Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Jim Sterling stört sich ab Schleichwerbung.  screenshot: thescapist

YouTuber und Let's Player an der kurzen Leine

Hersteller des Game-Hits «Shadow of Mordor» manipuliert YouTube-Stars für positive Werbung

Nur YouTuber und Let's Player, die sich an eiserne Vorgaben hielten, durften angeblich «Shadow of Mordor» frühzeitig testen. Gar bekannte Game-Blogger sollen ihre Version absichtlich verspätet erhalten haben.

09.10.14, 22:27
Philipp Rüegg
Philipp Rüegg

Redaktor

Dass viele YouTuber und Twitch-User, die Game-Videos produzieren, für Werbung eingespannt werden, ist bekannt. Game-Firmen haben längst gemerkt, dass die Internet-Promis bei den Käufern zunehmend mehr Vertrauen geniessen als traditionelle Medien. Darum werden die passionierten Gamerinnen und Gamer immer häufiger als Werbe-Maskottchen eingespannt. Was für Knüppelverträge dabei im Spiel sind, ist allerdings neu.

Bloss nichts über «Herr der Ringe» erzählen

Hört man sich die Vertragseinzelheiten der von Publisher Warner Bros. angeheuerten PR-Firma Plaid Social Labs an, verwundert das niemanden mehr. «Überzeugt die User, das Spiel zu kaufen», soll eine Bedingung gelautet haben – inklusive Link auf die offizielle Webseite des Herstellers. «Videos stellen das Spiel in einem guten Licht dar und dürfen keine eventuellen Fehler zeigen», geht es weiter. Ausserdem musste die Story besprochen werden, ohne jedoch auch nur ein Wort über «Herr der Ringe» oder «Der Hobbit» zu verlieren. Am ausführlichsten sollte über das Nemesis-System gesprochen werden. Besonders dreist ist die Forderung, das Video mindestens 48 Stunden vor Ausstrahlung sichten zu können, um etwaige Änderungen anzubringen.

Das Spiel hätte die zweifelhaften Massnahmen gar nicht benötigt. Die meisten Tester sind von «Shadow of Mordor» begeistert. Bild: Monolith

Der renommierte Blogger und Redaktor der Game-Seite The Escapist Jim Sterling hat in einem Video auf die PR-Massnahmen für «Shadow of Mordor» aufmerksam gemacht. Sterling ging Hinweisen von John Bain (TotalBiscuit, The Cynical Brit) nach. Bain ist ein erfolgreicher YouTuber, der bekannt für seine kritischen Ansichten zur Game-Szene ist. Ihm zufolge erhielten nur solche Tester vorzeitig eine PC-Version, die sich bereit erklärten, das Game offiziell zu vermarkten. So erhielt offenbar selbst der namhafte Blog Rock, Paper, Shotgun keine Kopie, weil man sich weigerte, die Bedingungen des Vertrags zu akzeptieren. Wer trotzdem ein Video produzierte, wurde auf YouTube wegen Markenrechtsverletzung markiert. Auch unserem Stream erging es so, allerdings kann man das Video weiterhin problemlos anschauen. TotalBiscuit verzichtet mittlerweile auf die Zusammenarbeit mit Plaid Social Labs. 

Sterling sagt ziemlich deutlich, was er von solchen Deals hält

Sterling kritisiert besonders, dass aus den Videos meist nicht deutlich herausgeht, ob sie gesponsert wurden. Dadurch wird dem User vorgegaukelt, eine ehrliche Empfehlung zu erhalten. Dabei hätte es «Shadow of Mordor» gar nicht nötigt gehabt, zu solch zweifelhaften Massnahmen zu greifen. Bleibt nur, beim nächsten Live-Stream zweimal hinzuschauen, ob nicht eine getarnte Werbekampagne am Werk ist.

Hol dir die App!

Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • blueberry muffin 10.10.2014 00:22
    Highlight Das sogar Jim Sterling es nach Watson schafft. :) Very nice.
    4 0 Melden

Alle spielen «Fortnite» – nur ich kann mit dem Handy-Spiel der Stunde gar nichts anfangen

Ich gestehe. Auch ich habe das süchtig machende Baller-Survival-Spiel «Fortnite» auf dem iPhone intensiv gespielt. Darum habe ich wieder aufgehört.

Schon als das Spiel im letzten Sommer für die Playstation 4, Xbox One und für den PC erschien, hatte ich meine Mühe mit diesem bunten Baller-Survival-Spiel im Comic-Look. Dabei fand ich durchaus Gefallen in den ersten Spielstunden. Hirn aus und ran an den digitalen Speck.

Doch schnell verging mir die Lust daran und ich widmete mich wieder anderen Titeln. Jetzt ist das Ding auch noch für mein iPhone erschienen und es ist, als ob ich ein Jahr zurück katapultiert wurde.

Alles hört sich ja sehr …

Artikel lesen