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epa04135059 A view of the Supercomputer 'Piz Daint' in the Swiss National Supercomputing Centre in Lugano, 21 March 2014. The Swiss National Supercomputing Center (CSCS) announced 21 March that the upgraded Cray XC30 supercomputer 'Piz Daint', in operation at CSCS since April 2013, has exceeded petaflops sustained performance in scientific production runs. At the same time 'Piz Daint' demonstrates significant improvements in the energy efficiency. This important milestone will enable researchers to study more detailed models with higher accuracy.  EPA/KARL MATHIS

Norwegen will einen Supercomputer. Im Bild das Schweizer Modell Piz Daint in Lugano. Bild: EPA/KEYSTONE

Supercomputer Steelwinter

Norwegischer Geheimdienst arbeitet beim Code-Knacken mit NSA zusammen

Wie aus neuen Snowden-Dokumenten hervorgeht, hat der Norwegischer Geheimdienst NIS ein Hightech-Gerät namens Steelwinter gekauft. Mit der NSA sucht der Dienst Möglichkeiten, elektronische Verschlüsselung zu knacken.

29.04.14, 09:16 29.04.14, 15:03

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Der norwegische Geheimdienst Norwegian Intelligence Service (NIS) will seine gesammelten Daten schneller und in grösseren Mengen verarbeiten. Dafür soll er einen Supercomputer mit dem Codenamen Steelwinter erworben haben, berichtet die norwegische Zeitung «Dagbladet» mit Bezug auf Geheimdokumente aus dem Fundus des Whistleblowers Edward Snowden.

Die zuvor unveröffentlichten Unterlagen aus dem März 2013 dokumentieren augenscheinlich Absprachen mit dem US-Geheimdienst NSA. Sie sollen dabei den Kauf des Supercomputers belegen, aber keine Informationen dazu enthalten, wann er geliefert wird. Der Kauf sei ein Teil eines grösseren Investitionsprogramms mit rund hundert Millionen Dollar Budget.

Ergänzend zum Rechnerkauf soll der NIS eine Zusammenarbeit mit der NSA vereinbart haben, mit dem Ziel, gemeinsam Methoden zum Knacken von Verschlüsselungstechniken zu entwickeln. Viele der interessantesten Daten, die der NIS sammelt, seien verschlüsselt, schreibt das «Dagbladet». Für die aufwendigen Entschlüsselungsprozesse würde man grosse Mengen an Rechenkraft benötigen. Daten sammelt der NIS unter anderem in Vardø, einem Horchposten nahe der russischen Grenze.

Supercomputer im Stil von «Windsor Blue»

Mit der Investition in neue Technik soll der NIS auch das Ziel verfolgen, mehr grosse Datenmengen im eigenen Land verarbeiten zu können. Bislang werden umfangreiche Datensätze oft an die NSA geschickt, damit sie in den USA analysiert werden. Bei dem nun erworbenen Rechner soll es sich um ein Modell handeln, das denen aus dem Programm «Windsor Blue» des amerikanischen Herstellers IBM nahekommt. Genaue Angaben dazu, wie leistungsfähig der Rechner ist, liefert der «Dagbladet»-Artikel nicht.

Der Chef des NIS wollte das Thema Supercomputer nicht kommentieren. Kjell Grandhagen sagte dem «Dagbladet» lediglich: «Der NIS hat mit grossen Menge an Daten zu tun und benötigt eine relativ grosse Rechenkraft.» Grandhagen betonte dem Bericht zufolge aber, dass der Geheimdienst unter keinen Umständen Norweger in Norwegen überwache.

Bereits im Januar war durch Dokumente aus dem Fundus von Edward Snowden bekannt geworden, dass die NSA Grundlagenforschung an Quantencomputern finanziert. Die NSA verfolgt dabei das Ziel, Computer zu entwickeln, die auch starke Verschlüsselung knacken können, die derzeit noch als sicher gilt. (mbö) 



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