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Bitte nicht frei verwenden! gamescom, philipp rüegg mit freundin

Als Pokémon-Fan darf ein Bild mit Pikachu natürlich nicht fehlen. Bild: watson

Gamescom-Reportage

Mit der Freundin an die grösste Game-Messe der Welt – ja, das geht

335'000 Besucher und wir mittendrin – beim fünften Besuch der Gamescom hab ich meine Freundin mitgenommen – ein Erfahrungsbericht.

19.08.14, 20:36
Philipp Rüegg
Philipp Rüegg

Redaktor

«Dann bin ich nur die zweite Wahl», meint meine Freundin als ich sie frage, ob sie mit mir an die Gamescom kommen möchte. Die letzten vier Male bin ich mit meinem Kumpel nach Köln gereist. Weil aber ein Trip mit seiner Freundin nach Italien an ein Frisbee-Turnier wichtiger war (ja genau, unfassbar oder?), suche ich nach einem Ersatz. Die Reaktion meiner besseren Hälfte ist daher nicht ganz unberechtigt. Bisher war es ein klassischer Männertrip, auf den wir uns jedes Jahr tierisch freuten. Eine Notlösung ist meine Freundin aber trotzdem nicht und das scheint zum Glück auch ihr klar zu sein. Daher fackelt sie nicht lange und sagt dem Abenteuer zu.

Ganz überraschend ist das nicht. Meine Freundin haut auch selbst gerne in die Tasten. Sei es mit «Civilization V», «Divinity: Original Sin» oder «The Elder Scrolls Online». An mein eigenes Konsumverhalten reicht das zwar nicht heran, aber das Verständnis für das Hobby ist mehr als vorhanden. Der Ausflug an eine Messe, bei dem geschätzt drei Viertel der Besucher männlich sind, weckt bei ihr auch mehr Neugier als Entsetzen.

Gross, bunt und laut, das ist die Gamescom. Bild: Koelnmesse

Männerdominanz stört nicht, dafür die Booth-Babes

Punkt neun Uhr am Mittwochmorgen stehen wir in Köln am Messeplatz 1. Als Inhaber von Pressepässen dürfen wir einen Tag früher als die normalen Besucher die Hallen stürmen. Ohne uns lange umzuschauen, reihen wir uns als erstes in die kurze Schlange bei «The Witcher 3» ein. Ein polnisches Rollenspiel mit wunderschöner Grafik. Meine Freundin hat eine Schwäche für das Genre, daher erscheint es mir ein guter Einstieg zu sein – die Zombie- und Ballergames heb ich mir für später auf. Und ich behalte recht. Mittelalterliches Fantasie-Szenario mit Magie und spektakulären Kämpfen ziehen eben immer. 

Auch 2014 gehören die Booth-Babes zum fixen Inventar.  Bild: watson

Nach der 20-minütigen Vorstellung schlendern wir ein bisschen durch die Messe. Genau wie bei meinem ersten Besuch staunt auch die Freundin Bauklötze. Gigantische Leinwände, unzählige verkleidete Besucher und eSport-Turniere, an denen die Teilnehmer wie Stars gefeiert werden: Das imponiert. Die Männerdominanz kümmert sie nicht. Störend findet sie eher die knapp bekleideten Booth-Girls, die man sich mit einem männlichen Kollegen wohl eine Sekunde länger angeschaut hätte – natürlich nur, um sich über den Verfall der Gesellschaft und die Objektifizierung der Frauen auszulassen.

Pro-Gamer wie an diesem «Counter-Strike»-Turnier, werden wie Stars gefeiert. Bild: ESL/Helena Kristiansson

Moderator aus Mallorca und ein PS4-Controller zum Verzweifeln

Als nächstes schauen wir uns «Batman: Arkham Knight» an. Die Aussicht darauf ruft keine Begeisterung bei meiner Begleitung hervor: «Der sieht doch total bescheuert aus, mit dieser doofen Maske und den spitzen Ohren». «Blasphemie», erwidere ich entsetzt und rufe zur Beruhigung völlig zusammenhangslos «'Cause I'm Batman» mit einer Stimme, die Hustenreiz hervorruft – Christian Bale lässt grüssen. Während wir über die gezeigte Demo geteilter Meinung sind, einigt uns die Fassungslosigkeit über den übermotivierten Moderator. Mit Sprüchen wie: «Bääm, habt ihr diesen geilen Supermove gesehen? Der steht so schnell nicht wieder auf», könnte er auch auf Malle einen Sauf-Wettbewerb moderieren. 

Während man ansteht, kann man bescheuerte Fotos machen. Das lass ich mir nicht zweimal sagen. Bild: watson

Der grösste Feind meiner Freundin in «Dead Island 2»: der PS4-Controller. Bild: watson

Nach Batman dürstet es mich nach Zombies. Eine Faszination, die meine Freundin zwar nicht teilt, aber weil wir nicht anstehen müssen, schliesst sie sich mir seufzend an. Während ich mich durch Horden von Untoten metzle, kämpft sie hauptsächlich mit einem Gegner – der Steuerung. Weil sie primär am PC spielt, ist ihr der vorliegende PS4-Controller wenig vertraut. «Ich schaue ständig in die Luft», beklagt sie die, wie ich vermute, invertierte-Steuerung, die ihr auch beim Elefanten-Ritt in «Far Cry 4» zu schaffen machen wird. Dennoch fallen am Ende 16 Zombies ihrer Axt zum Opfer. Viel zu wenig findet sie, denn die Zahl prangt bei jedem Spieler gross auf dem Bildschirm: «Jetzt sehen alle, wie schlecht ich war.» Kaum eine Gefahr, denn die Besucher eilen bereits wie Lemminge zum nächsten Stand. 

Viel schlimmer als die schlechte Zombie-Bilanz findet meine Freundin, dass es am «The Elder Scrolls Online»-Stand keine Goodies gibt. Weder T-Shirts, Anhänger oder Codes für gratis Spielgegenstände gibt es abzustauben. Zu allem Übel kann man an den rund zehn PCs nur eine Spieler-gegen-Spieler-Variante (PvP) testen, anstatt neue Gebiete zu erkunden. Nach einem Becher frischen Gerstensafts ist das kurze Stimmungs-Tief aber wieder im Lot.

Eine Fortsetzung kommt bestimmt

Zur Abwechslung wandern wir in Halle 10, wo unter anderem die Merchandise-Händler anzutreffen sind. Eine gute Entscheidung wie ich dem Leuchten in den Augen meiner Freundin entnehmen kann. Während sich neben uns zwei Jedis mit Lichtschwertern aufs Dach geben, durchstöbert sie begeistert das riesige Angebot an Fan-Artikeln. Ich hingegen lasse meinen Blick oberflächlich schweifen, im Wissen, sonst wieder mit zehn neuen T-Shirts nach Hause zu gehen (am Ende waren es sechs, aber zwei davon waren umsonst).

Wer invertiert spielt, gefährdet das Leben anderer 

video: youtube/rocketjump

Am folgenden Tag öffnet die Gamescom die Pforten für die Öffentlichkeit. Während ich mit mässiger Begeisterung den Besucher-Massen entgegen schaue, ist meine Freundin gespannt wie ein Flitzebogen. Den offiziellen Einlass, an dem die Besucher wie vom Affen gebissen zu den Ständen rennen, lassen wir uns daher nicht entgehen. Fast noch beeindruckender findet sie allerdings das riesige Medienaufgebot, das sich vor dem Eingang aufgebaut hat. Bewaffnet mit unzähligen Kameras lauern sie wie die Geier auf die Gamer, die in der Schlange dichter gedrängt sind, als gesalzene Heringe in der Dose.

Als wir beim Verlassen der Messe schliesslich noch auf die fast komplette Gameone-Redaktion treffen, ist der Ausflug perfekt. Dass die Gamescom für Pärchen bestens geeignet ist, kann auch Spiegel Online bezeugen. Wir reisen jedenfalls mit grosser Wahrscheinlichkeit auch das nächste Jahr wieder an. Und wenn kein Frisbee-Turnier dazwischen kommt vielleicht sogar als Trio Infernale. 

Mehr über unseren Ausflug nach Köln erfahren Sie im One-More-Level-Podcast.

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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