Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Britain's Prime Minister David Cameron gestures as he delivers a speech on the economy, in Nottingham, central England January 12, 2015. REUTERS/Darren Staples   (BRITAIN - Tags: POLITICS BUSINESS)

David Cameron will Terroristen die sichere Kommunikation verunmöglichen. Bild: DARREN STAPLES/REUTERS

Kampf gegen den Terror

Tschüss WhatsApp? Britischer Premier will verschlüsselte Chat-Apps verbieten

In Grossbritannien ist Wahlkampf. Da verwundert es nicht, dass der Premierminister David Cameron sich öffentlich für ein Verbot der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ausspricht.

13.01.15, 12:35 13.01.15, 13:42

Nach den blutigen Anschlägen in Frankreich rücken WhatsApp und Co. ins Visier der Politiker. Allen voran schreitet der britische Premierminister David Cameron, der sich öffentlich für ein Verbot von verschlüsselten Chat-Apps ausspricht.

Betroffen wären alle Programme, die eine sogenannte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ermöglichen. Neben WhatsApp (für Android) wären dies beispielsweise auch Threema aus der Schweiz sowie iMessage (Kurznachrichten) und FaceTime (Video-Telefonie) von Apple. Die Anbieter müssten ihre Verschlüsselung abschwächen oder gar aufheben, damit ihre populären Dienste legal bleiben. 

Gerade das bewusste Einbauen von «Hintertüren» wäre aber höchst problematisch. Solche Schwachstellen könnten nicht nur den Geheimdiensten zum Ausspionieren dienen, sondern auch von gewöhnlichen Kriminellen missbraucht werden.

Umfrage

Soll bei WhatsApp und Co. die Verschlüsselung verboten werden, um Terroristen auszuspionieren?

95 Votes zu: Soll bei WhatsApp und Co. die Verschlüsselung verboten werden, um Terroristen auszuspionieren?

  • 13%Ja
  • 82%Nein
  • 3%Weiss nicht

Freiheit «unschuldiger Zivilisten» beschneiden

Laut der Tageszeitung «The Independent» hat Cameron die brisante Aussage im Wahlkampf gemacht. Sollte er mit der konservativen Tory-Partei die Wahlen im Mai gewinnen, dann drohen strengere Überwachungsgesetze. Eine Verschärfung ist laut der Zeitung «Daily Mail» bislang am politischen Partner, der Liberaldemokratischen Partei, gescheitert.

Nun nehmen die Konservativen einen neuen Anlauf. Gemäss Wahlkampfversprechen sollen alle Kommunikationsmittel verboten werden, die nicht von den Geheimdiensten überwacht werden können. Als Premierminister will Cameron sicherstellen, dass den Terroristen kein sicherer Ort zum Kommunizieren überlassen werde. 

Kritisch äusserte sich hingegen der Justizminister, der zum Koalitionspartner gehört. Er werde nichts unterstützen, dass die Freiheit «unschuldiger Zivilisten» beschneide, sagte Simon Hughes der BBC.

Abgesehen vom Wahlkampfgetöse ist Camerons Ankündigung aus Sicht der Smartphone-Nutzer aber auch erfreulich. Das würde bedeuten, dass der US-Geheimdienst NSA und seine transatlantischen Verbündeten trotz gewaltiger technischer Anstrengungen nicht in der Lage sind, die verschlüsselte Handy-Kommunikation auszuwerten.

.



Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

Abonniere unseren Daily Newsletter

6
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Matthias Studer 13.01.2015 23:41
    Highlight Seit wann ist WhatsApp verschlüsselt?
    1 1 Melden
    • @schurt3r 14.01.2015 08:31
      Highlight Seit knapp zwei Monaten für Android, iOS (iPhone) soll folgen.
      Über die Textsecure-Verschlüsselung wurde letzten November informiert: https://whispersystems.org/blog/whatsapp/
      2 0 Melden
    • Matthias Studer 14.01.2015 09:42
      Highlight Danke, habe WhatsApp vor langer Zeit deinstalliert. Die Meldung ging irgendwie an mir vorbei. Wenn ich aber die Bewertungen im Play Store anschaue, lohnt sich die Installation immer noch nicht.
      0 1 Melden
  • Sherlock H. 13.01.2015 14:55
    Highlight Und weiter im Text, jetzt erst recht! #JeSuisGläsern
    16 0 Melden
  • Sigmund Freud 13.01.2015 13:59
    Highlight Der Typ spinnt.
    19 0 Melden
  • Mooogadelic 13.01.2015 13:13
    Highlight ...und ich würde gerne dumme Politiker verbieten.
    23 0 Melden

Er schrieb es kurz vor seinem Tod: «Charlie Hebdo»-Chefredaktor rechnet in Buch mit Medien und Radikalreligiösen ab

Der ermordete Chef des Satiremagazins «Charlie Hebdo» schrieb kurz vor seinem Tod ein Buch. Eine Zeitung veröffentlicht es posthum. Darin rechnet er mit den Medien ab – und unterstreicht seine Kritik am religiösen Extremismus.

Auch posthum macht er noch mit scharfen Worten auf sich aufmerksam. Der Karikaturist und Chef der französischen Satirezeitung «Charlie Hebdo», Stéphane «Charb» Charbonnier, hat in einem kurz vor seiner Ermordung beendeten Buch den Vorwurf der Islamfeindlichkeit zurückgewiesen.

Drei Monate nach dem Anschlag islamistischer Terroristen auf «Charlie Hebdo» veröffentlichte das französische Nachrichtenmagazin «L'Obs» (ehemals «Le Nouvel Observateur») Auszüge aus dem Buch – …

Artikel lesen