Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Ein Screenshot des iOS-Games «Revolution 60», das von der Betroffenen Entwickelt wurde. Bild: giant spacekat

#Gamergate ohne Ende

«Das ist der Moment, in dem ich die Polizei rufe» – Spiel-Entwicklerin flieht nach Todesdrohungen

Brianna Wu, die sich oft für die Gleichberechtigung von Frauen in der Game-Branche stark gemacht hat, alarmierte nach Vergewaltigungs- und Todesdrohungen auf Twitter die Behörden. Es ist nicht der erste solche Fall in letzter Zeit.

12.10.14, 12:45 13.10.14, 11:29
Philipp Rüegg
Philipp Rüegg

Redaktor

Erneut macht ein Skandal in der Game-Branche die Runde. Brianna Wu, eine Spiele-Entwicklerin aus den USA, hat am Samstag nach wiederholten Todesdrohungen ihr Haus verlassen und die Polizei alarmiert. Gerade erst wiederfuhr Anita Sarkeesian, die in ihren YouTube-Videos auf die mangelnde Gleichstellung von Frauen in Spielen hinweist, das gleiche Schicksal. Ähnliche Belästigungen musste im August zudem Spiele-Entwicklerin Zoe Quinn über sich ergehen lassen. US-Game-Blogs weisen die drei Fälle der Online-Kampagne #gamergate zu. Was als Bewegung für Konsumenten-Rechte und Journalisten-Ethik begann, driftete in eine frauenfeindliche und sexistische Hetzjagd ab.

Lustige Bilder waren der Auslöser

Wu, die sich schon oft öffentlich zur Stellung von Frauen in der Spiele-Industrie äusserte, ist das jüngste Opfer direkter Gewaltandrohung. Angefangen hat alles laut der Game-Seite Destructoid mit einer Reihe lustiger Memes zum #gamergate, die Wu auf Twitter geteilt hat.

Nachdem ein Twitter-User neben übelsten Belästigungen ihren genauen Wohnort veröffentlichte und drohte, mit einer K-Bar, einem militärischen Kampfmesser, auf dem Weg zu ihrem Haus zu sein, alarmierte Wu die Polizei. Sie und ihr Mann haben sich in der Zwischenzeit in Sicherheit gebracht.

Der Game-Blog Polygon bestätigt nach Rückfrage bei den Behörden, dass ein solcher Anruf eingegangen sei und dass die Polizei Ermittlungen aufgenommen habe. Wu schrieb zudem auf Twitter, dass das FBI mit ihr Kontakt aufgenommen habe. 

Der Morddrohung folgten Hackerangriffe auf die Bankkonten ihrer Game-Firma Giant Spacekat. Vorwürfen, sie hätte das Ganze inszeniert, entgegnete Wu: «Ich kann mir keinen schnelleren Weg vorstellen, um meine Karriere zu zerstören, als wegen falschen Anschuldigungen vom FBI verhaftet zu werden. Das ist doch absurd», so Wu gegenüber Polygon.

Während Mord- und Vergewaltigungsandrohungen glücklicherweise Ausnahmefälle sind, bleiben andere Belästigungen gegenüber Frauen im Tech- und Game-Bereich weiterhin an der Tagesordnung. Um die dringend nötige Diskussion darüber sowie zum #gamergate zu führen, müssen aber erst solche Extrem-Fälle wie Wu's aufhören.



Hol dir die App!

Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Wie gut ist der interaktive Thriller «Detroit: Become Human» wirklich? Der Test zeigt es

Das französische Studio Quantic Dream hat nach jahrelanger Arbeit ein intensives, interaktives Drama abgeliefert. Der Einfluss auf den Storyverlauf ist gigantisch. Jede einzelne Entscheidung hat ihre Konsequenzen und es warten mannigfach Überraschungen.

Die Jungs und Mädels von Quantic Dream wissen wie es geht. Bereits mit dem interaktiven Thriller «Heavy Rain» und dem Mysterie-Drama «Beyond: Two Souls» haben sie Videospiele kreiert, wo die Entscheidungen des Spielers, der Spielerin zu unterschiedlichen Ausgängen führen. Mit «Detroit: Become Human» setzen sie nochmals einen drauf und schenken ein gigantisches Geflecht aus Entscheidungen, die ganz viele Wendungen und Enden möglich machen.

Wir schreiben das Jahr 2038. Androiden, künstlich …

Artikel lesen