Digital

«Krasser Verstoss»

Schweizer Datenschützer kritisiert Facebook-Experiment

06.07.14, 05:29 06.07.14, 12:27
Hanspeter Thuer, Eidgenoessischer Datenschutzbeauftragter, stellt den 21. Taetigkeitsbericht 2013/14 des Eidgenoessischen Datenschuetzers vor, am Montag, 30. Juni 2014, in Bern. (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

Datenschützer Hanspeter Thür: «Das ist besorgniserregend». Bild: KEYSTONE

Das Experiment hat Schlagzeilen gemacht: 2012 experimentierte eine interne Arbeitsgruppe von Facebook mit 700'000 Nutzern – ohne dass sie davon wussten. Sie manipulierten den Newsfeed der Testpersonen um herauszufinden, wie die Nutzer auf positive und negative Nachrichten reagieren. 

Für den Eidgenössischen Datenschutzbeauftragten Hanspeter Thür ist das Experiment ein krasser Verstoss gegen den Datenschutz: «Facebook hat die Teilnehmer an diesem Experiment nicht einmal vorher um Erlaubnis gebeten. Damit hat das Unternehmen elementarste Datenschutzregeln verletzt. Das ist besorgniserregend.» 

Das Beispiel Facebook zeige aber auch, dass der Mensch tatsächlich manipulierbar sei. Und Thür geht noch weiter: «Es ist möglich, und es wird auch gemacht!» (rey)

Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
3
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • GammaPsh 06.07.2014 16:40
    Highlight Individualisierungen von "newsfeeds" und Suchergebnissen ist eine Realität, der wir nicht erst seit diesem Experiment gegenüberstehen, wie wir damit umgehen, dass Medien sich uns anpassen, uns Dinge vorenthalten oder auf etwas Explizites hinweisen, ist etwas, womit wir umgehen können sollten. Respektive wenn wir es nicht wollen Grenzen und Regeln formulieren. Dieses Experiment von Facebook ist einer der wenigen Anhaltspunkte den wir bei dieser Diskussion haben, wo wir etwas mehr darüber wissen als "es wird gemacht". Wir haben eine Diskussionsgrundlage die über Vermutungen hinaus geht.
    Darum ist dieses Experiment alles andere als bedenklich, und jedem, der seine Abneigung gegenüber diesem Phänomen des individualisierten Mediums an diesem Experiment festmacht, kann ich nur raten, sei nicht so naiv. Wenn du durch das Experiment das erste mal etwas davon gehört hast, dass dies passiert und "bewusst" gesteuert passiert, dann hattest du eine Kompetenzlücke im Umgang mit diesen Medien. Also sei nicht wütend auf den Boten der dir deine Ignoranz vor Augen geführt hat...
    Sollte Thür sich wirklich so undifferenziert über dieses Experiment geäußert haben so ist das ein weiteres Indiz, dass es sein Job ist, seinen Sessel für den nächsten, hoffentlich kompetenteren, warm zu halten.
    1 0 Melden
  • Tux 06.07.2014 09:56
    Highlight All diese neuen Methoden nehmen Formen an, welche mich langsam zum Schluss kommen lassen, dass ich wohl Back to the Roots gehen werde..
    Handy, Computer und der ganze Firlefranz - hatten wir früher auch nicht und lebten vorzüglich.
    Kommt hinzu, dass ich immer mehr Menschen kennenlerne, welche genau dies konsequent verfolgen und denen geht es prima - bei mir hat der Virus schon eingesetzt... wird wohl noch ein paar Monate dauern, und dann bin ich Verschwundibus.... hehehe
    2 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 06.07.2014 07:15
    Highlight face.... was? ;)
    2 0 Melden

Liam füdliblutt – wieso Eltern denken müssen, bevor sie ihre Kinder zu Insta-Stars machen

Kinder, ob lustig oder süss, sind ein Hit auf Social-Media. Aber ethisch könnte da was faul dran sein – eine Analyse.

Es tut weh. Das Bild von Liam*; wie die Speckröllchen über seinen aufgeblähten Bauch rugeln, währenddem er das Wasser in der nicht mal halb gefüllten Badewanne zu schlagen versucht. Seine Mutter, die das Bild auf Facebook geladen hat, hat sein «Schnäbeli» mit lasziv anmutendem Emoji verdeckt. Es ist einfach niedlich.

Auch der Insta-Post, der die einjährige Muriel* beim familiären Ausflug ins Fastfood-Restaurant zeigt, klaubt ein Wonnegefühl aus jeder noch so finsteren Magengrube heraus. Wie …

Artikel lesen