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Der Tatort in Cleveland. Bild: AP

Mord live auf Facebook: Der Social-Media-Konzern räumt Versagen ein – und will handeln

Die US-Polizei jagt noch immer den Mann, der seine Tat filmte und bei Facebook veröffentlichte. Der Social-Media-Konzern räumt Versagen ein.

18.04.17, 04:42 18.04.17, 07:38

Ein Video von einem Mord in Cleveland, das am Sonntag zwei Stunden lang online und über die Facebook-App zu sehen war, bringt den Social-Media-Giganten in Bedrängnis.

Der Polizei zufolge stellte der mutmassliche Täter das Video selbst ins Netz, auf dem zu sehen ist, wie er einen älteren Mann erschiesst. Die Fahndung nach ihm läuft mit Hochdruck.

Das FBI hat den Verdächtigen auf die «Most Wanted»-Liste gesetzt

Facebook hat derweil eine Überprüfung des Umgangs mit Gewaltvideos angekündigt. Die Verfahren müssten verbessert werden, teilte das US-Unternehmen am Montag mit. Allerdings wirft die Ankündigung grundsätzliche Fragen auf...

Es müsse für Nutzer einfacher werden, gefährliche Beiträge zu melden und die anschliessende Prüfung müsse schneller ablaufen. 

Der Vorfall liess Zweifel aufkommen, wie Facebook mit den Massen an hochgeladenen Daten aus aller Welt umgeht. Erstmals veröffentlichte Facebook eine detaillierte Auflistung der Ereignisse. Diese zeigt, dass Gewaltvideos problemlos hochgeladen und für andere verfügbar gemacht werden können. Erst wenn Inhalte von anderen Usern gemeldet werden, wird reagiert.

Facebook «muss besser werden»

In einem Beitrag im Facebook-Newsroom wird eine Timeline zu den tragischen Ereignissen angegeben:

Demzufolge postete der mutmassliche Täter drei Videos. Im ersten kündigte er an, einen Mord begehen zu wollen. Facebook zufolge wurde dies von niemanden gemeldet.

Zwei Minuten später lud der Mann ein Video hoch, auf dem der Mord zu sehen ist. Gemeldet wurde dies von Facebook-Nutzern aber erst knapp zwei Stunden später. Das dritte mit dem Bekenntnis zum Mord wurde elf Minuten nach dem Mordvideo live übertragen. Dies sei kurz darauf gemeldet worden.

«Wir haben das Benutzerkonto 23 Minuten nach dem ersten Bericht über das Mordvideo und zwei Stunden nach der ersten Meldung überhaupt gelöscht. Wir wissen, dass wir da besser werden müssen», teilte Facebook mit.

(dsc/sda/reu, via Tech Crunch)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • AllIP 20.04.2017 11:21
    Highlight Ich finde es amüsant wie Facebook all ihre Problemchen schön unter den Teppich fegt und so tut als wäre nichts geschehen.

    Mein Beileid für die Betroffenen...

    #Facebookeschtot
    0 0 Melden
  • Nila 18.04.2017 07:57
    Highlight Da werden Leute Live ermordet und das einzige worüber wir uns Sorgen machen ist das Facebook sauber bleibt...

    Finde den Fehler
    48 2 Melden
  • Kuunib 18.04.2017 07:43
    Highlight Facebook handelt, indem sie nun auch Stories anbieten. Auch wenn Insta schon zu Facebook gehört.
    8 1 Melden
    • AllIP 20.04.2017 11:22
      Highlight Neu Facebook Stories: Schicke deinen Freunden wie du jemand ermordet hast und zeige ihnen die Einzelheiten.

      #Satire
      1 0 Melden
  • Scaros_2 18.04.2017 07:43
    Highlight Und wie immer muss erst etwas wirklich schlimmes passieren ehe der Mensch/Unternehmen aktzeptiert das er eigentlich schon lange handeln muss.
    9 2 Melden

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