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Screenshot eines Linux-Systems: Kriminelle könnten Schadsoftware einschleusen.  Bild: Chealer

«Shellshock»-Bug

Schwere Sicherheitslücke bedroht Macs und Linux-PCs: So testen Sie, ob Ihr Gerät betroffen ist

Ein Leck in einem Uraltprogramm, das auf vielen Unix- und Linux-Rechnern läuft, bedroht deren Sicherheit. Experten sprechen von Ausmassen wie beim «Heartbleed»-Bug. Auch Apple-Rechner sind betroffen. Es gibt einen einfachen Selbsttest. 

Ein Artikel von

Spiegel Online

Computer, auf denen Unix- oder Linux-basierte Betriebssysteme laufen, sind von einer schweren Sicherheitslücke bedroht. Unter anderem warnt das amerikanische National Cyber Awareness System vor dem Fehler mit der offiziellen Bezeichnung CVE-2014-6271, der Millionen Rechner betreffen dürfte. Darunter auch Rechner mit dem Apple-Betriebssystem OS X, das Elemente der Unix-Variante BSD enthält, darunter auch die sogenannte Bash. 

Der französische Entwickler Stéphane Chazelas hat die Sicherheitslücke in der Bourne Again Shell (Bash) entdeckt, die zu den grundlegenden Programmen in Unix- und Linux-Systemen gehört. 

Schlimmer als «Heartbleed»? 

Nach Angaben der auf Sicherheitstechnik spezialisierten Seite «Openwall» ist es möglich, über die Lücke Schadsoftware in betroffene Rechner einzuschleusen. Die Schwachstelle, die auch als «Shellshock» bezeichnet wird, wird im Netz bereits mit dem «Heartbleed»-Bug verglichen, der vor einigen Monaten für Aufsehen sorgte, weil er scheinbar sichere Internetverbindungen für Angriffe anfällig macht. 

Der Sicherheitsexperte Robert Graham schreibt über «Shellshock» in einem Blogbeitrag, es sei genauso gefährlich wie «Heartbleed», die Ausmasse hält er sogar für noch grösser. Denn die Bash wird seit mehr als 20 Jahren eingesetzt, und alle bisherigen Versionen sind anfällig. So könnten Angreifer beispielsweise Überwachungskameras kapern, die mit der Bash kommunizieren. Sobald solche Kameras über das Netz gesteuert werden, sind sie laut Graham ein leichtes Ziel. Denn im Gegensatz zu vielen Webservern würden solche Geräte meist gar nicht mit Updates versorgt. 

Viele Systeme könnten ohne Update auskommen 

Ob ein Rechner betroffen ist, lässt sich mit einem Kommandozeilenprogramm testen. Die folgende Zeile führt eine Funktion aus, die einen bestimmten Text nur dann auf dem Bildschirm anzeigt, wenn der «Shellshock»-Fehler vorliegt: 

$ env x='() { :;}; echo vulnerable' bash -c "echo this is a test" 

Wenn nach Eingabe dieser Zeile «vulnerable» auf dem Bildschirm angezeigt wird, dann ist der Rechner von der Sicherheitslücke betroffen. Wird die Warnmeldung «bash: error importing function definition for x» ausgegeben, dann ist die Lücke bereits gestopft. 

Mittlerweile haben einige Linux-Anbieter wie Red Hat, Fedora und Ubuntu reagiert und Updates für die angreifbaren Bash-Versionen zur Verfügung gestellt. Apple aber hat bisher noch kein Update für seine Bash-Version herausgegeben. 

Die Bash ist ein Überbleibsel aus der guten alten Zeit 

Die Bash ist ein sogenanntes Kommandozeilenprogramm, das noch aus der Zeit stammt, als man Computer über Textbefehle steuerte und nicht per Maus. Bis heute ist sie bei Linux-Anwendern beliebt, weil sich mit ihr viele Alltagsaufgaben leichter und schneller abwickeln lassen als mit der Maus. Vor allem aber ist die Bash scriptfähig, das heisst, man kann sie mit Programmen füttern, die dann bestimmte Abläufe automatisiert abarbeiten. 

Genau da liegt laut dem Experten Graham das Problem. «Wir wissen, dass es gefährlich ist, mit der Shell zu interagieren, aber wir schreiben Code, der es dennoch macht», so Graham. Viele Programme würden mit der Bash kommunizieren. «Daher werden wir niemals alle Programme auf dem Markt auflisten können, die anfällig für den Bash-Bug sind.» 

Graham geht davon aus, dass viele Rechner auf einem alten Stand bleiben werden. Das sehe man an den Folgen des «Heartbleed»-Bugs. Auch Monate nach dem Vorfall seien immer noch Hunderttausende Server über die bereits im April gemeldete Lücke angreifbar. (jbr)



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