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Verschlüsselter Computer

Nationale Sicherheit bedroht: Britischer Student kommt in Beugehaft, weil er sein Passwort nicht rausrückt

Weil ein als Hacker angeklagter britischer Student die Herausgabe eines Passworts verweigert, wird er jetzt in Beugehaft gesteckt. Das zuständige Gericht sah die nationale Sicherheit bedroht.

10.07.14, 10:45

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Der 22-jährige Christopher Wilson ist von einem Gericht im britischen Newcastle «im Interesse der nationalen Sicherheit» zu einer Beugehaft von sechs Monaten verurteilt worden. Der Informatikstudent hatte sich geweigert, den Ermittlungsbehörden die zur Entschlüsselung seines Notebooks nötigen Passwörter auszuhändigen. Er steht im Verdacht, die Polizeibehörden im nordostenglischen Northumbria mit Warnungen vor einer Cyber-Attacke genarrt zu haben. Überdies soll er dazu aufgerufen haben, eine auf Facebook eingerichtete Gedenkseite für zwei erschossene Polizisten zu verunstalten, wie «Engadget» berichtet.

Wilson hatte die Aufmerksamkeit der Ermittler im Oktober 2012 erregt, als E-Mails mit Warnungen vor einem Amoklauf an der Universität von Newcastle kursierten. Zwei der E-Mails liessen sich zur Northumbria University zurückverfolgen, an der Wilson studierte. Letztlich konnte der Verdacht gegen den jungen Mann nicht erhärtet werden, die Untersuchung wurde eingestellt. Gleichzeitig wurden Ermittlungen wegen der Drohungen gegen die Polizei von Northumbria aufgenommen.

Das bei Wilson beschlagnahmte Notebook vermochten die Polizisten wegen seiner Verschlüsselung jedoch nicht zu durchsuchen. Nachdem keines der von Wilson zunächst angegebenen Passwörter funktionierte, wandten sich die frustrierten Beamten an die Justiz.

Das Gericht ordnete auf Grundlage des britischen Gesetzes zur Telekommunikationsüberwachung (Ripa, Regulation of Investigatory Powers Act 2000) die Herausgabe des korrekten Passwortes an. Für den Fall der Weigerung stellte der Richter ein halbes Jahr Haft in Aussicht. Nachdem Wilson die Kooperation verweigerte, schickte ihn Richter Simon Hickey nun in Haft, erklärte, Wilsons Handlungen stellten ein «schweres Vergehen» dar.

«The Register» kritisiert die Entscheidung, denn sie überstrapaziere das Gesetz. In den Ripa-Regeln sei der Zwang zur Herausgabe von Passwörten nur für Fälle schwerer Kriminalität oder terroristischer Bedrohung vorgesehen. Doch würden sich Gerichte immer wieder auch in minderschweren Fällen auf die nationale Sicherheit berufen. (meu)

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