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Neue Verschlüsselungen machen es Behörden schwerer, Geräte abzuhören, wie hier beim Blackphone. Bild: KEYSTONE

«Ein Haus, das sich nicht durchsuchen lässt»

Dass Google und Apple Smartphones verschlüsseln wollen, passt den US-Behörden nicht in den Kram

Apple und Google haben angekündigt, Smartphones mit iOS und Android bald standardmässig zu verschlüsseln. Was Nutzern mehr Sicherheit bringt, erschwert Polizisten und Strafverfolgern die Arbeit. Sie schimpfen jetzt über die Pläne.

23.09.14, 17:08 24.09.14, 00:14

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Apple und Google haben vergangene Woche eine durchaus bemerkenswerte Ankündigung gemacht: Die Firmen gaben bekannt, Smartphones mit der nächsten Version ihrer Betriebssysteme standardmässig zu verschlüsseln. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass nur der Nutzer Zugriff auf die darauf gespeicherten Daten hat, mithilfe eines Passcodes. Nach Angaben von Apple-Chef Tim Cook soll im Regelfall nicht einmal der Hersteller auf E-Mails, Videos, Fotos und anderen Daten zugreifen können, sollte sich der Nutzer weigern, sie herauszugeben.

Was Datenschützer und sicherlich viele Nutzer freut, macht den amerikanischen Strafverfolgungsbehörden jetzt schon Sorgen, berichtet das «Wall Street Journal»: Schon durch die Verschlüsselung von Diensten wie iMessage und FaceTime habe Apple die Arbeit der Polizei erschwert, klagen sie – und das selbst bei relativ alltäglichen Missionen wie dem Auffinden verloren gegangener Kinder oder Alzheimer-Patienten. Nun würde die Arbeit der Strafverfolger in manchen Fällen geradezu unmöglich gemacht. Apple verspreche seinen Kunden so etwas wie ein «Haus, das nicht durchsucht werden kann oder einen Kofferraum, der sich nicht öffnen lässt», zitiert die US-Zeitung einen Justizbeamten.

Beispielhaft wird ein aktueller, bislang ungelöster Vermisstenfall erwähnt: Die hier gegen einen mutmasslich Beteiligten eingesetzten Durchsuchungsbefehle betreffen auch das Handy der Person. Mit einem verschlüsselten Telefon könnte sich der Verdächtige der Verfolgung teilweise entziehen, die Behörden könnten praktisch nichts dagegen unternehmen. So zumindest das Gedankenspiel.

Ein Angebot an Kriminelle?

Ein ehemaliger FBI-Mitarbeiter äussert sich im «Wall Street Journal» noch zugespitzter, mit den Worten: «Apple sagt Kriminellen: Nutzt diese Geräte.» Dabei vergisst der Mitarbeiter aber, dass Apple den Behörden bei begründeten Anfragen durchaus Backup-Daten von den iCloud-Servern zur Verfügung stellen muss. Dasselbe gilt auch für die Mobilfunkanbieter und ihre Server-Aufzeichnungen.

Vor Geheimdiensten dürfte die Smartphone-Verschlüsselung ohnehin kaum schützen. Dienste wie die NSA und ihre Verbündeten fischen Daten direkt aus den Verbindungskabeln und Routern, die die Infrastruktur des Internets bilden.

Christopher Soghoian von der Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union (ACLU) glaubt, dass die Verschlüsselungsmassnahmen vor allem die Arbeit gewöhnlicher Polizisten aufwendiger und langwieriger macht. «Für den ,grossen Bruder' ist das kein grosses Problem», sagt Soghoian, «aber für den ‹kleinen Bruder›.» (abr)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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