Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
A woman surfs the Internet among others at an Internet cafe in Beijing, China, Thursday, Oct. 29, 2009. The nonprofit body that oversees Internet addresses approved Friday the use of Hebrew, Hindi, Korean, Chinese and other scripts not based on the Latin alphabet in a decision that could make the Web dramatically more inclusive. (AP Photo/Alexander F. Yuan)

Internetcafé in Peking: Wikipedia in fünf Sprachen von der Suche ausgenommen  Bild: AP

US-Dienst Bing: Microsoft zensiert in China strenger als landeseigene Suchmaschine

Microsofts Suchmaschine Bing steht in der Kritik: Laut einer Studie filtert der US-Dienst seine Ergebnisse in China noch strenger als etwa der landeseigene Anbieter Baidu. 

Ein Artikel von

Spiegel Online

Judith Horchert, spiegel

Die chinesische Bing-Version zeige für bestimmte Begriffe gar keine Ergebnisse an, moniert die Studie. Demnach existieren schwarze Listen für Begriffe und Adressen, ganze Websites kommen nicht vor – darunter bis vor kurzem auch die deutsche Wikipedia

Greatfire.org, eine Webseite, die sich mit Zensur in China befasst, kritisiert dieses strenge Filtern der Suchergebnisse. Für eine unabhängige Studie, die unter dem Pseudonym Xia Chu erschienen ist, waren die Suchergebnisse zu insgesamt 30'000 Begriffen untersucht worden – darunter sensible, aber auch unbedenkliche Wörter. 

1593 URLs gesperrt

Das Ergebnis der Stichprobe: Beim chinesischen Bing scheint es eine Liste «verbotener Begriffe» zu geben, 139 davon habe man ausgemacht. Wird nach diesen Begriffen gesucht, würden überhaupt keine Ergebnisse angezeigt. Außerdem habe Bing eine «schwarze Liste» von Websites, die chinesischen Nutzern in den Suchergebnissen nicht angezeigt würden. 329 Angebote seien davon betroffen. 

Eine umfassende schwarze Liste gebe es auch für URLs. Man habe 1593 solcher Adressen ausgemacht, die chinesischen Nutzern nicht angezeigt werden, heißt es in der Studie, und das sei nur «die Spitze des Eisbergs.» 

Fünf Wikipedia-Seiten nicht unter den Suchergebnissen 

Insgesamt soll Bing recht großflächig filtern: So sei etwa die gesamte Wikipedia in fünf Sprachen nicht in den Suchergebnissen vertreten gewesen: auf Japanisch, Französisch, Niederländisch, Schwedisch und Deutsch. Auch für bestimmte chinesische Webseiten wie blog.sina.com.cn, ifeng.com und douban.com habe Bing spezielle Filterregeln. Das soll es sonst nicht mal bei chinesischen Suchmaschinen wie Baidu geben. 

Insgesamt soll Bing recht großflächig filtern: So sei etwa die gesamte Wikipedia in fünf Sprachen nicht in den Suchergebnissen vertreten gewesen: auf Japanisch, Französisch, Niederländisch, Schwedisch und Deutsch. Auch für bestimmte chinesische Webseiten wie blog.sina.com.cn, ifeng.com und douban.com habe Bing spezielle Filterregeln. Das soll es sonst nicht mal bei chinesischen Suchmaschinen wie Baidu geben. 

Microsoft will so wenig wie möglich filtern

Greatfire.org wirft Bing nun vor, seinem eigenen Anspruch nicht gerecht zu werden, der darin besteht, Informationen zugänglich zu machen und nur so wenig wie möglich zu filtern. 

Gegenüber «The Register» hat Microsoft schon Stellung zu den Anschuldigungen genommen: Man sei bemüht, so wenig wie möglich zu filtern, sofern die Inhalte in Einklang mit den chinesischen Gesetzen stehen. Das Unternehmen schätze die Arbeit von Greatfire.org, Xia und anderen: «Ein solches Feedback hilft uns, unsere eigenen Arbeitsabläufe zu überprüfen.» Weiter verspricht Microsoft, die Vorwürfe schnell und umfassend zu prüfen. 

Tatsächlich scheint das Unternehmen bereits erste Konsequenzen gezogen zu haben: Die fünf Wikipedia-Seiten jedenfalls sollen laut Greatfire.org mittlerweile nicht mehr gesperrt sein. 



Abonniere unseren Newsletter

Themen
0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Apple ist zu gierig geworden – und erhält die Quittung

Der iPhone-Hersteller warnt vor unerwartet «schlechten» Verkaufszahlen und nennt dafür mehrere Gründe. Aber ist das die ganze Wahrheit?

Das Weihnachtsgeschäft 2018 ist für Apple deutlich schlechter gelaufen als vom Unternehmen erwartet. Der iPhone-Konzern hat darum seine Umsatzprognose gesenkt. Und das für die wichtigsten drei Monate im Geschäftsjahr.

In der gesetzlich vorgeschriebenen, von Apple-Chef Tim Cook unterzeichneten Gewinnwarnung ist von unerwartet schlechten iPhone-Verkäufen in Asien die Rede.

Begründet werden die Milliardenausfälle unter anderem mit makroökonomischen Entwicklungen – sprich dem starken US-Dollar …

Artikel lesen
Link zum Artikel