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Zwei Avatare in London. Möglich macht's Facebooks Virtual-Reality-Brille. bild: facebook/mike schroepfer

Oha lätz! So stellt sich Facebook unsere Zukunft vor

Wer in die virtuelle Realität abtaucht, sieht mit VR-Brille und Kopfhörern nicht so aus, als sei er gerade ansprechbar. Facebook aber feilt an Konzepten, wie der virtuelle Raum sozialer werden kann.

15.04.16, 19:21 16.04.16, 10:31

Markus Böhm / spiegel online

Ein Artikel von

Bei einer Keynote auf seiner Entwicklerkonferenz F8 hat Facebook gezeigt, wie soziale Interaktion mit Brillen für die virtuelle Realität (VR) aussehen könnte - und welche Ideen rund um Virtual-Reality-Technik das Unternehmen langfristig antreiben.

«Wenn wir über unsere Vision von sozialer Präsenz in VR sprechen, wird es erst richtig spassig, wenn die Hände mit im Spiel kommen», sagte Technik-Chef Mike Schroepfer (ab circa 17:30 im Video) und stellte die Touch-Controller vor, mit denen die Oculus Rift in einigen Monaten auch Handbewegungen relativ exakt und in Echtzeit erfassen können soll. Das Unternehmen hinter der VR-Brille gehört Facebook.

Dann zeigte Schroepfer eine bereits bekannte Demo namens Toy Box, die virtuelles Tischtennisspielen ermöglicht - auch mit mehreren Spielern. So ist VR plötzlich kein einsames Erlebnis mehr, sondern eine Art Begegnung - samt der Illusion, der andere Spieler sei physisch anwesend. Toy Box ist so eine Art virtuelles Bällebad, Oculus hatte dem vielversprechenden Konzept sogar schon ein eigenes Werbevideo gewidmet.

Noch spannender wurde es im Anschluss: Schroepfer zog sich eine Oculus Rift auf und kündigte an, einen Freund in der virtuellen Realität treffen zu wollen, in einer neuen Social-VR-Demo. Mit körperlosen Avataren, die aber jeweils Hände und einen Kopf hatten, sprachen die beiden in einer leer wirkenden Testumgebung miteinander. Dabei bekam Schroepfer von seinem Gegenüber ein 360-Grad-Foto gereicht, in das sein Avatar quasi eingesaugt wurde.

Schroepfers Avatar befand sich fortan mitten im Bild, samt seinem Chatpartner, so dass sich die beiden spannende Teile des Bilds direkt zeigen konnten. Das gemeinsame Entdecken der Fotos war noch nicht alles. Die beiden konnten sogar einen virtuellen Selfie-Stick zücken und so ein digitales Erinnerungsfoto ihres digitalen London-Ausflugs machen. Das gelungenste Foto landete in einem virtuellen Briefkasten, von wo es angeblich direkt auf Facebook gepostet wurde:

«Ich hoffe, das gibt Ihnen einen besseren Eindruck davon, was wir meinen, wenn wir sagen, dass VR Menschen zusammenbringen kann», sagte Schroepfner nach der Selfie-Session.

Auch der VR-Forscher Yaser Sheikh von Oculus trat bei der Keynote auf (im Video ab Minute 59). Er träumte auf der Bühne von «sozialer Präsenz». Es geht dabei um ein gegenseitiges Erkennen und die Erkenntnis, dass das Gegenüber einen ebenfalls erkennt beziehungsweise wahrnimmt. Das wäre ein Gefühl, das über das Präsenzgefühl bisheriger VR-Anwendungen hinausgeht. Wenn jemand das Gefühl sozialer Präsenz habe, würde er zum Beispiel keine Dinge machen, die er auch anderswo nicht vor anderen Menschen tun würde, so Sheikh.

Räumliche Nähe wird nicht mehr entscheidend sein

Vor diesem theoretischen Ausflug nannte auch Sheikh Ideen, deren Umsetzung in absehbarer Zeit realistischer erscheinen: Man solle sich beispielsweise eine Poker-Nacht mit College-Freunden, die mittlerweile an verschiedenen Orten leben, vorstellen: «Eine Erfahrung, die so real wirkt, dass du weisst, ob sie bluffen oder nicht.»

Ebenso könne es Meetings in der virtuellen Realität geben und Job-Interviews, für die man nicht anreisen müsste - und bei denen das Geschlecht keine Rolle spielt.

«Nähe wäre nicht mehr entscheidend dafür, mit wem du deine Zeit verbringst», sagte Sheikh. Bis es so weit sei in der VR, dauere es aber noch: «Aber das ist ihre Bestimmung: die ultimative soziale Plattform, wo physische Distanzen keine Rolle mehr spielen.»

Erste Social-VR-Apps gibt es schon

Erste Anwendungen, über die die Träger von VR-Brillen chatten und miteinander interagieren können, gibt es schon jetzt. Besitzer der Gear VR, der HTC Vive und der Oculus Rift können sich in den virtuellen Welten von AltspaceVR begegnen. Ihre Avatare können bei AltspaceVR Spiele spielen, aber auch Online-Partys und Workshops besuchen.

Taverne für Rollenspiele in AltspaceVR.

Gemeinsames Livestream-Schauen ist derzeit unter anderem mit Oculus Social möglich, einer Gear-VR-App. Ebenso gibt es ein Gear-VR-Programm namens Social Trivia, das eine Quizshow simuliert, an der der eigene Avatar und andere Spieler teilnehmen. Zumindest einen Hauch von sozialer Präsenz gibt es also schon jetzt.

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    Alle Leser-Kommentare
  • äti 15.04.2016 20:12
    Highlight Kenne echt niemanden der noch FB nutzt.
    5 4 Melden

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