Digital
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
kinder games gamen

Eltern sollten sich mit dem Medienkonsum ihrer Kinder auseinandersetzen.
bild: shutterstock

Liebe Eltern, redet mit euren Kindern über Games!

Eltern setzen Regeln bei der Handynutzung ihrer Kinder – für Videospiele ihrer Zöglinge interessieren sie sich kaum.

Silvana Schreier / Aargauer Zeitung



Videogames liegen bei den Schweizer Primarschülern hoch im Kurs. Gamen ist ihre drittliebste Freizeitaktivität. Noch lieber spielen sie mit Freunden und betreiben Sport. Zu diesen Ergebnissen kam die erstmals durchgeführte MIKE-Studie der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), die gestern präsentiert wurde (siehe Kasten rechts). 

Laut der Studie gamen 61 Prozent der 6- bis 13-Jährigen mindestens einmal pro Woche. Videogames werden deutlich häufiger von Jungen als von Mädchen gespielt. Die MIKE-Studie bestätigt diesbezüglich frühere Untersuchungen. Durchschnittlich verbringen Primarschüler 24 Minuten pro Tag mit Gamen. Ein Viertel der befragten Kinder gibt gar an, dass sie jeden oder fast jeden Tag vor einem Videospiel sitzen.

fifa 16

Die «FIFA»-Serie verkauft sich jährlich millionenfach.
bild: ea

Jungs spielen am liebsten das Fussball-Game «Fifa», gefolgt vom Abenteuerspiel «Minecraft» und dem Jump'n'Run-Game «Super Mario». Die Mädchen hingegen bevorzugen das Tanz- und Musikspiel «Just Dance». Auf dem zweiten Platz ist bei ihnen «Super Mario» und auf dem dritten «Mario Kart».

Neue Studie räumt mit Vorurteilen auf

Die MIKE-Studie untersucht das Mediennutzungsverhalten von Primarschulkindern in der Schweiz. MIKE steht für Medien, Interaktion, Kinder und Eltern. Über 1000 Kinder im Alter zwischen 6 und 13 Jahren und deren Eltern wurden von September 2014 bis Januar 2015 befragt. Die erstmals durchgeführte Studie widerlegt das Vorurteil, dass sich die Kinder nur noch durch digitale Medien unterhalten würden. Denn trotz Smartphone, Internet, Spielkonsolen und Fernseher ist den Primarschülern das nicht-mediale Spielen mit Freunden oder der Familie am wichtigsten. Auch lesen 90 Prozent der Kinder mindestens ab und zu in ihrer Freizeit ein Buch. Nichtsdestotrotz nennt die Mehrheit der Primarschulkinder das Handy als Lieblingsmedium – auch wenn sie noch kein eigenes besitzen.

Unter den zehn beliebtesten Spielen finden sich neben den kindergerechten aber auch die Action- und Shooter-Games «Grand Theft Auto» und «Call of Duty». Beide Videospiele werden erst ab 18 Jahren empfohlen. Hier liegt das Problem: Die Kinder gamen oft, laut der neuen Studie aber interessieren sich 70 Prozent der Eltern überhaupt nicht für Videospiele. So verwundert es nicht, dass nur 30 Prozent der Eltern mit ihren Kindern über die Games sprechen.

Für Daniel Süss, Professor für Medienpsychologie an der ZHAW und Leiter der MIKE-Studie, ist klar: «Es ist wichtig, dass die Eltern ihre Kinder von Anfang an begleiten.» In den Befragungen gaben die Kinder an, dass sie im Bereich der Videospiele am wenigsten von ihren Eltern kontrolliert würden. Nur 17 Prozent der Eltern spielen regelmässig Videogames mit ihren Kindern. 40 Prozent tun dies nie. Eine elterliche Begleitung ist also selten bis gar nicht vorhanden.

Ein Hauptanliegen der MIKE-Studie ist deshalb, dass sich die Eltern ihrer Kontroll- und Begleitfunktion bewusst werden. Süss betont den Wert der Studie für alle Mütter und Väter von Kindern im Primarschulalter: «Sie ist hilfreich, weil man sich mal anschauen kann, wie die Durchschnittswerte in der Schweiz aussehen. Diese kann man dann mit den eigenen Erlebnissen zu Hause vergleichen.»

call of duty black ops

Der Ego-Shooter «Call of Duty» steht bei Jugendlichen hoch im Kurs.
bild: activision

Kinder gamen unbemerkt

Die Kontrolle über die Videogames gestaltet sich schwieriger als diejenige über die Handynutzung. Kinder und Eltern sagten in den Befragungen aus, dass beim Natel Regeln bestünden. So gäbe es beispielsweise klare Zeiten, in welchen das Smartphone ausgeschaltet werden muss. Auch im Kino achten die meisten Eltern darauf, dass ihre Kinder nur altersgerechte Filme zu sehen bekommen. Der Umgang mit Videogames ist für viele Erziehungsberechtigte aber Neuland, da nur ein kleiner Teil der Mütter und Väter seine Freizeit mit Videospielen verbringt. Kein Wunder, ist doch auch die Faszination fürs Gamen bei den Kindern deutlich grösser als bei den Erwachsenen.

Im Primarschulalter sind meist die Eltern für die Beschaffung der Games verantwortlich: 66 Prozent kennen demnach auch die Altersempfehlungen der «Pan-European Game Information» und halten sich daran. Trotzdem können Primarschüler unbemerkt Videogames nutzen, die nicht altersgerecht sind. Eine Erklärung dafür könnte sein, dass die Kinder sich diese Spiele von ihren älteren Geschwistern ausleihen, ohne dass die Eltern etwas davon mitbekommen. (aargauerzeitung.ch)

Umfrage

Weisst du, was deine Kinder spielen?

  • Abstimmen

137 Votes zu: Weisst du, was deine Kinder spielen?

  • 3%Keine Ahnung
  • 12%Games?
  • 72%Ja, wir spielen manchmal auch zusammen
  • 12%Mehr oder weniger

Das könnte dich auch interessieren

14 Probleme, die nur Gamer verstehen

Abonniere unseren Newsletter

15
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
15Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • j_west3 05.10.2015 13:58
    Highlight Highlight Ich glaube, dass sich der Umgang mit Videospielen in den heutigen Generationen und in den nächsten verändert hat bzw. verändern wird. Viele Leute, die in den 80ern und 90ern geboren und aufgewachsen sind, wuchsen mit Games auf und spielen sie auch jetzt noch gerne. Dieses Interesse an dem Medium seitens der Eltern führt automatisch dazu, dass auch mit den Kindern darüber gesprochen und teilweise sogar zusammen gespielt wird (siehe Umfrage). Die Balance zwischen digitaler und realer Welt funktioniert aber weiterhin, wie früher auch schon. Somit würde ich Games nicht als Fluchtwelten bezeichnen.
  • Zeit_Genosse 05.10.2015 09:29
    Highlight Highlight Games sind Fluchtwelten, wie dunkle Keller, dichte Wälder oder schumrige Hinterhöfe. Dorthin verziehen sich die Jungen um Spass zu haben, abzuschalten und keine äusserlichen Erwartungen erfüllen zu müssen. Eltern haben da nichts verloren, sollten aber die Plätze (Games) kennen. Sich mal ein Game vorspielen und vor allem erklären lassen kann interessant sein. Ein Jugendlicher hat dort die höhere Kompetenz und kann den Erwachsenen etwas vormachen. Diesen Vorsprung müssen wir akzeptieren und nicht in hoffnungslose Konkurrenz übergehen. Im Schnitt haben die so 60-100 ApMs drauf. Experts mehr..
  • Eisenhorn 05.10.2015 09:28
    Highlight Highlight Ich will ja nicht kleinlich sein aber wtf "gamen"? Ich dachte das Wort sollte langsam ausgestorben sein. Ich habe das Wort noch nie von jemandem gehört der selber spielt. Nur immer von außen; Bisch du en "gamer"? Nein ich bin kein "Gamer" ich bin ein normaler Mensch der gerne Computer-Spiele spielt. Nicht jeder der joggen geht wird gefragt ob er ein "Sportler" ist oder ob er "sportlern" war? Wer "gamen" schreibt disqualifiziert sich gleich selbst, der Ausdruck wird einfach unter Spielern nicht genutzt und kommt nur dann zum Einsatz wenn man schlicht weg keine Ahnung. Sry aber musste mal raus.
    • EvilBetty 05.10.2015 10:36
      Highlight Highlight Selber wtf. Ich «game» seit ich 8 Jahre alt bin (das ist 32 Jahre her) und habe es immer «gamen» genannt...
    • Eisenhorn 05.10.2015 16:17
      Highlight Highlight Denglisch...
      User Image
  • Don Huber 05.10.2015 06:23
    Highlight Highlight Hätte ich Kinder, würde ich nur Spiele ab 18 mit Ihnen zocken. Irgendwie interssierte das kein Schwein als Doom und Wolfenstein rauskam und wir die Spiele bis in die Morgenstundrn als Hosenscheisser gespielt hatten. Aus mir wurde ein friedlicher Mensch der Gewalt verabscheut.
    • EvilBetty 05.10.2015 10:38
      Highlight Highlight Wolfenstein oder Doom lassen sich nicht mit heutigen Titeln vergleichen.
    • Don Huber 05.10.2015 17:57
      Highlight Highlight Tja dazumal schon. Wir kannten nichts anderes und das war für uns dazumal genau so realistisch wie die heutigen Spielen. Also lässt es sich durchaus vergleichen.
  • EvilBetty 05.10.2015 00:00
    Highlight Highlight Ja, klar... SuperMario... 😂

    Lässt sehr an der Seriosität dieser «Studie» zweifeln. Haben die alle ein NES zu Hause?
    • Aufblasbare Antonio Banderas Liebespuppe 05.10.2015 00:52
      Highlight Highlight kann man ja nur mit einer mes spielen...
    • Don Huber 05.10.2015 06:24
      Highlight Highlight Super Mario gibts auch auf den neusten Nintendo Konsolen..
    • EvilBetty 05.10.2015 08:25
      Highlight Highlight Es heisst dann aber nicht «Super Mario»... Wenn man den Eltern schon ankreidet sie würden sich zu wenig damit beschäftigen sollte man sich selbst soweit damit beschäftigen dass man die korrekten Titel nennen kann...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Likos 04.10.2015 23:20
    Highlight Highlight "Liebe Eltern, redet mit euren Kindern über Games!" und danach reden die Kinder mit dem Papst über Sex? ;D

    • beatz 05.10.2015 06:58
      Highlight Highlight Ja, das geht jetzt ;-))

«Fallout 76» – ein postapokalyptischer Fail

Das neue «Fallout»-Game verlangt vom Spieler viel Geduld: Technische Bugs und Abstürze bremsen den Spielspass ungemein. 

Das neue «Fallout 76» ist sehr kundenunfreundlich. Man mag sich streiten, ob die Ausrichtung auf einen reinen Online-Modus die richtige Entscheidung war, um dem Franchise neuen Antrieb zu verleihen. Dass es aber zum Release dermassen viele technische Fehler im Spiel gab, ist schon eine Zumutung. Mag sein, dass einige Bugs mittlerweile behoben wurden und das Spiel nicht mehr so oft abstürzt oder mit Geschwindigkeitsproblemen zu kämpfen hat, aber der Zustand zum Erscheinungstermin war alles …

Artikel lesen
Link to Article