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Eltern sollten sich mit dem Medienkonsum ihrer Kinder auseinandersetzen.
bild: shutterstock

Liebe Eltern, redet mit euren Kindern über Games!

Eltern setzen Regeln bei der Handynutzung ihrer Kinder – für Videospiele ihrer Zöglinge interessieren sie sich kaum.

04.10.15, 20:10

Silvana Schreier / Aargauer Zeitung

Videogames liegen bei den Schweizer Primarschülern hoch im Kurs. Gamen ist ihre drittliebste Freizeitaktivität. Noch lieber spielen sie mit Freunden und betreiben Sport. Zu diesen Ergebnissen kam die erstmals durchgeführte MIKE-Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), die gestern präsentiert wurde (siehe Kasten rechts). 

Laut der Studie gamen 61 Prozent der 6- bis 13-Jährigen mindestens einmal pro Woche. Videogames werden deutlich häufiger von Jungen als von Mädchen gespielt. Die MIKE-Studie bestätigt diesbezüglich frühere Untersuchungen. Durchschnittlich verbringen Primarschüler 24 Minuten pro Tag mit Gamen. Ein Viertel der befragten Kinder gibt gar an, dass sie jeden oder fast jeden Tag vor einem Videospiel sitzen.

Die «FIFA»-Serie verkauft sich jährlich millionenfach.
bild: ea

Jungs spielen am liebsten das Fussball-Game «Fifa», gefolgt vom Abenteuerspiel «Minecraft» und dem Jump'n'Run-Game «Super Mario». Die Mädchen hingegen bevorzugen das Tanz- und Musikspiel «Just Dance». Auf dem zweiten Platz ist bei ihnen «Super Mario» und auf dem dritten «Mario Kart».

Neue Studie räumt mit Vorurteilen auf

Die MIKE-Studie untersucht das Mediennutzungsverhalten von Primarschulkindern in der Schweiz. MIKE steht für Medien, Interaktion, Kinder und Eltern. Über 1000 Kinder im Alter zwischen 6 und 13 Jahren und deren Eltern wurden von September 2014 bis Januar 2015 befragt. Die erstmals durchgeführte Studie widerlegt das Vorurteil, dass sich die Kinder nur noch durch digitale Medien unterhalten würden. Denn trotz Smartphone, Internet, Spielkonsolen und Fernseher ist den Primarschülern das nicht-mediale Spielen mit Freunden oder der Familie am wichtigsten. Auch lesen 90 Prozent der Kinder mindestens ab und zu in ihrer Freizeit ein Buch. Nichtsdestotrotz nennt die Mehrheit der Primarschulkinder das Handy als Lieblingsmedium – auch wenn sie noch kein eigenes besitzen.

Unter den zehn beliebtesten Spielen finden sich neben den kindergerechten aber auch die Action- und Shooter-Games «Grand Theft Auto» und «Call of Duty». Beide Videospiele werden erst ab 18 Jahren empfohlen. Hier liegt das Problem: Die Kinder gamen oft, laut der neuen Studie aber interessieren sich 70 Prozent der Eltern überhaupt nicht für Videospiele. So verwundert es nicht, dass nur 30 Prozent der Eltern mit ihren Kindern über die Games sprechen.

Für Daniel Süss, Professor für Medienpsychologie an der ZHAW und Leiter der MIKE-Studie, ist klar: «Es ist wichtig, dass die Eltern ihre Kinder von Anfang an begleiten.» In den Befragungen gaben die Kinder an, dass sie im Bereich der Videospiele am wenigsten von ihren Eltern kontrolliert würden. Nur 17 Prozent der Eltern spielen regelmässig Videogames mit ihren Kindern. 40 Prozent tun dies nie. Eine elterliche Begleitung ist also selten bis gar nicht vorhanden.

Ein Hauptanliegen der MIKE-Studie ist deshalb, dass sich die Eltern ihrer Kontroll- und Begleitfunktion bewusst werden. Süss betont den Wert der Studie für alle Mütter und Väter von Kindern im Primarschulalter: «Sie ist hilfreich, weil man sich mal anschauen kann, wie die Durchschnittswerte in der Schweiz aussehen. Diese kann man dann mit den eigenen Erlebnissen zu Hause vergleichen.»

Der Ego-Shooter «Call of Duty» steht bei Jugendlichen hoch im Kurs.
bild: activision

Kinder gamen unbemerkt

Die Kontrolle über die Videogames gestaltet sich schwieriger als diejenige über die Handynutzung. Kinder und Eltern sagten in den Befragungen aus, dass beim Natel Regeln bestünden. So gäbe es beispielsweise klare Zeiten, in welchen das Smartphone ausgeschaltet werden muss. Auch im Kino achten die meisten Eltern darauf, dass ihre Kinder nur altersgerechte Filme zu sehen bekommen. Der Umgang mit Videogames ist für viele Erziehungsberechtigte aber Neuland, da nur ein kleiner Teil der Mütter und Väter seine Freizeit mit Videospielen verbringt. Kein Wunder, ist doch auch die Faszination fürs Gamen bei den Kindern deutlich grösser als bei den Erwachsenen.

Im Primarschulalter sind meist die Eltern für die Beschaffung der Games verantwortlich: 66 Prozent kennen demnach auch die Altersempfehlungen der «Pan-European Game Information» und halten sich daran. Trotzdem können Primarschüler unbemerkt Videogames nutzen, die nicht altersgerecht sind. Eine Erklärung dafür könnte sein, dass die Kinder sich diese Spiele von ihren älteren Geschwistern ausleihen, ohne dass die Eltern etwas davon mitbekommen. (aargauerzeitung.ch)

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18
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18Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • j_west3 05.10.2015 13:58
    Highlight Ich glaube, dass sich der Umgang mit Videospielen in den heutigen Generationen und in den nächsten verändert hat bzw. verändern wird. Viele Leute, die in den 80ern und 90ern geboren und aufgewachsen sind, wuchsen mit Games auf und spielen sie auch jetzt noch gerne. Dieses Interesse an dem Medium seitens der Eltern führt automatisch dazu, dass auch mit den Kindern darüber gesprochen und teilweise sogar zusammen gespielt wird (siehe Umfrage). Die Balance zwischen digitaler und realer Welt funktioniert aber weiterhin, wie früher auch schon. Somit würde ich Games nicht als Fluchtwelten bezeichnen.
    6 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 05.10.2015 13:42
    Highlight Sind wir mittlerweile nicht in der Zeit wo Generation Gamer selbst anfängt Kinder grosszuziehen? Also in meinem Bekanntenkreis haben schon einige Gamer Kinder. ^^ und die fangen jetzt an mit ihren Kindern zu Spielen. Lustigerweise halten Sie sie fern von Shootern und Spielen mehrheitlich Mario und Rayman. Lustig wie man mit den eigenen Kindern anders umgeht als mit sich selbst x).
    4 0 Melden
  • Zeit_Genosse 05.10.2015 09:29
    Highlight Games sind Fluchtwelten, wie dunkle Keller, dichte Wälder oder schumrige Hinterhöfe. Dorthin verziehen sich die Jungen um Spass zu haben, abzuschalten und keine äusserlichen Erwartungen erfüllen zu müssen. Eltern haben da nichts verloren, sollten aber die Plätze (Games) kennen. Sich mal ein Game vorspielen und vor allem erklären lassen kann interessant sein. Ein Jugendlicher hat dort die höhere Kompetenz und kann den Erwachsenen etwas vormachen. Diesen Vorsprung müssen wir akzeptieren und nicht in hoffnungslose Konkurrenz übergehen. Im Schnitt haben die so 60-100 ApMs drauf. Experts mehr..
    7 0 Melden
  • Eisenhorn 05.10.2015 09:28
    Highlight Ich will ja nicht kleinlich sein aber wtf "gamen"? Ich dachte das Wort sollte langsam ausgestorben sein. Ich habe das Wort noch nie von jemandem gehört der selber spielt. Nur immer von außen; Bisch du en "gamer"? Nein ich bin kein "Gamer" ich bin ein normaler Mensch der gerne Computer-Spiele spielt. Nicht jeder der joggen geht wird gefragt ob er ein "Sportler" ist oder ob er "sportlern" war? Wer "gamen" schreibt disqualifiziert sich gleich selbst, der Ausdruck wird einfach unter Spielern nicht genutzt und kommt nur dann zum Einsatz wenn man schlicht weg keine Ahnung. Sry aber musste mal raus.
    1 16 Melden
    • EvilBetty 05.10.2015 10:36
      Highlight Selber wtf. Ich «game» seit ich 8 Jahre alt bin (das ist 32 Jahre her) und habe es immer «gamen» genannt...
      18 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 05.10.2015 13:33
      Highlight Sehe es gleich wie EvilBetty (Geiler Nick, hab den Film schon ewigs nich' mehr gesehen).
      Gamer, gamen ist doch ziemlich verbreitet hier. Sage auch ich game oder zock 'ne Runde. Oder nutze das Wort Gamer auch. Vielleicht sind wir halt auch selber schon eine zu alte Generation und die jüngere verwendet andere Begriffe^^.
      2 0 Melden
    • Eisenhorn 05.10.2015 16:17
      Highlight Denglisch...
      0 3 Melden
    • Gelöschter Benutzer 05.10.2015 17:37
      Highlight So extrem würde ich es nicht sehen.
      Ich nutz das Wort spielen immer noch häufig. Mehrheitlich halt für Brettspiele oder normales Spielen mit Spielsachen.
      Gamen nutze ich nur beim Gebrauch von Digitalen Spielen oder Games. Wird intensiv gespielt, nutze ich jedoch schon wieder den Begriff "zocken". Ich nutze diese Trennung um mich mit meinen Mitmenschen besser Verständigen zu können. So weis jeder in meiner Umgebung genau was ich meine.
      1 0 Melden
  • Don Huber 05.10.2015 06:23
    Highlight Hätte ich Kinder, würde ich nur Spiele ab 18 mit Ihnen zocken. Irgendwie interssierte das kein Schwein als Doom und Wolfenstein rauskam und wir die Spiele bis in die Morgenstundrn als Hosenscheisser gespielt hatten. Aus mir wurde ein friedlicher Mensch der Gewalt verabscheut.
    10 3 Melden
    • EvilBetty 05.10.2015 10:38
      Highlight Wolfenstein oder Doom lassen sich nicht mit heutigen Titeln vergleichen.
      3 3 Melden
    • Don Huber 05.10.2015 17:57
      Highlight Tja dazumal schon. Wir kannten nichts anderes und das war für uns dazumal genau so realistisch wie die heutigen Spielen. Also lässt es sich durchaus vergleichen.
      1 0 Melden
  • EvilBetty 05.10.2015 00:00
    Highlight Ja, klar... SuperMario... 😂

    Lässt sehr an der Seriosität dieser «Studie» zweifeln. Haben die alle ein NES zu Hause?
    8 5 Melden
    • Aufblasbare Antonio Banderas Liebespuppe 05.10.2015 00:52
      Highlight kann man ja nur mit einer mes spielen...
      6 0 Melden
    • Don Huber 05.10.2015 06:24
      Highlight Super Mario gibts auch auf den neusten Nintendo Konsolen..
      5 0 Melden
    • EvilBetty 05.10.2015 08:25
      Highlight Es heisst dann aber nicht «Super Mario»... Wenn man den Eltern schon ankreidet sie würden sich zu wenig damit beschäftigen sollte man sich selbst soweit damit beschäftigen dass man die korrekten Titel nennen kann...
      7 6 Melden
    • Don Huber 05.10.2015 17:58
      Highlight Oh mann ob jetzt Super Mario, Super Mario 3D World, Super Mario Galaxy 1, 2 oder was auch immer. Es ist schlussendlich immer der Mario drin. Sei doch nicht so kleinlich.
      5 0 Melden
  • Likos 04.10.2015 23:20
    Highlight "Liebe Eltern, redet mit euren Kindern über Games!" und danach reden die Kinder mit dem Papst über Sex? ;D

    5 0 Melden
    • beatz 05.10.2015 06:58
      Highlight Ja, das geht jetzt ;-))
      2 0 Melden

Alle spielen «Fortnite» – nur ich kann mit dem Handy-Spiel der Stunde gar nichts anfangen

Ich gestehe. Auch ich habe das süchtig machende Baller-Survival-Spiel «Fortnite» auf dem iPhone intensiv gespielt. Darum habe ich wieder aufgehört.

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