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Als wütende Katze die Wohnung demolieren: Katzen-Simulatoren sind der grosse Renner – trotz mässiger Qualität

Wer die Einrichtung zerstört, der punktet: In «Catlateral Damage» steuert man eine wütende Katze durch die Wohnung. Das klingt aufregender als es sich spielt – trotzdem finden Katzen-Simulatoren regelmässig ihr Publikum.

01.06.15, 15:27 01.06.15, 16:15

Jörg Breithut

Ein Artikel von

Keine Tierart ist im Internet so beliebt wie Katzen. Sie gelten als süss, verspielt und tollpatschig, sind die Helden unzähliger YouTube-Videos, in denen sie Wollknäuel jagen, von Balkonbrüstungen springen und sich in Luftballons verlieben. Und manchmal muss eine Katze nur grimmig schauen, um zum millionenschweren Star zu werden. Doch vielen Katzenliebhabern genügt es offenbar nicht, den Tieren bei ihren Abenteuern nur zuzuschauen. Sie wollen selbst ins Fell der Vierbeiner schlüpfen.

Der Katzen-Simulator «Catlateral Damage» befriedigt dieses Bedürfnis. Sonderlich süss wirken die Katzen in dem gerade erschienenen Spiel aber nicht. Ganz im Gegenteil: Der Spieler steuert eine hinterlistige Katze, die in der Wohnung Chaos verursacht, während sie unbeobachtet ist. Die Aufgaben des Spielers: Vasen auf Schränken zerschmettern, Bücher aus Regalen werfen und das Klopapier abrollen. Die Entwickler sprechen vom ersten Katzen-Ego-Shooter, bewaffnet ist die Hauptfigur aber nur mit ihren beiden Vorderpfoten.

Wer das Kickstarter-Projekt von «Catlateral Damage» mit genug Geld unterstützt hat, durfte seine eigene Katze verewigen. Bild: Chris Chung

Mit den Maustasten schlägt man um sich, mit der Leertaste lässt man die Katze in die Höhe hüpfen. Das wird schon im Tutorial langweilig. Auch die Verbesserungen und die neuen zerstörbaren Objekte, die man in den Zimmern findet, machen das Spiel nicht unterhaltsamer.

Doch offenbar ist das Spieldesign gar nicht so wichtig. Denn «Catlateral Damage» hat trotz aller Schwächen Fans – Menschen, die einfach gern eine Katze spielen. Seit Mittwoch ist das Spiel für knapp zehn Euro auf dem Downloadportal Steam für PC, Mac und Linux erhältlich – und die Käuferbewertungen sind bislang durchweg positiv. Vielleicht weil man genau das bekommt, was versprochen wird: einen Katzen-Simulator im Comic-Look.

Mit Cat-Content bei den Spielern punkten

Mehr als 2500 Personen haben bereits vor der Veröffentlichung Geld gespendet, damit sie mit «Catlateral Damage» ihrer Zerstörungswut freien Lauf lassen dürfen. Entwickler Chris Chung hatte seine Idee vor etwa einem Jahr beim Finanzierungsportal Kickstarter präsentiert. Die Idee kam so gut an, dass er 62'000 Dollar für das Spiel sammelte. Für zehn Euro bekam man eine Kopie des Spiels, wer ein bisschen mehr spendete, durfte seine Katze auf einem der Fotos verewigen, die in den Zimmern von «Catlateral Damage» verteilt sind.

Der «Cat Simulator» ist ein weiteres Spiel, das sich aus der Katzenperspektive spielt. Bild: Swift Apps LLC

Derzeit versuchen gleich mehrere Entwicklerteams, mit Katzen-Content zu punkten. Das Zerstören ist dabei fast immer ein Spielelement: Im «Cat Simulator» poltern die Tiere durchs Wohnzimmer, zerbrechen Vasen und kippen Fernseher um. Und auch im Browserspiel «My Garbage Cat Wakes Me Up At 3AM Every Day» wird die Einrichtung demoliert. Bei dem Spiel im Gameboy-Look geht es darum, mit möglichst viel Lärm das Regal abzuräumen und die Stehlampe umzuwerfen, damit das Herrchen mitten in der Nacht aufwacht.

Doch nicht nur Katzen sind gut darin, virtuelles Chaos anzurichten. Spätestens seit dem «Goat Simulator» ist klar, dass Spieler auch die Rolle einer Ziege fasziniert. Und sogar als Bär würden viele Spieler gern durch den Wald traben – das zeigt der «Bear Simulator», für den bei Kickstarter mehr als 100'000 Dollar zusammenkamen.

Das Spielprinzip klappt auch mit Ziegen und Bären

Für Tiersimulationen scheint es also durchaus eine Marktnische zu geben, obwohl bei vielen Projekten ein Augenzwinkern dabei ist. So preisen die Entwickler ihre Spiele mitunter mit so viel Ironie an, dass man nicht genau weiss, ob es sich nun um einen Scherz oder um ein ernst gemeintes Spiel handelt.

Bild aus «GoatZ»: Als Ziege im Zombie-Land. Bild: coffestainstudio

Die Erfinder des «Goat Simulator» etwa hatten nach eigenen Angaben nie geplant, das Spiel zu veröffentlichen, und rieten den Fans deshalb immer wieder davon ab, den Simulator zu kaufen. Mittlerweile gehört die Selbstironie zur Marketing-Strategie. Zur aktuellen Zombie-Erweiterung «GoatZ» etwa schreiben die Entwickler, dass ihr Spiel mehr Grafikfehler biete als die Software der Konkurrenz.

Beim Bärensimulator dagegen sorgten die ironischen Sprüche für so viel Verwirrung, dass der Entwickler vor einigen Tagen ankündigte, die Beiträge nun professioneller anzugehen und keinen Sarkasmus mehr einzusetzen. Der Grund: Im Februar kamen Gerüchte auf, dass sich der Projektchef mit dem Geld aus dem Staub gemacht hat und das Spiel niemals programmiert wird.

Mit dem neuesten Eintrag haben sich die Gemüter nun beruhigt: Die Entwickler weisen darauf hin, dass derzeit die 3D-Modelle der Hühner, Füchse und Enten programmiert werden. Alles gut also? Fast zumindest. Denn ein Nutzer beschwert sich weiter: «Wer will schon seriöse Updates über einen Bärensimulator?»

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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
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