Digital

Die Bundeskanzlerin wollte den Massnahmeplan «der drei F's» präsentieren, verlor aber den Faden. Bild: Screenshot YouTube

Blackout am IT-Gipfel

Merkel fällt das F-Wort nicht ein und erntet dafür Spott

Uups, was war denn da los? Ein Aussetzer von Angela Merkel beim IT-Gipfel in Hamburg sorgt für Erheiterung im Netz. In ihrer Rede über die digitale Zukunft hatte die Kanzlerin komplett den Faden verloren. 

22.10.14, 16:20 22.10.14, 17:42

Ein Artikel von

Die Reden von Angela Merkel gelten zwar normlerweise als nicht gerade mitreissend – ihr Manuskript spult die Kanzlerin aber in der Regel souverän herunter. Anders auf dem IT-Gipfel in Hamburg am Dienstag. Als Merkel über die digitale Agenda sprach, ereilte sie plötzlich ein Blackout. 

Dabei suchte die Kanzlerin gar nicht nach einem besonders komplizierten Fremdwort aus der an besonders komplizierten Fremdwörtern nicht armen IT-Branche. Nein, es war der Begriff «Festnetz», der ihr partout nicht einfallen wollte. Eine gefühlte Ewigkeit rang die Kanzlerin mit ihren Worten. 

Und wie es so ist in der IT-Gesellschaft: Inzwischen ist der Aussetzer als Video im Netz zu sehen. Und sorgt für entsprechende Reaktionen. 

«Für Merkel ist das #Festnetz wohl auch #Neuland. Zum fremdschämen!» twittert ein Nutzer in Anspielung auf Merkels mittlerweile legendären Satz «Das Internet ist für uns alle Neuland». Auf YouTube lästert ein Nutzer: «Mutti hat wohl Schwierigkeiten sich in Neuland zurechtzufinden.» Andere können der kleinen Redepanne auch etwas Sympathisches abgewinnen. «Huahhh! ‹Festnetz... Festnetz› Merkel kann auch komisch…», twittert jemand. 

Merkel hatte eigentlich über den Netzausbau sprechen wollen - ein sensibles Thema. Schnelle Netze für jedermann, das kostet viel Geld. Wirtschaft und Politik streiten darüber, wer dafür auf welche Weise aufkommen soll.

Die Szene, die für so viel Heiterkeit im Netz sorgt: Sie habe gerade noch mit Timotheus Höttges, dem Vorstandschef der Telekom über das Thema gesprochen, erklärt Merkel in ihrer Rede. Höttges, der den Auftritt im Publikum verfolgt, habe ihr die «Drei F des Netzausbaus» nahegelegt, so die Kanzlerin weiter - und fängt an, diese aufzuzählen: «Frequenzen, Förderung…». 

Stille. «Was war das dritte, Herr Höttges?», fragt sie und winkt kurz darauf ab. «Er weiss es wohl selber nicht mehr». Ungeduldig sucht Merkel weiter nach dem Wort. «Das war was ganz einfaches!» sagt sie. Dann endlich fällt es ihr ein. «Festnetz!» ruft sie erleichtert. Im Publikum löst sich Applaus, auch vom Telekom-Chef.

Im Nachhinein dürfte kaum jemand verstehen, warum ausgerechnet «Forschung, Frequenzen, Festnetz» das Rezept für schnellen Netzausbau sein sollen. Aber wenigstens die Kanzlerin konnte sich über eine Rede freuen, die in Erinnerung bleiben dürfte. (idt/amz) 

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
4
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 22.10.2014 22:34
    Highlight Wow, jemand hat einen belanglosen Aussetzer, drei noch belanglosere Eichhörnchen furzen auf dem belanglosesten Netzwerk dazu und Spiegel Online berichtet darüber. Qualitätsjournalismus vom Feinsten
    6 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 22.10.2014 21:44
    Highlight Herrlich, wenn man wieder einmal so richtig herzhaft lachen kann mit oder über eine Politikerin.
    1 0 Melden
  • Urs Binder 22.10.2014 18:06
    Highlight was ich mich hier frage: wieso fällt in einer Rede zum Thema "digitale Zukunft" überhaupt der Begriff "Festnetz"?!
    2 2 Melden
    • Oberon 22.10.2014 18:56
      Highlight War das jetzt Sarkasmus oder bis Du schon in der Cloud? ;)
      2 1 Melden

Charmeur, Hochstapler, Killer – der «falsche Rockefeller» vom Chiemsee

Er kam als deutscher Austauschschüler, narrte jahrzehntelang mit Tarnidentitäten die US-Society und wurde zum Mörder. Wie Christian Gerhartsreiters Kartenhaus einstürzte: eine Parabel vom Lügen – und vom Belogenwerden.

Zum Verhängnis wurde ihm seine kleine Tochter. Clark Rockefeller hatte das Sorgerecht für die Siebenjährige verloren, mit der er ein neues, stilles Leben anfangen wollte. Er sah nur noch einen bizarren Ausweg – sie zu entführen.

Dabei war das nicht mal seine verrückteste Entscheidung. Doch sie brachte seine gesamte Existenz zum Einsturz: ein Kartenhaus, das Rockefeller über Jahrzehnte aufgetürmt hatte. Denn er war ja weder ein Rockefeller noch reich, sondern ein Lügner, …

Artikel lesen