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Nach wiederholten Sicherheitslücken: Flash wird im Firefox-Browser vorerst blockiert. bild: twitter

Nichts im Netz nervt so sehr wie Adobes Flash-Player: Jetzt setzen Firefox, Facebook und Google dem Grauen ein Ende 

Nach der jüngsten Empörung über Sicherheitslücken droht Flash von Adobe endlich das Aus. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Markus Böhm und Moritz Stadler



Ein Artikel von

Spiegel Online

Was ist der Flash Player – und was ist aktuell passiert?

Der Flash-Player ist eine Software der Firma Adobe. Fast jeder Internetnutzer hat sie auf seinem Computer, trotzdem wird sie von vielen leidenschaftlich verachtet. Es gibt sie als Add-on für alle gängigen Browser und als Flash-Player, den man auf Windows, Mac oder Linux installiert.

Im Internet hilft der Flash-Player zum Beispiel, Videos, Animationen oder auch bestimmte Werbung darzustellen. Auch soziale Netzwerke wie Facebook setzen zum Teil noch auf Flash-Inhalte. Ob und in welcher Version man die Software installiert hat, kann man auf der hier verlinkten Übersichtsseite herausfinden.

Seit dem Wochenende haben gleich zwei namhafte Internetfirmen dem Flash-Player den Kampf angesagt. Am Sonntag hat Facebooks neuer Sicherheitschef Alex Stamos Adobe per Twitter aufgefordert, ein Datum für das Ende des Players bekanntzugeben. Zudem schlug Stamos vor, dass mithilfe sogenannter Killbits sichergestellt wird, dass Flash ab dann auch in den Browsern nicht mehr zum Einsatz kommt.

Mindestens so bedeutend wie Stamos' Vorstoss ist eine Ankündigung von Mozilla, dem Anbieter des beliebten Firefox-Browsers. Firefox blockt nun standardmässig alle Flash-Versionen, twittert Support-Chef Mark Schmidt. Konkret bedeutet das: Bis auf Weiteres müssen Firefox-Nutzer die Nutzung des Flash-Players manuell erlauben. Das Ganze ist eine Reaktion auf aktuelle Sicherheitslücken im Player (siehe nächste Frage).

Obwohl Mark Schmidt in einem weiteren Tweet klarstellt, dass Mozillas Entscheidung nur vorläufig ist, kann man sie als Schritt in Richtung eines Abschieds vom Flash Player interpretieren. Das gilt umso mehr, da auch Firefox-Konkurrenten wie Googles Chrome-Entwickler Funktionen und Pläne angekündigt haben, die etwa das automatische Abspielen von Flash-Inhalten verhindern.

Warum regt der Flash Player so viele Menschen auf?

Der Flash-Player gilt schon lange als technisch überholt, aus diesem Grund muss er gefühlt ständig aktualisiert werden. Die Software hat zudem den Ruf, ein Einfallstor für Kriminelle zu sein.

Immer wieder werden gravierende Sicherheitslücken bekannt, die es Hackern beispielsweise ermöglichen, Rechner zu kapern und zum Teil eines Botnets zu machen. Schon zum Jahresanfang empfahlen Experten, den Flash-Player zeitweise abzuschalten: Damals gab es Berichte über zwei Schwachstellen, die bereits aktiv von Kriminellen ausgenutzt wurden.

Aktuell sind zwei schwere Sicherheitslücken in den Schlagzeilen, die Anti-Viren-Softwareanbieter in den geleakten Interna der Spionagefirma Hacking Team entdeckt haben. Die Lücken sollen bereits von Kriminellen missbraucht werden, Adobe zufolge sind Windows-, Mac- und Linux-Nutzer gefährdet. Das Unternehmen will im Laufe dieser Woche ein Update zur Verfügung stellen, das die Lücken schliesst.

Wie lässt sich der Flash Player deaktivieren - und sollte ich das tun?

Angesichts der aktuellen Lücken empfiehlt es sich derzeit auf jeden Fall, den Flash-Player abzuschalten.

Firefox-Nutzer können sich dabei an eine Anleitung des Mozilla-Supports halten.

Wer mit dem Internet Explorer surft, kann das Plug-in ausschalten, indem er oben rechts das Zahnradsymbol anklickt und unter «Add-Ons verwalten» die Option «Shockwave Flash Object» ansteuert.

Chrome-Nutzer können die Einstellungen zum Abschalten des Flash-Player-Plug-Ins durch die Eingabe von chrome:plugins in die Adressleiste ansteuern. Hier steht, wie man danach vorgeht.

Safari-Nutzer erfahren im Apple-Support unter dem Punkt «Website-Einstellungen manuell verwalten», wie sie das Plug-In deaktivieren.

Will man den Flash-Player nicht gleich ganz deaktivieren, besteht die Möglichkeit, zu verhindern, dass das Plug-in automatisch ausgeführt wird. Wie das funktioniert, hat das Tech-Portal «Heise» erklärt.

Woher bekomme ich die aktuelle Version des Flash Players?

Das Mindeste, was man für seine Surf-Sicherheit tun sollte, ist, seinen Flash-Player auf dem neuesten Stand zu halten. Daher empfiehlt es sich, die Benachrichtigungen über neue Versionen einzuschalten, um möglichst zeitnah Updates durchführen zu können.

Die jeweils aktuelle Version des Flash-Players findet man alternativ auch direkt auf der Adobe-Website. Dort gibt es den Flash-Player für Windows, Mac und Linux, beziehungsweise als Plug-in für Safari, Firefox, Chrome und den Internet Explorer.

Was kommt nach dem Flash Player?

In weiten Teilen des Internets hat sich HTML5 als zeitgemässe Alternative zum Flash Player durchgesetzt. Einige grosse Dienste und Plattformen haben bereits standardmässig auf HTML5 umgestellt, darunter YouTube. Die Videoplattform erhofft sich von dem Wechsel auf HTML5 unter anderem eine bessere Bildqualität bei geringerem Datenverbrauch. Ob auf einer Website HTML5 oder Flash zum Einsatz kommt, ist eine Entscheidung, die die Inhalte-Anbieter treffen müssen.

Nutzer, die auch ohne Adobes Flash-Player weiter Flash-Videos sehen möchten, können sich zum Beispiel das Firefox-Plug-in «Shumway» herunterladen. Diese Software befindet sich aktuell aber noch in der Entwicklung.

Wann trennt sich watson von Flash-Inhalten?

Alle Inhalte von watson lassen sich schon jetzt ohne Flash-Player ansehen. 

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    Alle Leser-Kommentare
  • Midnight 19.07.2015 23:10
    Highlight Highlight Also Flash ist schon seit mindestens 10 Jahren überholt und hätte mit dem aufkommen der ersten grossen mobilen Plattform, spätestens aber mit dem erscheinen des iPhone sterben müssen! Die Sicherheitslücken sind ja nur die Spitze des Eisbergs. Das Ding braucht einfach viel zu viel CPU Leistung und killt jede Batterie in Kürze! Sogar Full HD MKVs brauchen weit weniger Leistung als irgend ein 480p Video bei Youtube mit dem Flash Player zu schauen. Echt erbärmlich die Sache! (Und wenn wir grad dabei sind, Microsofts Silverlight ist da keinen Deut besser. Der muss also auch weg!)
  • Flint 14.07.2015 22:38
    Highlight Highlight Flash weg, wunderbar. Bei mir war Ende Geduld bereits damals, als Flash von den Android Geräten entfernt wurde. Java nervt im Übrigen genauso. Erstens dauernd Sicherheitslücken und zweitens installiert sich jeder zweiter DAU gleich noch etwas vom überhaupt nutzlosesten mit: die ASK-Toolbar!
    @Watson: Macht doch mal ein Duell der nervigsten Software die es gibt. Ich schicke da gleich Java, ASK-Toolbar und Kaspersky Internet Security ins Rennen ;-).
    • cbaumgartner 14.07.2015 23:45
      Highlight Highlight Die Ask-Toolbar wird inzwischen nicht mehr angeboten bei Java, allerdings wollen sie dir nun Yahoo! als Startseite andrehen...
      Ich möchte noch ins Rennen schicken den McAffee 'Virenschutz' sowie jegliche Software welche das Wort "optimiser" enthält.
    • eiSat 14.07.2015 23:49
      Highlight Highlight Und ich schicke Windows und Android gleich hinter her
    • User01 15.07.2015 07:21
      Highlight Highlight Du meinst wahrscheinlich das Java-Browser-Plugin. Java ist eine Programmiersprache.
  • Der Tom 14.07.2015 17:36
    Highlight Highlight Mich nerven Werbungen mehr als der Flashplayer! Eine alternative zu Flash gibt es nicht. Mit HTML5 können die meisten notwendigen Funktionen in neuern Browsern ähnlich gut umgesetzt werden. Mehr Sicherheit sollte man sich davon aber nicht versprechen. Ganz im Gegenteil!
    • cbaumgartner 14.07.2015 19:21
      Highlight Highlight Ich kann Dir nicht ganz folgen... Du hast die Alternative doch eben erwähnt?
      HTML5 ist definitiv eine Alternative, welche in Kombination mit JavaScript alles kann, was der Flash Player auch kann. Flash Player ist zudem die zweitgrösste Sicherheitslücke, direkt nach Java.
    • Aufblasbare Antonio Banderas Liebespuppe 15.07.2015 00:23
      Highlight Highlight gegen werbung gibt es adblock. ich hatte übrigens noch NIE ein problem mit flash player

Kevin ist noch einmal «Allein zu Haus» – aber diesmal mit Hightech 😜

Es ist ein Werbespot für Smart-Home-Anwendungen von Google, aber Macaulay Culkins Reise in die Vergangenheit musst du gesehen haben.

Weihnachten ist dieses Jahr früher!

«Kevin – Allein zu Haus» war in den 90er-Jahren der Weihnachtsfilm für die ganze Familie. Jungschauspieler Macaulay Culkin wurde mit seinem schlauen Kampf gegen Einbrecher weltberühmt. Nun bringt Google die Filmkomödie zurück – mit dem kaum gealterten Hauptdarsteller! Mit Originalmusik, in Originalkulisse und herrlichen Anspielungen.

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