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Im Wahlkampf hatten sich vor allem «Fake News» zu Gunsten des künftigen Präsidenten Donald Trump erfolgreich bei Facebook weiterverbreitet. Dazu gehörte zum Beispiel die erfundene Nachricht, dass Papst Franziskus ihm seine Unterstützung ausgesprochen habe. Bild: Matt Rourke/AP/KEYSTONE

Facebook will den «Fake News» an den Kragen

15.12.16, 21:40 15.12.16, 23:18


Facebook will nach Kritik an seiner Rolle im US-Wahlkampf schärfer gegen die Ausbreitung erfundener Nachrichten ankämpfen. Unter anderem solle es einfacher werden, so genannte Fake News zu melden, kündigte das weltgrösste Online-Netzwerk am Donnerstag an.

Ausserdem werde man mit externen Fakten-Check-Spezialisten zusammenarbeiten. Und auch die Algorithmen, die darüber entscheiden, welche Artikel im Newsfeed der Mitglieder auftauchen, sollen angepasst werden. Wenn ein Beitrag von Nutzern nicht geteilt wird, nachdem sie ihn gelesen haben, könne das als Warnsignal in die Gewichtung einfliessen, erläuterte der zuständige Facebook-Manager Adam Mosseri in einem Blogeintrag.

Laut Facebook-Manager Adam Mosseri, sollen die Algorithmen, die darüber entscheiden, welche Artikel im Newsfeed der Mitglieder auftauchen, angepasst werden.  Bild: BECK DIEFENBACH/REUTERS

Schliesslich wolle Facebook konsequenter die Einnahmequellen der Autoren gefälschter Nachrichten austrocknen. Im US-Wahlkampf sollen einige ein gutes Geschäft damit gemacht haben, aufsehenerregende Nachrichten zu erfinden: Sie wurden von Nutzern angesehen und weiterverbreitet – und die dabei angezeigte Werbung liess bei den Autoren die Kassen klingeln.

Mosseri schrieb, man sehe sich die Publisher an, um zu prüfen, ob ein Eingreifen des Online-Netzwerks notwendig sei.

Im Kampf gegen die Fake News spielen auch die Regierungen eine Rolle. 

Im Wahlkampf hatten sich vor allem «Fake News» zu Gunsten des künftigen Präsidenten Donald Trump erfolgreich bei Facebook weiterverbreitet. Dazu gehörte zum Beispiel die erfundene Nachricht, dass Papst Franziskus ihm seine Unterstützung ausgesprochen habe.

Kritiker warfen Facebook vor, dass es damit möglich geworden sei, das Wahlergebnis durch Lügen für Trump zu beeinflussen. Facebook-Chef Mark Zuckerberg bestritt, dass «Fake News» die Wahl entschieden hätten. (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Olivenbauer 16.12.2016 06:58
    Highlight Dies öffnet der Propaganda noch mehr Tür und Tor. Oberflächlich wie die Menschen sind werden als "real" markierte NEWS nicht mehr geprüft oder hinterfragt sondern sogleich übernommen.
    Es ist ja heute schon nicht mehr wichtig ob die Information stimmt, nur zuerst zu erscheinen zählt. Die grösste Pest sind zur Schule fahrende Kinder die sich am Morgen im Tram über 20Min. informieren und die Welt verstanden haben.
    11 1 Melden
    • Citrus 16.12.2016 08:01
      Highlight Ich erhebe einsprache!!!!
      Nicht informieren, sondern unterhalten.
      4 0 Melden
  • sseg 15.12.2016 22:39
    Highlight Die Zensur wird kommen, die Mächtigen haben Angst, sie verlieren ihre Glaubwürdigkeit.
    24 22 Melden
  • Träumerei 15.12.2016 22:17
    Highlight In diesem Zusammenhang würde ich gerne endlich erklärt bekommen, was "Real"-News sind und wer dies bestimmt...
    20 10 Melden
    • trio 15.12.2016 22:36
      Highlight "Real"-News sind z.B.: Papst Franziskus unterstützt Trump nicht
      😉. Ganz einfach zu erkennen!
      19 3 Melden
    • Radiochopf 15.12.2016 22:47
      Highlight @Träumerei genau deiner Meinung.. es ist nicht unschwer zu erkennen wer in Zukunft das entscheiden wird.. all die, die jetzt schon kein Interesse haben das die Wahrheit ans Licht kommt... die arme Hillars z.B., Synonym für Wahrheit...Facebook kennt sowieso nur ein Algorithmus der funktioniert: Daten sammeln, für immer! Fakenews ist der erste Schritt zur Kontrolle der Medien, siehe Filme wie Brazil und V for Vendetta...
      14 18 Melden
    • http://bit.ly/2mQDTjX 15.12.2016 23:28
      Highlight Nietsche hatte bereits im späten 19. Jahrhundert behauptet, dass die objektive Wahrheit nicht wirklich existiert. Bis dahin galt Gott als Garantie für eine objektive Sicht auf die Dinge.

      Aber Nietzsche fand heraus: Gott ist tot. Und er bleibt tot. Und wir haben ihn getötet.

      Seit Gott tot ist, gibt es die objektive Wahrheit nicht mehr. Gottes Standpunkt ging verloren, ist nicht mehr verfügbar.

      In diesem Sinne hat Nietsche das gottlose, postfaktische Zeitalter vorweggenommen.

      Allerdings konstruieren Facebooks Ingenieure zur Zeit neue Götter. Die werden dann die Realität bestimmen. ;)
      11 7 Melden
    • Alnothur 15.12.2016 23:39
      Highlight Schön gesagt, Lorent.
      4 2 Melden
    • 有好的中国老虎 friendly chinese Tiger 16.12.2016 08:42
      Highlight @Träumerei: George Orwell hats im Buch "1984" ja beschrieben, wer die "real" News bestimmt.
      Es ist das Wahrheitsministerium.
      Langsam glaube ich, dass 1984 als Handbuch gebraucht wird und nicht als Warnung :-S
      9 1 Melden
  • http://bit.ly/2mQDTjX 15.12.2016 21:57
    Highlight Ich dachte, nachdem die einen "Lügenpresse!" schrien und die anderen mit "Fakenews!" konterten, hätten wir nun den gemeinsamen Nenner ge- und uns im post-faktischen Post-Truth-Zeitalter wieder gefunden.

    Im postfaktischen Post-Truth-Zeitalter gibt es keine Wahrheit. Es gibt nur Filterblasen. Perspektiven.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Perspektivismus

    In dem Sinne ist alles Fake.

    "sollen einige ein gutes Geschäft damit gemacht haben, aufsehenerregende Nachrichten zu erfinden - und die dabei angezeigte Werbung liess bei den Autoren die Kassen klingeln"

    Na und? So funktioniert Hollywood!
    16 14 Melden

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