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Hauptquartier des britischen Geheimdienstes Bild: EPA

Überwachung

Britischer Geheimdienst speicherte Bilder aus Millionen Webcams

Der Geheimdienst GCHQ hat offenbar über Jahre wahllos Bilder aus den Webcams von Millionen Nutzern gespeichert. Erfasst wurden laut «Guardian» Standbilder aus Videochats über die Plattform von Yahoo. Zentrales Problem für die britischen Spione: der allgegenwärtige Cybersex.

27.02.14, 16:38

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Die Kameras, die in die Wohn- und Arbeitszimmer Hunderttausender Menschen gerichtet sind, wurden offenbar vom britischen GCHQ als Spionagewerkzeuge missbraucht. Der Geheimdienst hat einem Zeitungsbericht zufolge jahrelang Bilder der Webcams von Yahoo-Nutzern erfasst und gespeichert. Das Programm mit dem Code-Namen «Optic Nerve» habe von 2008 bis mindestens 2012 Standbilder aus den Webcam-Chats des Internet-Konzerns gespeichert, berichtete der britische «Guardian» am Donnerstag. Es seien ohne einen Verdacht Millionen Nutzer betroffen gewesen. Das GCHQ habe auch keine Möglichkeit gehabt, Bilder von Briten oder Amerikanern von der Erfassung auszuschliessen.

Quelle sind geheime Unterlagen aus dem Fundus des Whistleblowers Edward Snowden. Yahoo habe wütend auf die Informationen reagiert und jegliches Wissen über das Programm dementiert, so die Zeitung. Sollten sich die Vorwürfe als wahr herausstellen, habe man es mit «einer völlig neuen Stufe der Verletzung der Privatsphäre unserer Nutzer» zu tun.

Allein in einem Zeitraum von sechs Monaten im Jahr 2008 habe das GCHQ demnach Bilder von 1,8 Millionen Yahoo-Nutzern eingesammelt, hiess es. Darunter seien auch Bilder sexueller Natur gewesen. Laut einem internen Wiki sei «Optic Nerve» auch 2012 noch aktiv gewesen.

«Unglücklicherweise benutzen Menschen die Webcam, um intime Körperteile zu zeigen»

GCQH-Mitarbeiter

Der «Guardian» zitiert aus einem Dokument, in dem sich ein GCQH-Mitarbeiter erstaunt darüber zeigte, dass Webcam-Chats gelegentlich sexuellen Zwecken dienen: «Unglücklicherweise (...) scheint es, dass eine erstaunliche Anzahl von Menschen Webcam-Gespräche nutzt, um ihrem Gegenüber intime Körperteile zu zeigen. Die Tatsache, dass die Yahoo-Software es gestattet, dass mehr als eine Person einen Webcam-Stream verfolgt, ohne dass notwendigerweise ein Signal in die entgegengesetzte Richtung gesandt wird, führt dazu, dass sie offenbar manchmal benutzt wird, um Pornografie zu versenden.»

Dem Bericht zufolge wurde im Zuge des Programms schliesslich Gesichtserkennungssoftware eingesetzt – nicht nur um potentielle Terrorverdächtige wiederzuerkennen, sondern auch um Einstellungen, auf denen gar keine Gesichter zu sehen waren, vor den Analysten zu verbergen. Die Richtlinien zum Programm verboten es ausserdem, die dort vorgefundenen Bilder «weiterzureichen». «Nutzer, die solches Material unangenehm finden», heisst es in dem Dokument, sollten es «besser gar nicht öffnen».

Gegenüber dem «Guardian» bestand das GCHQ weiterhin darauf, dass alle Handlungen des Geheimdienstes notwendig, verhältnismässig und im Einklang mit britischen Gesetzen seien. (cis/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • mauchmark 27.02.2014 19:27
    Highlight "Sie werden beobachtet...rund um die Uhr, jeden Tag..." aus der Krimi-Science-Fiction-Fernsehserie Person of Interest: https://twitter.com/PersonInterest .

    Was ist noch Fiktion, was schon Realität?
    1 0 Melden

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