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Charaktererstellung in «Sims 4»: Spieler entscheiden selber, wie fit ihre Figur ist. Im neuen Teil sollen die Sims intelligenter und emotionaler sein als in den Vorgängern. bild: electronic arts

Erfolgreichste Lebenssimulation der Welt

Was haben die «Sims» mit der Ukraine und mit Sex zu tun? 10 kuriose Fakten zum Kultspiel

Wussten Sie, dass Depeche Mode und Lily Allen schon Simlisch-Songs aufgenommen haben? Zum Start von «Die Sims 4» gibt's ein paar kaum bekannte Hintergrund-Infos. 

08.09.14, 22:25 09.09.14, 13:27

markus böhm / spiegel online

Ein Artikel von

Das Jahr 2000, in dem das erste «Die Sims»-Spiel auf den Markt kam, wirkt weit weg. Seit mehr als 14 Jahren ist die Serie ein Bestseller, mit über 175 Millionen verkauften Spielen, auf dem PC, auf Konsolen, sogar auf Smartphones. Dank der Sims habe man über drei Milliarden Dollar erwirtschaftet, meldete die Spielefirma Electronic Arts (EA) Anfang 2014 – das sei die Grössenordnung von Filmen wie «Avatar» und «Titanic».

Allerdings gibt es auch «Sims»-Titel, an die sich kaum noch jemand erinnert: «Die Sims Online» etwa, ein Online-Multiplayer-Spiel, startete 2002 mit grossem Hype, wurde in «EA Land» umbenannt und 2008 schliesslich ganz geschlossen. Das Facebook-Spiel «Sims Social», 2011 gestartet, wurde nach zwei Jahren eingestellt.

Vor wenigen Tagen ist die Erfolgsgeschichte der Reihe verlängert worden: «Die Sims 4» gibt's zunächst exklusiv für den PC.

Wir haben zehn kuriose Fakten zur «Die Sims»-Reihe für Sie zusammengestellt.

1. Sims können Sex haben, er heisst aber nicht so

Wenn zwei «Sims»-Figuren romantische Gefühle füreinander entwickeln, kann es auch mal körperlich werden – allerdings so, wie man das aus Hollywoodfilmen kennt: In Teil 3 etwa findet Sex vollständig unter der Daunendecke statt (im Bett), hinter verschlossenen Schiebetüren (im Aufzug) oder unter Wasser (im Whirlpool). Statt Nacktszenen gibt es flatternde Herzchen zu bewundern. Sex heisst auch nicht Sex, sondern «Techtelmechtel», im englischen Original «WooHoo». 

video: youtube

2. Das erste «Sims»-Objekt war eine Toilette

Das Spiel sei ein «Familien-Simulator», schrieb Spiegel Online 2000 über den ersten Teil, das Lenken der Spielfiguren entspreche eher «dem Spielen mit einem interaktiven Puppen-, und nicht dem Spannen im Big-Brother-Haus.» Fast hätte Erfinder Will Wright, der zuvor bereits «Sim City» entwickelt hatte, aber ein anderes Spiel auf den Markt gebracht.

«Wright wollte eigentlich einen Architektursimulator entwickeln, da sein Haus in den Hügeln von Oakland abgebrannt war und er es wieder aufbauen wollte», sagt Mitentwicklerin von «Die Sims 4», Marion Gothier. Zwei Designerinnen hätten sich jedoch dafür eingesetzt, den Schwerpunkt stärker auf die Hausbewohner zu setzen. Das erste Objekt, das Will Wright für einen Sims-Prototypen entwarf, soll übrigens eine Toilette gewesen sein.

Hausbau in «Sims 4»: Einen Teil der Faszination des Spiels macht nach wie vor das Er- und Einrichten von Gebäuden aus. Auch gegen echtes Geld.  bild: electronic arts

3. Vor dem Start von «Die Sims 4» machten nicht neue Funktionen Schlagzeilen – sondern fehlende

Nachdem «Die Sims 4» am Donnerstag auf den Markt kam, hat das Entwicklerteam bereits jede Menge Ärger hinter sich. In Foren kursierte eine Liste mit «89 Funktionen, die in ‹Die Sims 4› fehlen». Fans haben darauf Dinge gesammelt, die in älteren Teilen vorkamen, nicht aber in «Die Sims 4»: Pools, Billardtische, Zeitungen, Träume. «Das klingt mehr nach einer HD-Version von ‹Sims 1› als nach einem Nachfolger», lautet einer der populärsten Kommentare zum Thema

4. Im «Sims»-Magazin gibt es Foto-Lovestorys

«Die Sims – Das offizielle Magazin» erscheint alle zwei Monate. Dafür bietet das Heft Tipps zum Einkleiden der Sims und zur Hauseinrichtung, auf der Begleit-DVD finden sich ausserdem Objekte fürs Spiel. Typische Titelthemen sind: «Voll ins Herz! Deine Sims im Valentinstags-Fieber» und «Erstelle sexy Strandschönheiten: Exklusive Bademode auf DVD». Sogar Foto-Lovestorys im «Bravo»-Stil gibt es manchmal.

Eine Besonderheit der Reihe ist es seit jeher, dass nicht nur – wie hier gezeigt — Männer und Frauen heiraten können, sondern auch gleichgeschlechtliche Paare. bild: electronic arts

5. Schwule Sims sind nichts Besonderes

Als im Juni «Tomodachi Life» für den Handheld 3DS erschien, stand das Spiel wochenlang in der Kritik. Obwohl das Nintendo-Spiel als Lebenssimulator vermarktet wird, gibt es darin keine gleichgeschlechtlichen Beziehungen. «Die Sims» war in diesem Punkt schon 2000 realistischer. Bereits im ersten Teil konnten Männer ganz selbstverständlich Männer lieben und Frauen Frauen. Wie es dazu kam, hat das Spielemagazin Joystiq zusammengefasst.

6. Das beliebteste «Sims»-Objekt sind «dramatische Locken» 

«Sims»-Fans können Add-Ons kaufen, aber ihr Spiel auch per Onlineshop aufpeppen. Für sieben Euro bekommt man 1000 Sim-Points, mit denen sich neue Objekte und Welten erwerben lassen. Solche Extras gibt es im Internet reichlich. Das beliebteste Kaufobjekt – viele Zusätze sind auch gratis — sind dabei laut EA die «dramatischen Locken» für Sims-Köpfe, die 100 Sim-Points kosten. 

Die bisherigen «Sims»-Teile haben sich insgesamt 175 Millionen Mal verkauft. bild: electronic arts

7. «Sims»-Fans bezahlen gern für Schnee. 

Allein zu «Sims 3» sind seit 2009 neun Accessoire-Pakete und elf Erweiterungen erschienen: vom «Supernatural»-Paket, das Hexen und Werwölfe ins Spiel brachte, bis zu «Into the Future», das Reisen in die Zukunft möglich macht. 

Häufiger gekauft werden aber andere Beigaben: Die deutschen Fans interessieren laut Electronic Arts besonders neue Wetterbedingungen (zum Beispiel Schnee und Hagel) und Haustiere. Sogar Billy-Regale für die Sim-Welt gibt es: 2008 erschien für «Die Sims 2» das Zusatzpaket «Ikea Home-Accessoires».

Wer wollte, konnte sich mit diesem Add-on Billy-Regale in seine virtuellen vier Wände holen. bild: electronic arts

8. Dave Gahan, Lily Allen und Katy Perry können Simlisch singen

Simlisch heisst die Fantasiesprache, die die Figuren in der «Sims»-Welt sprechen. Sie basiert unter anderem auf dem Ukrainischen. Mittlerweile haben bereits 300 Künstler einzelne Songs auf Simlish veröffentlicht, darunter Depeche Mode, Lily Allen und Katy Perry. Ein Auszug aus Depeche Modes «Suffer Well»: «Deh dah do misbalah. Que-moh-nuzh-nee? Esta booka-dee schvallov en dough cheeky-a-vunch.» 

9. Manche «Sims»-Spieler sind Hobbyschriftsteller

Nicht nur «Harry Potter» und «Twilight» haben eine aktive Fangemeinde, die sich immer wieder Geschichten ausdenkt, die im jeweiligen Serienuniversum spielen. Auch viele «Sims»-Anhänger inspiriert das Spiel dazu, längere Erzählstücke ins Netz zu stellen. «Sims»-Fan-Fiction findet sich unter anderem auf der Seite Fanfiction.net

Auf YouTube werden immer wieder Kurzvideos hochgeladen, deren Szenen in «Die Sims»-Spielen aufgenommen wurden. Ein tonloses Video namens «Sims 2 – Kids in love» zum Beispiel kommt auf 15 Millionen Klicks.

video: youtube

10. Bei den Sims sind die Update-Versionen Comedy

Selbst für Nichtspieler lesenswert sind die Beschreibungen, die EA zu den Updates für «Die Sims» liefert. Darin finden sich regelmässig Hinweise wie «Geister suchen jetzt auch Zimmer ohne Türen heim» und «Der Babysitter verlässt nun nicht mehr mit dem Baby das Grundstück». Auch schön: «Die Interaktion ‹Techtelmechtel› gilt nun als romantische Interaktion.»

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    Alle Leser-Kommentare
  • Lezzelentius 09.09.2014 14:39
    Highlight Lohnt es sich, das Spiel zu kaufen? Hat jemand schon Erfahrungen damit gemacht?
    1 0 Melden
    • Micha Moser 10.09.2014 00:46
      Highlight Ich persönlich habe es mittlerweile um die 20 Stunden gespielt und mir persönlich gefällt der neue baumodus und die multitasking fähigkeit sehr! natürlich ist es nur das 'grundspiel' und die auswahl ist nicht riesengross. aber das ist bei jedem sims teil so. die pools fehlen überhaupt nicht da man einige tolle sachen im garten bauen kann (labyrinthe usw)
      0 0 Melden

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