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IMAGE DISTRIBUTED FOR MICROSOFT -  Crowds gather at the Xbox E3 2015 Briefing on Monday, June 15, 2015 in Los Angeles. (Photo by Matt Sayles/Invision for Microsoft/AP Images)

Volles Haus an der Microsoft-Show. Bild: Invision for Microsoft/Invision

Spielemesse E3: Das sind die Tops und Flops der Game-Präsentationen

Die ersten Pressekonferenzen auf der Spielemesse E3 sind vorüber – Zeit für ein Zwischenfazit. Was waren die grössten Überraschungen, was kam nicht so gut an? Und was ist eigentlich mit Virtual Reality?

16.06.15, 21:47 17.06.15, 10:23

markus böhm, los angeles / spiegel online



Ein Artikel von

Im Vorfeld der Fachmesse E3 versuchen sich die Videospielhersteller Jahr für Jahr zu überbieten – mit Spielideen, aber auch bei der Inszenierung ihrer Pressekonferenzen. Die Rollenspiel-Spezialisten von Bethesda etwa haben am Sonntag zum ersten Mal überhaupt eine Präsentation abgehalten – dafür gleich im Dolby Theatre in Hollywood, wo auch die Oscars verliehen werden.

Der Playstation-Hersteller Sony hatte einen Abend später in die Memorial Sports Arena von Los Angeles geladen, eine Mehrzweckhalle, in der schon Michael Jackson auf der Bühne stand. Da wundert es kaum, dass bei Ubisoft der US-Sänger Jason Derulo Werbung für das Tanzspiel «Just Dance» machte und dass Electronic Arts die Vorstellung von «Fifa 16» mit einem Kurzauftritt der Fussballlegende Pelé einleitete.

Mit den Konferenzen pflegen die Hersteller ihr Image. Die E3 ist die weltweit wichtigste Spielemesse, über Videoplattformen wie YouTube und Twitch verfolgen Millionen, was die grossen Firmen im Portfolio haben – und wie sie es anpreisen. Nur wenige Unternehmen wie die «Grand Theft Auto»-Macher Rockstar Games erlauben es sich, dem Messerummel weitgehend fernzubleiben.

Seit Sonntag haben fünf Pressekonferenzen stattgefunden – die von Bethesda, Microsoft, Electronic Arts, Ubisoft und Sony. Hier einige Tops und Flops:

Welche Spiele wurden am meisten bejubelt?

Der Applauslautstärke ist zwar nicht der beste Indikator für die Qualität eines Spiels, sitzen doch auch viele Entwickler und Fans im Publikum. Trotzdem gibt es einige Spiele, die auffallend gut ankamen: Sonys «The Last Guardian» zum Beispiel, ein Action-Adventure, das bereits bei der E3 2009 vorgestellt wurde, danach jedoch in der Versenkung verschwand. Gut an kam auch die Ankündigung, dass «Final Fantasy VII» neu aufgelegt wird. Das Playstation- und PC-Rollenspiel aus den Neunzigern hat bis heute eine riesige Fangemeinde.

Bei Microsoft freuten sich die Xbox-Fans vor allem darüber, dass die Shooter-Reihe «Gears of War» fortgeführt wird: Der vierte Teil soll Ende kommenden Jahres auf den Markt kommen. Electronic Arts punktete mit einem Trailer zu einem neuen «Mass Effect»-Rollenspiel, Ubisoft mit der Ankündigung eines Nachfolgers für «South Park: Der Stab der Wahrheit». Und bei Bethesda waren die Fans vor allem auf «Fallout 4» gespannt.

Todd Howard of Bethesda Game Studios introduces the

«Fallout 4»-Präsentation: Viel glücklicher konnte Chefentwickler Howard die Fans nicht machen. Bild: LUCY NICHOLSON/REUTERS

Die Präsentation dieses Postapokalypse-Rollenspiels war die überzeugendste: Bislang hatte man von dem Spiel nur einem Trailer gesehen, jetzt folgten echte Spielszenen. Nebenbei wurden zahlreiche neue Funktionen enthüllt, etwa die Option, eine Privatfestung samt Verteidigungsanlage zu errichten. Am Ende wurde noch eine baldige Veröffentlichung am 10. November versprochen – viel glücklicher konnte Chefentwickler Todd Howard die «Fallout»-Fans wohl nicht machen.

Welche Spiele kamen weniger gut an?

In Grenzen hielt sich der Applaus meistens, wenn reine Mobilspiele oder Spiele mit Free-to-Play-System vorgestellt wurden. Electronic Arts zeigte eine Spiele-App, in der eine Insel so hergerichtet werden muss, dass sich dort Minions – die kleinen gelben Wesen aus dem Film «Ich – einfach unverbesserlich» – wohlfühlen. Zwischen all den Blockbustern wie dem «Star Wars»-Shooter «Battlefront» wirkte das knallbunte Spiel reichlich verloren.

Bethesda gab unter vergleichsweise spärlichem Applaus bekannt, dass man an einem Kartenspiel mit Figuren aus dem «Elder Scrolls»-Universum arbeitet, und auch Microsofts «Fable Legends» schien das Publikum nicht unbedingt von den Sitzen zu reissen. Eine Besonderheit an dem Free-to-Play-Spiel ist es, dass PC-Spieler gemeinsam mit Xbox-One-Spielern spielen können.

Was waren die grössten Überraschungen?

Ein Coup gelang Xbox-Chef Phil Spencer, als er beim Microsoft-Event ankündigte, dass sich mit der Xbox One künftig auch ausgewählte Xbox-360-Spiele spielen lassen – ohne Zusatzkosten für die Spielbesitzer. Zuvor hatte es stets geheissen, die 360-Spiele seien nicht mit der Nachfolgekonsole kompatibel.

Beim Konkurrenz-Event von Sony erregte vor allem ein Auftritt von Yu Suzuki Aufsehen: Der Entwickler verriet, dass er ab sofort bei Kickstarter Geld für das Action-Adventure «Shenmue III» sammelt. Die «Shenmue»-Teile waren um die Jahrtausendwende herum für Segas Dreamcast-Konsole erschienen, «Shenmue II» landete später auch auf der ersten Xbox. Trotz guter Kritiken und fantastischer Spielewelten erschien nie ein dritter Teil, der die Trilogie eigentlich abschliessen sollte. Mit Crowdfunding wollte Yu Suzuki zwei Millionen Dollar sammeln, 1,5 Millionen waren bereits binnen fünf Stunden zusammengekommen. Am Dienstagnachmittag deutscher Zeit stand der Zähler bereits bei 2,3 Millionen.

Welche Ankündigung klang besser, als sie ist?

Neben dem Faktum, dass nicht gleich alle Xbox-360-Spiele auf der Xbox One laufen, sondern zunächst nur rund hundert, war eine weitere ernüchterndere Microsoft-Ankündigung, als man zunächst vermuten konnte. Unter dem Namen «Elite Controller» stellte das Unternehmen ein überarbeitetes Xbox-One-Gamepad vor, das diverse Komfortfunktionen bietet, etwa austauschbare Komponenten. Später kam allerdings der Preisschock: In den USA werden 150 Dollar für den Elite Controller verlangt, doppelt so viel wie für das normale Gamepad.

epa04801423 The Xbox elite controller is introduced at the Xbox press conference prior to the start of the E3 (Electronic Entertainment Expo) in Los Angeles, California, USA, 15 June 2015. The E3 expo introduces new games and gaming devices and is an anticipated annual event among gaming enthusiasts and marketers.  EPA/MICHAEL NELSON

Bild: MICHAEL NELSON/EPA/KEYSTONE

Was fehlte bei den Präsentationen?

Im Vorfeld der E3 hiess es immer wieder, dass 2015 das Jahr der virtuellen Realität wird. Bei den Präsentationen war davon aber nicht viel zu spüren. Die konzerneigene VR-Brille Project Morpheus war bei der Sony-Präsentation nur wenige Minuten lang Thema, dabei wurde ein Multiplayer-Shooter namens «Rigs» vorgestellt, in dem zwei Dreierteams gegeneinander antreten. Bei Bethesda, Ubisoft und Electronic Arts spielte das Thema überhaupt keine Rolle – wer auf einen VR-Ableger von «Assassin's Creed» oder «Mirror's Edge» gehofft hatte, wurde vorerst enttäuscht.

Microsoft zeigte zumindest ein originelles Anwendungsbeispiel für seine HoloLens, eine spezielle «Minecraft»-Version. Zudem kündigte das Unternehmen an, in Sachen VR nicht nur mit Oculus, sondern auch mit Valve kooperieren zu wollen, der treibenden Kraft hinter der HTC-Datenbrille Vive. Nähere Details zur Zusammenarbeit nannte Microsoft aber nicht.

«Minecraft»-Demo mit der Hologramm-Brille HoloLens

YouTube/Kotaku

Alle News zur E3 findest du in unserem E3-Ticker

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • PeterLustig 17.06.2015 06:34
    Highlight Ja, diese Pressekonferenzen sind zum fremdschämen, aber man schaut sie doch, weil die Produkte sehr interessant sind.
    1 0 Melden
  • rothi 16.06.2015 23:59
    Highlight Hurra! Kings Quest ist wieder da! Mein erstes PC Spiel (nebst Laisure Suite Larry). *freu*
    1 0 Melden
  • Submerged 16.06.2015 23:43
    Highlight Minecraft mit der HoloLens sieht interessant aus!
    4 0 Melden
  • goschi 16.06.2015 22:15
    Highlight WTF, die Jubelperser der E3-Dauerwerbesendungen werden als Indikator genommen?
    Das kritiklose Dauergejuble ist nur peinlich und nicht toll...
    10 2 Melden
  • The Destiny // Team Telegram 16.06.2015 21:59
    Highlight Zeit mir eine ps4 zuzulegen.
    Und perlen wie: journey oder shadow of colossues und mirrors edge ziehen.
    3 3 Melden
    • Tobias K. 16.06.2015 22:24
      Highlight Nicht zu vergessen: Uncharted 4. Hat super ausgesehen.
      5 2 Melden
    • The Destiny // Team Telegram 17.06.2015 07:12
      Highlight Nah, die Uncharted Teile gefallen mir nicht so, sind einfach nicht so mein Ding.
      2 1 Melden

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