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Facebook ändert die Nutzungsbedingungen und greift ab heute Freitag noch mehr persönliche Daten ab.

Ab heute hat Facebook neue AGB

Neue Nutzungsbedingungen: Was sich heute bei Facebook ändert 

Wer sich ab diesem Freitag bei Facebook anmeldet, akzeptiert automatisch die neuen Nutzungsbedingungen. Angesichts heftiger Kritik hatte das Netzwerk deren Einführung um einen Monat verschoben. Wir sagen, was die Nutzer jetzt wissen müssen. 

30.01.15, 08:26 30.01.15, 13:24

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Facebooks neue Geschäftsbedingungen sind in Kraft getreten. Die Nutzer müssen sich seit diesem Freitag damit abfinden, mehr Daten preis zu geben – oder das Netzwerk verlassen. Wie du dein Facebook-Profil trotzdem einigermassen schützen kannst, erfährst du am Ende des Artikels. 

Eine kurze Einschätzung von Spiegel-Online-Redaktor Christian Stöcker findest du in unserem Video.

Spiegel-Online-Redaktor Christian Stöcker zu den neuen Facebook-AGB. video: youtube/spiegel online

Noch am Mittwoch hatte der Rechtsausschuss des Bundestags über die Geschäftsbedingungen debattiert. Facebook hatte die Einführung nach Protesten von Verbraucherschützern und Politikern vom 1. Januar auf den 30. Januar verschoben. Von Facebook selbst hiess es, man wolle den Nutzern «mehr Zeit geben, die Änderungen zu prüfen». 

Praktisch wird sich wohl kaum ein Facebook-Nutzer alle Änderungen durchgelesen haben: Die neue Datenrichtlinie ist etwa 21'000 Zeichen lang, die neuen Cookie-Richtlinien umfassen 22'000 Zeichen. Die neuen Allgemeinen Geschäftsbedingungen sind mit 28'000 Zeichen noch ein wenig länger. 

Als übersichtlichste Informationsquelle sind die interaktiven Grundlagen zum Datenschutz zu empfehlen. Das Wichtigste daraus lässt sich unter fünf Stichworten zusammenfassen: 

Jan Philipp Albrecht, Verhandlungsführer des Europäischen Parlaments für die Datenschutzverordnung, kritisiert die Änderungen scharf. Er sieht die Politik in der Pflicht. «Die Aufsichtsbehörden müssen Facebook nun zügig auffordern, eine datenschutzrechtlich akzeptable Regelung zu finden», so der Abgeordnete. «Die Innen- und Justizminister der EU müssen bei ihrem Treffen in Riga einen grossen Schritt hin zu einer einheitlichen EU-Datenschutzverordnung machen, damit diese noch in diesem Jahr verabschiedet wird.»

Und was können Nutzer tun, denen die Änderungen missfallen? 

Die einzige Möglichkeit, den neuen Regeln zu entgehen, ist eine Löschung des Accounts, wofür Facebook diesen Link bereit gestellt hat. Wer auf das soziale Netzwerk nicht verzichten will, sollte seine Privatsphäre-Einstellungen genau durchforsten und regelmässig überprüfen. 

Wer Facebook das Datensammeln etwas schwerer machen möchte, kann seinen Browser in den Einstellungen anweisen, nach jeder Sitzung alle Cookies zu löschen. 

Kritische Nutzer können zudem auf der Website der Allianz digitaler Werber in Europa (EDAA) einzelnen Unternehmen die Erhebung der eigenen Nutzungsdaten für personalisierte Werbung gezielt untersagen. 

Wie du dein Facebook-Profil in 5 Minuten sicher machen kannst, erfährst du in diesem Artikel.

(mei/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 30.01.2015 16:57
    Highlight Ich hoffe, dass ich jetzt endlich mal relevante Werbung auf Facebook serviert bekomme. Nichts ist ärgerlicher als schlechtes Targetting.
    4 0 Melden
  • helmut 30.01.2015 11:50
    Highlight Ich kenne mich leider nicht so genau aus, was genau Webseiten abgreifen können und wie sie untereinander Informationen tauschen. Darum eine Frage:
    Können Add-Ons wie Privacy Badge und Disconnect bzw. Cookie Blocker mich ein Stück weit weniger greifbar machen oder kann ich mir den Aufwand sparen?
    Dass ich sowieso eine Fährte hinter mir herzieh ist klar, aber man muss es Ihnen ja nicht allzu einfach machen :)
    2 0 Melden
    • saukaibli 30.01.2015 14:49
      Highlight Cookie Blocker ist sicher mal ein vernünftiger Anfang. Ich persönlich sichere meinen Firefox noch mit Blur (ehemals DoNotTrackMe), Adblock Plus und NoScript ab. Dazu bin ich im Firefox bei Google nicht angemeldet - und FB habe ich nicht. Für die Google Dienste benutze ich immer Chrome als zweiten Browser, d.h. Google erfährt nicht welche Seiten ich mit Firefox besuche. Und selbstverständlich habe ich in den Google-Einstellungen persönliche Werbung deaktiviert.
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    • Statler 31.01.2015 09:32
      Highlight Ghostery ist auch noch ein Plugin, das sich lohnt zu installieren.
      Leider sind diese Bemühungen mehr oder weniger sinnlos, weil man mittlerweile nicht mehr via Cookies & Co. getrackt wird, sondern via Fingerprint. Das installierte OS, Schriften, Plugins, die eigene IP, kurz, die ganze Compi-Konfiguration ist so eindeutig, dass man mehr oder weniger problemlos erkannt wird.
      Der neuste Gag sind SVG-Grafiken, die ausgeliefert werden, die kann man auch nicht blockieren (oder nur sehr schwer).
      Was immer man tut, man wird erkannt.
      0 0 Melden
  • Hans Jürg 30.01.2015 11:25
    Highlight ich habe mein Konto gekündigt. Alles muss man sich von FB nicht bieten lassen.
    2 3 Melden
    • tohuwabohu__ 30.01.2015 22:49
      Highlight Das Gleiche habe ich gestern auch gemacht.
      2 3 Melden

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