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Firefox, Mozilla

Mozilla versucht derzeit mit dem eigenen mobilen Betriebssystem Firefox OS neue Märkte zu erschliessen. Bild: Mozilla

Mitarbeiter fordern Rücktritt

Trotz Spende gegen Homo-Ehe will Firefox-Chef nicht zurücktreten

Der neue Chef von Mozilla, die den Firefox-Browser verantwortet, steht in den USA in der Kritik: Brendan Eich hat vor Jahren eine Organisation unterstützt, die gegen gleichgeschlechtliche Ehen lobbyierte. Einen Rücktritt lehnt er ab.

02.04.14, 16:03

Ein Artikel von

Brendan Eich ist nicht wegen seiner politischen Haltung Chef von Mozilla geworden. Mitte der neunziger Jahre hat er, damals beim Browser-Pionier Netscape, JavaScript entwickelt. Er kann als einer der Väter moderner Web-Browser gelten. Nun aber steht Eich wegen seiner Haltung zu einem ganz anderen Thema in der Kritik: Eich hatte 2008 einen Gesetzentwurf gegen gleichgeschlechtliche Ehen – genannt Proposition 8 – in Kalifornien mit 1000 Dollar finanziell unterstützt. Das Dating-Portal OK Cupid hatte alle Nutzer mit einer dem eigentlichen Angebot vorgeschalteten Seite zum Boykott des Firefox-Browsers aufgerufen, für den Mozilla verantwortlich zeichnet. Der Software-Entwickler Rarebit kündigte an, Mozilla zu boykottieren.

Nun hat Eich der Tech-Website CNet ein Interview gegeben, in dem er sich rechtfertigt und einen Rücktritt ablehnt. Überzeugungen wie diese sollten grundsätzlich keine Rolle spielen, argumentiert er. Eich sieht durch die Debatte jedoch Mozilla und Firefox bedroht.

Mozilla-CEO Brendan Eich.  Bild: Mozilla

Mehrere Mozilla-Mitarbeiter hatten ihren Chef öffentlich zum Rücktritt aufgefordert. Eich hatte in einem Blog-Eintrag nach seiner Berufung wortreich versprochen, dass er sich selbstverständlich für Gleichbehandlung und Chancengleichheit einsetzen werde, wie es den Werten der Mozilla Foundation entspreche. Mozilla selbst hatte vor einigen Tagen ebenfalls in einem Blog-Eintrag auf die Debatte reagiert: «Mozilla unterstützt LGBT-Gleichstellung» – LGBT steht für lesbisch, schwul (gay), bisexuell, transsexuell.

Die Debatte ist nicht neu: Schon 2012 hatte Eich in seinem Blog zur Kritik an seiner Spende Stellung genommen, als diese öffentlich geworden war. Damals weigerte er sich, über die Spende an sich zu diskutieren. Im Interview mit CNet sagte Eich nun: «Als die Leute von der Spende erfuhren, schmerzte sie das. Ich habe diesen Schmerz in den Augen von Freunden gesehen, die selbst lesbisch, schwul, bisexuell oder transsexuell sind. Das habe ich schon 2012 gesehen. Es tut mir leid, diesen Schmerz verursacht zu haben.»

Er sagte jedoch auch, dass es in Indonesien Entwickler gebe, die an Firefox OS für Smartphones arbeiteten und «in dieser Sache auf der anderen Seite stehen». (cis/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 03.04.2014 14:53
    Highlight Furchtbar, man koennte depresionen bekommen. Ich bin nicht banker oder politiker, rauch nicht, sauff nicht, nehme keine drogen, weder schwul, pervers noch arbeitsscheu, gehe stimmen, zahle sogar (manchmal) steuern und funktionier gesellschaftlich in der regel ganz gut.

    Mach einmal eine spende und schon........hab ich meine 15 minuten
    0 0 Melden
  • papparazzi 02.04.2014 21:05
    Highlight Wieso zurücktreten? Finde ich gut, er steht zu seiner Meinung und lässt sich nicht durch den Diskriminierungs- Mainstrem beeinflussen! Seit wann ist ein klares Statement oder eine Überzeugung gleich Diskriminierung? Spätestens dann, wenn man niemandem mehr seine Meinung oder seine Ansicht sagen darf, welche auf Überzeugung und Meinungsfreiheit beruht. ut (dp)
    2 1 Melden
  • jdd2405 02.04.2014 17:53
    Highlight Wer Diskriminierung stoppen will, soll selbst nicht diskriminieren. Oder sind politische Gegner davon ausgenommen?
    0 2 Melden

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