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Erfolg für Facebook-Schreck Max Schrems: Datenschutz-Aktivist kann Facebook verklagen

14.11.17, 12:10 14.11.17, 13:30

Der österreichische Datenschutz-Aktivist Maximilian Schrems kann in Österreich gegen Facebook klagen – dies zumindest nach Ansicht des Rechtsgutachters am Europäischen Gerichtshof (EUGH). Dabei kann er allerdings nicht auch die Rechte anderer österreichischer Konsumenten geltend machen. Eine Sammelklage gegen Facebook in Österreich habe somit keine Erfolgsaussichten.

EU-Konsumenten, die berechtigt seien, an ihrem eigenen Wohnsitz ausländische Vertragspartner zu verklagen, könnten nicht noch die Ansprüche von Konsumenten mit Wohnsitz in einem anderen Ort im selben Land, in einem anderen EU-Staat oder in Drittstaaten vertreten, erklärte der zuständige Generalanwalt am Europäischen Gerichtshof (EuGH), Michal Bobek, am Dienstag.

Dies könne dazu führen, dass derartige Klagen gezielt an Standorten mit günstigeren Bedingungen – etwa geringeren Kosten oder höherer Prozesskostenbeihilfe – geführt würden, argumentierte der Gutachter weiter. Einzelne Gerichte könnten damit letztlich überlastet werden.

Schrems hat in Österreich eine Sammelklage gegen das Online-Netzwerk wegen Verstössen gegen österreichische, irische und europäische Datenschutzregeln eingereicht. Er argumentiert, dass Facebook unter anderem übermittelte Daten in unzulässiger Weise verwende und die Privatsphäre verletze.

Dabei vertritt er auch Bürger, die in Deutschland und Indien wohnen. Der österreichische Oberste Gerichtshof will nun vom EUGH wissen, ob dies rechtens ist und ob er in der Sache zuständig ist.

Nach Ansicht des Gutachters könne Schrems jedoch wenigstens das Recht haben, seine eigenen Ansprüche als Verbraucher vor dem Gericht einzufordern. Die österreichischen Richter müssten dies jedoch überprüfen.

Grundsätzlich gelte, dass hierfür entscheidend sei, welches Ziel ein Vertrag zum Zeitpunkt seines Abschlusses hatte. Wenn dieses sowohl beruflich als auch privat sei, könne der Verbraucherstatus erhalten bleiben, wenn der berufliche Anteil geringer sei. Facebook argumentiert, Schrems könne wegen seiner beruflichen Tätigkeit nicht mehr als Verbraucher angesehen werden.

Schrems nutzt bei Facebook sowohl ein privates Konto mit etwa 250 Facebook-«Freunden», als auch eine Facebook-Seite, auf der er etwa auf seine Datenschutz-Vorträge und von ihm verfasste Bücher verweist.

Ein Urteil des EUGH dürfte erst in einigen Monaten fallen. In der Mehrzahl der Fälle folgen die Richter den Empfehlungen des Gutachters. (oli/sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • The Hat Guy 14.11.2017 13:54
    Highlight Es gäbe sonst eine einfache Alternative für Herrn Schrems, wenn er mit den Bedingungen von Facebook nicht einverstanden ist: Sein Profil löschen.

    Aber dann könnte er es halt auch nicht mehr als Plattform nutzen, um seine Bücher und Vorträge zu vermarkten. Ganz schön üble Zwickmühle, in der sich der gute Herr Schrems da befindet…
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    • Rendel 14.11.2017 14:11
      Highlight Sie sehen also die Lösung des Datenschutzes, dass man sich aus dem Internet zurückzieht und sich gar nicht um Datenschutz kümmert. Kann nicht ihr Ernst sein.
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