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This photograph taken in Paris Friday Dec. 2, 2016 shows stories from USA Daily News 24, a fake news site registered in Veles, Macedonia. An Associated Press analysis using web intelligence service  Domain Tools shows that USA Daily News 24 is one of roughly 200 U.S.-oriented sites registered in Veles, which has emerged as the unlikely hub for the distribution of disinformation on Facebook. Both stories shown here are bogus. (AP Photo/Raphael Satter)​

Beispiel für Fake News im Netz: USA Daily News 24. Beide Nachrichten sind gefälscht. Bild: Raphael Satter/AP/KEYSTONE

Fake News ade? Deutsches Recherchebüro soll Facebook säubern

Facebook steht in der Kritik wegen Falschmeldungen, die sich auf dem Portal rasant verbreiten. Jetzt hat der US-Konzern das stiftungsfinanzierte Recherchebüro Correctiv ausgewählt, für ihn Lügengeschichten zu kennzeichnen.

Fabian Reinbold



Ein Artikel von

Spiegel Online

Facebook schickt in Deutschland das Recherchebüro Correctiv in den Kampf gegen sogenannte Fake News. Die Redaktion soll Falschmeldungen und Lügenschichten richtigstellen, die sich auf dem Portal verbreiten.

Die Zusammenarbeit des grössten sozialen Netzwerks der Welt mit dem kleinen Recherchebüro aus Essen und Berlin soll in den kommenden Wochen beginnen. Und der Konzern will weitere deutsche Medien für die Korrektur von Falschmeldungen gewinnen.

Facebook steht in der Kritik, weil sich auf der Plattform wiederholt offensichtliche Lügenschichten und Diffamierungen verbreiten. So war etwa die Endphase des US-Wahlkampfs geprägt durch solche Fake News, die sich mehrheitlich gegen die spätere Wahlverliererin Hillary Clinton richteten und erst durch Facebook Verbreitung erfuhren. (Hier lesen Sie, was Fake News sind - und was nicht.)

In Deutschland hat die Bundesregierung Facebook mit Bussgeldern gedroht, wenn die Firma nicht entschieden gegen Verleumdungen und andere strafbare Inhalte auf der Plattform vorgeht. Und so wird die Bundesrepublik jetzt nach ersten Kooperationen in den USA beim Fact Checking das zweite Land, in dem eine Partnerschaft gegen Fake News ins Leben gerufen wird.

Warnhinweis, Gegendarstellung, die Reichweite senken

Der hiesige Partner Correctiv ist ein gemeinnütziges Recherchebüro, das 2014 gegründet wurde und sich vor allem aus Stiftungsgeldern finanziert. Aus den Reihen des Teams von gut einem Dutzend Redakteuren kamen etwa Untersuchungen zum Abschuss des Flugs MH 17 und zum Gesundheitswesen. Mehrfach hat Correctiv mit anderen Medien zusammengearbeitet, darunter auch «Spiegel» und Spiegel Online.

Mit aktueller Berichterstattung, wie sie im Umgang mit sich viral verbreitenden Fake News wohl nötig ist, ist das Portal bislang nicht aufgefallen.

Die Kooperation mit Facebook soll so funktionieren: Bestimmte Beiträge, die von Nutzern als Falschmeldung gemeldet werden und sich stark verbreiten, werden vom Correctiv-Team überprüft. Gelangen die Factchecker zu dem Schluss, dass eine Fake News vorliegt, wird diese zwar nicht gelöscht, aber mit zwei Warnhinweisen versehen: dass die Geschichte von unabhängiger Seite angezweifelt werde und mit einem Link auf einen Text, der dem verfälschenden Beitrag die Fakten gegenüberstellen solle. «Das Posting an sich verschwindet nicht auf der Plattform, wir verstecken es nicht, Leute können es weiterhin teilen», sagt der zuständige Facebook-Manager Guido Bülow.

Der Warnhinweis bleibe aber bei der weiteren Verbreitung angeheftet. «Es kann auch sein, dass wir bei unglaubwürdigen Artikeln die Sichtbarkeit reduzieren.»

Laut Facebook fliesst für die Kooperation kein Geld an Correctiv. Die Zusammenarbeit könnte dem kleinen Portal aber helfen, seine Bekanntheit zu steigern. Weitere Medien-Partnerschaften sollen in den kommenden Wochen folgen. Zuletzt suchten Facebook-Vertreter das Gespräch mit zahlreichen deutschen Verlagen.

Correctiv selber schreibt auf Facebook, dass es sich um eine Art Betatest handle:

«Wir sind davon überzeugt, dass dieser Ansatz alleine nicht ausreicht, FakeNews nachhaltig zu bekämpfen. Es müssen viele verschiedene Ansätze gefunden werden. Aber wir sind froh, dass dieser Ansatz von Facebook zumindest beschritten wird. Und wir freuen uns, dabei zu sein.»

Facebook spürt den Druck

Das Vorhaben verdeutlicht zwei Entwicklungen, die sich in der Debatte um den richtigen Umgang mit Desinformation und Lügenschichten abzeichnen.

Diese Bilder haben uns 2016 schockiert und verblüfft – und alle waren sie gefälscht

Erstens setzt Facebook weiter darauf, die Bewertung umstrittener Inhalte auf seiner Plattform auszulagern. Im Zuge der Fake-News-Debatte gibt es Forderungen, dass Facebook selbst eine Redaktion brauche, um festzulegen, welche der Inhalte wirklich Verleumdungen, Hassrede oder andere illegale Kommentare darstellen. Der Konzern will aber weiterhin tunlichst vermeiden, als Medienunternehmen aufzutreten – dann müsste es Kontrolle durch die Politik fürchten. Es inszeniert sich weiter als möglichst neutrale Plattform.

Zweitens lässt die frühzeitige Ausdehnung der Fact-Checking-Partnerschaft auf Deutschland erahnen, dass Facebook den Druck spürt, der hierzulande ausgeübt wird. Union und SPD hatten Facebook zuletzt mit Bussgeldern gedroht und ein Gesetz angekündigt, das den amerikanischen Konzern zwingen soll, rasch gegen strafbare Inhalte vorzugehen.

Auch wenn bei diesen Plänen vieles unklar ist – in der deutschen Politik hat sich die Auffassung durchgesetzt, dass Facebook bei der Verbreitung von Falschinformationen eine zentrale Rolle spielt und dass dieses Phänomen den kommenden Bundestagswahlkampf prägen könnte. Das Portal «BuzzFeed» veröffentlichte etwa am Wochenende eine Recherche, laut der viele der auf Facebook am meisten wahrgenommenen Geschichten über Bundeskanzlerin Angela Merkel einen verfälschenden oder verschwörungstheoretischen Charakter haben. Zuletzt gingen auch mehrere deutsche Polizeibehördenaktiv gegen Falschmeldungen vor.

Auch deshalb gibt der Konzern die Partnerschaft mit Correctiv wohl schon jetzt bekannt, während die Suche nach weiteren Partnern noch läuft. Seht her, wir tun doch was – das soll die Botschaft an jene sein, die nach neuen Regeln für Facebook verlangen.

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47Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • SkyBound 16.01.2017 07:07
    Highlight Highlight Wer bestimmt was Fake News sind?
    Grenzt für mich an Zensur
    • Energize 16.01.2017 07:38
      Highlight Highlight Nein - wenn die verbreiteten News von den tatsächlichen Fakten stark abweichen, dann hast du Fake News. Beispiel: Obama ist kein Amerikaner. Ist Fake News, weil seine Geburtsurkunde was anderes sagt.

  • dmark 15.01.2017 20:37
    Highlight Highlight Dann werden wohl zukünftig in D auch Berichte, wie der zu Fr. Steinbach ausgeblendet weil sie Fr. Merkel heftig kritisierte?
    "Fake-News" ist eine Umschreibung für Zensur.
    • Energize 16.01.2017 07:40
      Highlight Highlight Nein du vermischt hier zwei Dinge - faktenbasierte Kritik darf niemals augeblended werden, denn dann hast du Zensur. Von den Fakten abweichende Kritik ist aber Fake News und diese soll eingegrenzt werden.
    • Datsyuk * 16.01.2017 09:23
      Highlight Highlight Und wer bestimmt, was die Fakten sind?
    • The Destiny // Team Telegram 16.01.2017 20:46
      Highlight Highlight @Datsyuk, Fakten sind ja jetzt Gefühle und damit Individuell bestimmbar lol
  • wasylon 15.01.2017 17:54
    Highlight Highlight Und hier wirklich alles, was Sie jetzt über Fake-News wissen müssen.
    http://www.der-postillon.com/2016/12/ratgeber-fake-news.html
  • wasylon 15.01.2017 17:52
    Highlight Highlight Juhu endlich werden "falsche Meinungen" herausgefiltert. Danke Michael Grosse-Brömer (CDU) dass sie so ehrlich sind.
    Play Icon
  • poesie_vivante 15.01.2017 17:16
    Highlight Highlight Wisnewski hat es auf den Punkt gebracht:
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  • NWO Schwanzus Longus 15.01.2017 16:15
    Highlight Highlight Das "Wahrheitsministerium" von George Orwell kommt bald. Zensur wird mit dem Begriff Fake News eingeführt weil die Regierungen die die MSM kontrollieren so langsam ihre Deutungshoheit verlieren.
  • Wilhelm Dingo 15.01.2017 16:10
    Highlight Highlight Früher finanzierte der Zeitungsabonnent unabhängigen Journalismus heute finanziert ein Konzern unabhängigen Journalismus. Ob das gut geht?
    • http://bit.ly/2mQDTjX 15.01.2017 17:16
      Highlight Highlight Früher sprach man von U- und E-Musik (E war Musik und U fürs Pöbel), und das gab ein Durcheinander. Die Zeitungen finanzierten sich durch Abos und durch Werbung. Auch das geriet durcheinander. Tageschau wurde zu 10vor10, Nachrichten zu Infotainment. Wieder ein Durcheinander.

      Mit dem Internet ist alles verwischt. Alles nur noch Infotainment-Fun. Kürzlich erläuterte mir ein Jugendlicher die Entstehung und Entwicklung des Osmanischen Reichs anhand eines Ritter-Games, welches er mit Kollegen auf seinem Tablet spielt.

      Nicht Konzerne sondern Werbetreibende finanziert heute die Geschichtenerzähler.
  • Wilhelm Dingo 15.01.2017 16:08
    Highlight Highlight Das konzernfinanzierte Wahrheitsministerium wird real.
  • atomschlaf 15.01.2017 15:35
    Highlight Highlight Jede Wette, dass dies nur der Anfang ist. Zuerst gibt's Warnhinweise (was ich noch sinnvoll fände), aber es wird nicht lange dauern, bis es zu Löschungen und Sperrungen kommt.

    Jede Wette, dass nicht bloss tatsächliche Fake News betroffen sein werden, sondern auch Kritik an der Regierungspolitik oder an CDUSPDFDPGrünLinks.

    Tragisch, wie Deutschland schon wieder in vollem Galopp Richtung Totalitarismus reitet!
    • Wilhelm Dingo 15.01.2017 17:08
      Highlight Highlight Es ist nicht nur Deutschland...leider.
    • Aged 15.01.2017 18:06
      Highlight Highlight Abschnitt 2: falsch, weil die Mengenverhältnisse anders sind. Zudem ist FB nicht der einzige News-Spender. Niemand in meiner Umgebung nutzt FB, weil eben die dortige Info unnütz ist.

      Abschnitt3: das hat mit Totalitarismus nichts zu tun. Irgendwehr muss doch filtern. Falls du eine praktikable Lösung hast, nicht zurückhalten, das Problem kommt auf alle zu.
    • R&B 16.01.2017 09:02
      Highlight Highlight @atomschlaf: Abschnitt 3 ist eine unreflektierte tendenziöse Aussage....
  • Lowend 15.01.2017 15:28
    Highlight Highlight Schön, wie die Russenfreunde hier gleich mit dem Denunzieren beginnen.

    Es scheint, dass sich da einige, die vermutlich im Auftrag eines fremden Geheimdienstes schreiben, extrem darüber aufregen, wenn es eine Instanz gibt, die ihre Lügen aufdeckt, sie einordnet und in's rechte Licht rückt.

    Wünsche Correctiv, die bisher gute Arbeit leisteten, viel Erfolg im Kampf gegen die russischen Lügenbrigaden.
    • amazonas queen 15.01.2017 17:03
      Highlight Highlight Es ist wirklich traurig. Sobald irgendwo ein Buzzword wie "MH17" steht, geht der Unsinn los. Auf 20min ist es noch schlimmer.
    • Wilhelm Dingo 15.01.2017 17:10
      Highlight Highlight Die eine Brigade gegen die andere Brigade, was auf der Strecke bleibt ist der echte Diskurs.
    • smoking gun 15.01.2017 17:18
      Highlight Highlight @Lowend: Also für "russische Lügenbrigaden" sind grundsätzlich die Justiz oder Geheimdienste zuständig. Eine Brigade von Putin-Trollen fluten das Newsportal watson. Etwa so stellst du dir das vor?

      So weit ich informiert bin, gibt es in der Schweiz Agenturen, die solchen Service anbieten. Ist aber schweineteuer ... Und dann noch die anderen Länder. Denk nur mal an Deutschland, dort braucht es ja eine ganze Armee von Putin-Trollen.

    Weitere Antworten anzeigen
  • Ville_16 15.01.2017 15:06
    Highlight Highlight Hahaha dann können Spiegel und Co. ihre Accounts gleich löschen.
  • wiisi 15.01.2017 14:40
    Highlight Highlight ich finde es ausreichend dass dieses thema in den medien war in letzter zeit. die menschen lernen und sind vorsichtiger geworden in ihrer wahrnehmung.
    ok vielleicht wird es jetzt auch besser und die idee ist auch gut. ich hoffe bloss, dass damit nicht stimmen aus der minderheit weggewischt werden.
    • R&B 16.01.2017 09:09
      Highlight Highlight @wiisi: so schnell lernt die Masse nicht
  • smoking gun 15.01.2017 14:37
    Highlight Highlight Ausgerechnet das Recherchebüro Correctiv? Ich enthalte mich einer Meinung - die haben ja immerhin den Grimme-Preis bekommen, die müssen demzufolge ja seriös arbeiten. Der Recherche-Journalist Billy Six hingegen hat mit Correctiv keine guten Erfahrungen gemacht. Soll sich jeder seine eigene Meinung bilden:

    Play Icon

    • Domino 15.01.2017 16:01
      Highlight Highlight Danke für den Link. Wirklich zu empfehlen. Ich kannte Billy Six von anderen Videos.
    • smoking gun 15.01.2017 17:02
      Highlight Highlight @Rendel: Wie bereits gesagt, alle sollen sich eine eigene Meinung bilden. Was ist deine Meinung zum Recherchebüro Correctiv?
    • Domino 15.01.2017 17:22
      Highlight Highlight @ Rendel
      Ist es wichtig für wen er schreibt? Es ist wichtig was er schreibt, welche Quellen er hat etc.
      Nach diesem entlarvenden Bericht wird er wohl nie für den Spiegel schreiben...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Domino 15.01.2017 14:37
    Highlight Highlight Bekommt Merkel angst vor der Wahl wegen ihren diversen Rechtsbrüchen? Warum darf Merkel lügen und das Volk, was eigentlich über ihr steht, nicht? Entsteht in Deutschland eine weitere Diktatur? Eigentlich sollte man aus der Geschichte gelernt haben und Volksabstimmungen durchführen, so dass Politiker gar nie so viel Macht bekommen.

    Play Icon

    • Aged 15.01.2017 19:32
      Highlight Highlight Domino, du postet in der Schweiz! In Deutschland gibts haufenweise Blogs, Kommentatoren, Zeitungen, Zeitschriften die mit prallen Kassen und professionell sich der Merkel-Hasserei hingeben.
      So richtige echte, plausible Argumente habe ich bislang keine gesehen. Drohungen, Verdrehungen, Behauptungen, Schlagworte, ... zu Hauf, wenn dir das passt saug dort an.
    • Domino 15.01.2017 23:30
      Highlight Highlight Und da ich in der Schweiz sein soll, soll es mir also egal sein was im Nachbarland abgeht? Und was, wenn ich mich gar nicht in der Schweiz befinde? Darf ich dann nicht auf Watson schreiben? Oder nur was dir passt?
    • Aged 16.01.2017 10:23
      Highlight Highlight Das Thema war eigentlich "Fake News auf Facebook". Vielleicht wären Posts, wie man das verhindern könnte, eher beim Thema. Klar, du darfs schreiben, auch wenn es mir nicht passt. Kein Problem. Ob es auch umgekehrt gilt, ist deine Sache.
  • http://bit.ly/2mQDTjX 15.01.2017 14:24
    Highlight Highlight "In Deutschland hat die Bundesregierung Facebook mit Bussgeldern gedroht, wenn die Firma nicht entschieden gegen Verleumdungen und andere strafbare Inhalte auf der Plattform vorgeht."

    Das "entschiedene Vorgehen" gegen strafbares Verhalten wäre grundsätztlich dem Staat vorbehalten. Privat- und Selbstjustiz wäre in einem gesunden Staat verpönt.

    Wenn aber der Staat nun Teile seiner Strafjustiz an Facebook auslagert, dokumentiert er dadurch nur sein eigenes Unvermögen und sein Versagen.

    Solche Staatswesen sollten sich dann nicht wundern, wenn sie nach und nach ihre Glaubwürdigkeit verlieren.
    • allesklar 15.01.2017 14:30
      Highlight Highlight leicht am thema vorbei dein beitrag. es geht nicht darum dass der staat seine "strafjustiz" auslagert, sondern darum, dass ein unternehmen die gesetze einhält und auch dafür verantwortlich, was auf ihrer "unternehmenswebsite" sozusagen veröffentlicht wird. diese blöde schwarzmalerei wie "ein staat schafft sich selbst ab" ist völlig an den haaren herbei gezogen.
    • Fabio74 15.01.2017 14:34
      Highlight Highlight Falsch: Der Staat weist Facebook drauf hin dass die Gesetze auch für FB gelten.
    • Aged 15.01.2017 14:34
      Highlight Highlight Es wird nicht die Strafjustiz ausgelagert, sondern das Festellen und Korrigieren von Falschmeldungen. Es wäre doch unmöglich, bei jedem Fake eine Strafuntersuchung zu starten.
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