Schadsoftware infiziert, die Smartphones als Bitcoin-Rechenmaschinen missbraucht. Die Apps heissen «Urban Pulse live Wallpaper» und «Mens Club live Wallpaper» und schleusen laut dem Antivirus-Unternehmen Lookout die Malware mit der Bezeichnung BadLepricon auf Mobilgeräte ein.

Den Sicherheitsexperten zufolge handelt es sich um einen ausgeklügelten Schädling: BadLepricon verhindert beispielsweise, dass der Akku des Smartphones sich durch die Rechnerei auffallend schnell leert. Um zu verhindern, dass der Nutzer die Schadsoftware bemerkt, überprüft die App ständig die Batterieleistung. Sobald der Wert unter 50 Prozent fällt, stoppt die App die Bitcoin-Produktion.

Bis dahin nutzt die Malware jedoch jede Menge Rechenleistung und verhindert, dass das Smartphone in den Ruhemodus versetzt wird – auch wenn das Display ausgeschaltet ist. Die App verschleiert zudem über einen Proxy-Server den Weg zur digitalen Geldbörse des Entwicklers und das «Mining»-Netzwerk, das von der Rechenleistung des gekaperten Smartphones profitiert. Die infizierten Apps sind offenbar schon mehrere hundert Mal installiert worden, fünf Varianten hat Google bereits aus dem Play Store entfernt.

Nutzer beteiligen sich am Mining für die Kryptowährung

Die Betrüger wollen offenbar mit einem Heer von Smartphones, die sich an der Bitcoin-Berechnung beteiligen, Geld verdienen. Reich werden sie damit bestimmt nicht. Denn am Mining für die Kryptowährung beteiligen sich mittlerweile sehr viele Nutzer – meist mit Computern, die wesentlich mehr Rechenleistung haben. Ein Experiment des Speicher-Dienstleisters iDrive hat jüngst gezeigt, dass selbst grosse Server-Farmen kaum Gewinne erzielen. Der Konzern hat 600 Quadcore-Server für die Berechnung der Online-Währung eingesetzt und innerhalb eines Jahres gerade einmal 0,4 Bitcoin erwirtschaftet. Das entspricht einem Erlös von etwa 150 Franken.

Doch die Methode ist beliebt: bereits im Januar haben Betrüger über Werbeanzeigen auf der Yahoo-Startseite mehrere Rechner mit Schadsoftware infiziert. Computer, die sich die Malware eingefangen hatten, führten ohne das Wissen der Nutzer im Hintergrund heimlich eine Bitcoin-Mining-Software aus. Etwa 300'000 Nutzer haben sich die Schadsoftware über die Banner auf der Homepage des Suchmaschinenkonzerns eingefangen.



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