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Google beherrscht die Internetsuche in Europa nach Belieben. Bild: Shutterstock

Kommentar

Darum muss Google zerschlagen werden

28.11.14, 06:06 28.11.14, 15:25

Die Entscheidung des Europaparlaments vom Donnerstag ist wegweisend. Es will grosse Suchmaschinenkonzerne zerschlagen, die ihre Marktmacht missbrauchen. Wohlverstanden: Entscheidend ist nicht die Marktmacht an sich, sondern deren Missbrauch. Google wurde in der Diskussion mit keinem Wort erwähnt, trotzdem ist offenkundig, dass die Resolution nur auf die dominierende Suchmaschine abzielen kann. Das Votum für die Aufspaltung ist nicht bindend, setzt aber die EU-Kommission unter Zugzwang, gegen die Suchmaschine aktiver vorzugehen.

Google beherrscht die Internetsuche in Europa nach Belieben, was aufgrund ihrer hohen Qualität nicht erstaunt. Sich mit überzeugenden Produkten einen Wettbewerbsvorteil zu erarbeiten, ist weder verwerflich noch illegal. Kriminell handelt aber, wer seine marktbeherrschende Stellung missbraucht. Es gibt keine Beweise, aber Indizien, dass Google sein Quasimonopol ausnutzt. Die Wettbewerbshüter der EU ermitteln deshalb bereits seit 2010 gegen den US-Konzern

Google, jetzt reichts

Ob legal oder nicht legal: Unabhängig davon agieren Google und andere Tech-Giganten wie Facebook, Apple, Amazon und Microsoft unerträglich arrogant, wenn Sie ihre US-amerikanischen Normen und Wertvorstellungen rücksichtslos im Rest der Welt durchdrücken. Drei Beispiele zur Verdeutlichung:

1. Datenschutz? Nie davon gehört

Google und Facebook sammeln unsere persönlichen Daten und verdienen sich mit personalisierter Werbung eine goldene Nase. Mit undurchsichtigen Nutzungsbedingungen erschleichen sie sich das Recht, quasi unbeschränkt über unsere Daten zu verfügen. Datenschutz ist in den USA, im Gegensatz zu Europa, ein Fremdwort. Trotzdem versuchen die US-Konzerne ihre Nutzungsbedingungen auf europäische Nutzer anzuwenden. Wer nicht nach ihren Regeln spielt, kann die Angebote nicht mehr nutzen. Google und Facebook verdienen mehr als gut an uns, wehren sich aber mit Händen und Füssen, wenn es darum geht, strengere europäische Datenschutzrichtlinien zu befolgen.

2. Die Steuertricks

Kaum jemand erwirtschaftet höhere Gewinne als die führenden Technologiekonzerne aus den USA. Obwohl sie Milliarden einstreichen, zahlen sie dank Steuerdeals in vielen Staaten kaum Steuern. Gewinne werden gar mit undurchsichtigen Konstrukten aus Tochterfirmen vor den Steuerbehörden versteckt. Nicht immer sind diese Praktiken illegal, wohl aber verwerflich. Klar ist: Je grösser, mächtiger und internationaler ein Konzern wie Google wird, desto leichter wird es für ihn, nationale Gesetze einzelner Staaten oder gar der EU zu umgehen.

3. Eure Werte sind uns egal

Google, Apple oder Facebook sind stolz auf ihre internationale, multikulturelle Belegschaft. Die Firmenkultur ist aber streng US-amerikanisch geprägt. Zensiert wird daher auch bei uns, was nicht den prüden US-amerikanischen Moralvorstellungen entspricht. Apple beispielsweise zensiert im App Store streng aus US-Sicht, welche Inhalte wir nicht sehen sollen. Gleich verhält sich Facebook, das zwar Gewaltdarstellungen duldet, aber beim für unsereins harmlosen Nippel-Blitzer sofort die rote Karte zieht. Die US-Konzerne stellen weltweit die Spielregeln auf und zwingen uns ihre Wertvorstellungen auf.

Google ist überall

Google betont, es gebe keinen Zwang und keine Abhängigkeit, die Nutzer könnten problemlos auf alternative Suchmaschinen ausweichen. Dass dies nicht so einfach ist, zeigt der Selbsttest eines Spiegel-Online-Redaktors. Er versuchte, eine Woche ohne Google zu leben. Das geht zwar, Alternativen wie Bing von Microsoft oder DuckDuckGo sammeln aber ebenfalls persönliche Daten, liefern nicht die gleichen Suchtreffer oder sind weniger bequem in der Bedienung.

Google ist mit der Google-Suche, Gmail, YouTube, Google Maps, dem Handy-Betriebssystem Android, Chrome, eigenen Internetleitungen und unzähligen weiteren Produkten weit tiefer in unserem Leben verankert, als es der ums Jahr 2000 dominierende Microsoft-Konzern je war. Im Informationszeitalter baut Google mit seinen Diensten die digitale Infrastruktur, von der wir alle mehr oder weniger abhängig sind. Trotzdem sollten wir uns nicht den Regeln einiger weniger Mega-Konzerne unterwerfen.

Das war die gelbe Karte für Google

Die Entscheidung des EU-Parlaments ist für Google ein Wink mit dem Zaunpfahl. Google sollte die Drohung ernst nehmen. Die Entflechtung von Unternehmen ist im europäischen Wettbewerbsrecht nicht unüblich, beispielsweise in der Energiebranche.

Auch Microsoft drohte einst die Aufspaltung, weil der Windows-Konzern seine Macht gegenüber kleineren Rivalen missbrauchte. Google stehen ebenfalls jahrelange Verhandlungen bevor, die das Unternehmen blockieren und schliesslich in einer Aufspaltung münden könnten. 

Klar ist aber auch: Google zerschlagen, sprich das Suchmaschinengeschäft von anderen Unternehmensbereichen zu entkoppeln, wird ein mühseliger Weg. Weder die EU noch die Schweiz verfügen über ausreichende gesetzliche Instrumente, um die Machtkonzentration bei Google zu stoppen. Wirklich eng wird es, wenn dem Konzern die Benachteiligung von Konkurrenten nachgewiesen werden kann.

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Soll Google zerschlagen werden?

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    Alle Leser-Kommentare
  • Normi 16.11.2016 14:28
    Highlight Ähm ist mit der erschaffung von Alphabet als Mutterkonzern von google eine art aufteilung/zerschlagung vollbracht ?
    0 1 Melden
  • Pasch 28.07.2016 21:31
    Highlight Ach ich geh holzhacken... der Winter kommt bestimmt.
    1 1 Melden
  • herschweizer 11.08.2015 07:06
    Highlight usa vs eu wtf ;-)
    2 1 Melden
  • Kza 12.12.2014 08:46
    Highlight Niemand zwingt Sie dazu, irgend einen Google-Service zu verwenden. Es gibt andere Smartphone-Betriebssysteme, Browser, Suchmaschinen, Mailanbieter, etc.

    Take it or leave it.
    14 10 Melden
  • Arp 28.11.2014 15:39
    Highlight Ein Kommissionsvorsitz unter Führung Junckers, der als Premier Luxemburg zur Steueroase für Konzerne wie Apple, Starbucks, oder Amazon gemacht hat versucht mit einer weiteren Lex Google seine Beihilfe zu verschleiern? Oder sind es die Gutmenschen von Bild und Springer, die nicht verwinden können, dass sie in eine selbstverschuldete Abhängigkeit von Google geraten sind und nun auf dem Umweg über die Kommission ihre Interessen durchsetzen wollen? Oder müssen wir demnächst auch unseren Kaffee wieder zu Hause trinken?
    14 4 Melden
  • Matthias Studer 28.11.2014 12:22
    Highlight Wenn Google gesplittet wird, kann ich dann Android noch nutzen? Was ist mit meinem Chromebook? Zurück zu Windows? Was für Alternativen gibt es im Markt? Wieso muss ich auf, für mich, schlechtere Alnternativen zurückgreifen? Schlussendlich, wer geht als Gewinner aus der Sache? Microsoft, Apple... Besser?
    13 10 Melden
    • CableTiger 18.02.2016 11:35
      Highlight Google verdient Geld hauptsächlich mit personalisierter Werbung, sprich mit unseren persönlichen Daten.

      Apple und Microsoft verdienen ihr Geld nicht primär mit Daten (obwohl Microsoft in Sachen Daten auch ziemlich weit geht).

      Ob es besser ist, das ist schlussendlich eine persönliche Frage, meiner Meinung klar ja.
      5 2 Melden
  • Matthias Studer 28.11.2014 12:22
    Highlight @Oliver Wietlisbach. Einerseits schimpfen Sie über amerikanische Systeme und anderseits benutzen Sie diese. Es gilt im Grundsatz die Unschuldsvermutung. Niemand wird bestraft bis die Schuld bewiesen ist. Das sollte gerade von Journalisten strikte befolgt werden.
    Zum anderen. Was genau bedeutet Datenschutz? Für mich, meine Daten gelangen nicht an die Öffentlichkeit. Bis jetzt ist Google einer der wenigen, die bis jetzt keine grösseren Pannen hatte.
    Steuerntricks. Ja wer in Gottes Namen macht die erst möglich?
    12 6 Melden
  • Hüendli 28.11.2014 12:08
    Highlight Ich habe bereits die seinerzeitigen Urteile gegen Microsoft (Media Player, Browser) nicht verstanden. Das Europaparlament scheint seine Bürger für unmündig und dumm zu halten, dabei sind sie sogar ziemlich schlau, indem sie einfach das beste Angebot nutzen.
    Beispiel Microsoft: Sobald bessere Alternativen zum IE verfügbar waren, schmolz der Marktanteil dahin, aber bestimmt nicht wegem dem Browserwahl-Fenster der EU.
    Wie wäre es, wenn die Parlamentarier eine Alternative zu Google entwickeln würden, statt bequem vom Brüsseler Sessel aus dessen Zerschlagung zu fordern?
    20 4 Melden
  • dnsd 28.11.2014 10:20
    Highlight Würden wir die Milliarden die wir in Asylanten und Militär investieren in die Forschung stecken gäbe es vielleicht mal eine Google Alternative aus der Schweiz! Die Leute die denken Google werde für immer diese Marktmacht besitzen, sollen sich an die 99% Marktanteil vom Msft erinnern. Erste indizien für Konkurrenz gibt es schon, den die Sprachassistenten die bald auch auf die PC's kommen (siri, cortana) suchen nicht mit Google! Eine Smartwatch aus der Schweiz die sich mit kinetischer Energie auflädt, das wär mal was! Sogar was mit ROI!
    13 24 Melden
    • smoe 28.11.2014 20:26
      Highlight Auf den relevanten Gebieten mangelt es überhaupt nicht an Geld, sondern an Fachleuten weltweit.

      Der Unterschied: Die US Konzerne kümmert es nicht im geringsten, ob ihre Top-Ingenieure, Mathematiker, etc. aus der USA, Schweiz, Usbekistan oder China stammen. Wenn sie jemanden wollen, holen sie ihn ins Boot und kaufen wenn nötig ganze Firmen auf, um an die wertvollen «human resources» zu gelangen. Zum Beispiel in Stellenausschreibungen für Programmierer bei Google Zürich wird deutsch sprechen noch nicht mal als «von Vorteil» erwähnt.

      Währendem schlagen wir uns hier mit Sachen wie Ecopop herum, mit denen wir unser Potenzial in hochlukrativen Märkten verbauen.

      Auch wenn es einem missfällt, wer im Internet in der Liga der Grossen mitspielen will, kann es nicht leisten, bei den Personalbeständen Rücksicht auf Landsleute zu nehmen.


      16 6 Melden
    • dnsd 28.11.2014 21:34
      Highlight Genau darum sollte man die freie Personenfreizügigkeit mit der EU künden und die Grenzen für gut ausgebildete Fachkräfte aus der ganzen Welt öffnen.

      Logischerweise könnte man mit zusätzlichen Mitteln mehr forschen und auch den Nachwuchs besser fördern.
      5 8 Melden
    • smoe 28.11.2014 22:12
      Highlight Funktioniert so eben nicht. Diese Leute sind und wollen mobil bleiben. In allen Online-Diskussionen, die ich bisher verfolgt habe, in denen IT-Fachleute erwägen, nach Europa zu kommen, werden das Schengen-Abkommen und die damit verbundene Möglichkeit, nach einer Weile fast überall in Europa zu arbeiten, extrem hoch gewichtet. Insbesondere die Deutsche Blue Card, die das noch einfacher macht, wird immer wieder hervorgehoben.

      Im Moment stehen Berlin wegen seiner grossen Startup-Szene und dem als weltoffen, multikulturell wahrgenommenen Umfeld, sowie London und Dublin wegen der Sprache ganz oben auf der Liste der potenziellen Einwanderungsländer.

      Warum sollte man die Schweiz überhaupt noch in Betracht ziehen, wenn man dann dort festsitzt? Wenige sehen die Schweiz als ein Land, in dem Milch und Honig fliesst, welches man nie mehr verlassen möchte.
      7 2 Melden
    • dnsd 28.11.2014 22:39
      Highlight Wenn Ihre Argumentation zutreffen würde, wäre Singapur auch nicht attraktiv... Von wegen nicht attraktiv: http://www.cash.ch/news/alle-news/schweiz_gehoert_laut_umfrage_zu_den_beliebtesten_arbeitsorten-3268421-448

      Berlin? Ja da gibts viele Kreative aber Techies wollen Kohle und wenig Steuern...
      3 6 Melden
    • smoe 29.11.2014 00:06
      Highlight Ich habe nicht gesagt, das die Schweiz nicht attraktiv ist, sondern dass sie in jenem spezifischem Bereich gegen etablierte Startup Hubs in Europa den Kürzeren zieht. Auch gegen solche mit hohen Steuern wie Stockholm.

      Warum hat die Schweiz denn keine nennenswerte Startup Szene obwohl wir doch so beliebt sind?

      Sie kennen offenbar die internationale Tech-Szene sehr schlecht. Klar gibt es solche, denen es nur um Geld geht. Mit denen lassen sich aber kaum neue, innovative Produkte bauen. Viele kümmern sich aber weniger um Materielles und wollen einfach möglichst ohne Reglementierung von aussen drauflos hacken.

      Warum schuften sich so viele zu verhältnismässig schlechten Bedingungen bei Startups "kaputt", anstatt sich einfacher bei einer Bank für durchschnittlich 14'000$ monatlich und geregelten Arbeitszeiten anstellen zu lassen? Die Leute haben praktisch 100% Jobsicherheit und wählen sich ihre Jobs nach Ideologie und vor allem technischer Herausforderung aus. Die Leute gehen zu Google, weil sie Google-Probleme lösen wollen, sie gehen zu Banken, weil sie zB an Hochfrequenzhandel intressiert sind, etc.

      Das entnehmen ich nicht irgendwelchen allgemeinen Studien, sondern 10 Jahren Erfahrung auf diesem Feld und hunderten Gesprächen mit Leuten aus und in aller Welt.
      3 1 Melden
    • dnsd 29.11.2014 12:42
      Highlight Ich stimme ihnen völlig zu dass unser Reichtum uns träge gemacht hat. Ihr Beispiel lieber einen gut bezahlten Job anzunehmen zeigt gerade was ich meine, hätte man für Talente so viel budget wie für Carlos (30k im Monat) könnte man gut mit entry job level Salären mithalten.

      Ich arbeite schon mein ganzes leben für internationale technologieriesen und in diesem Artikel gehts ja um einen davon: Google (hq europe ist übrigens in zürich... ) Meine Aussage zielte darauf, warum aus der Schweiz keine disruptiven Innovationen kommen.
      1 0 Melden
  • Zeit_Genosse 28.11.2014 09:24
    Highlight Beim GPS zeigt sich der Wettbewerbsunterschied USA - EU gut. Die USA begann 1970 damit und wir sind davon "abhängig". Das EU-Galileo-Projekt sollte 2014 betriebsbereit und 2020 fertig sein.

    http://de.m.wikipedia.org/wiki/Global_Positioning_System
    http://de.m.wikipedia.org/wiki/Galileo_(Satellitennavigation)

    Tja man sollte nicht über die Besseren schnöden, sondern selbst besser werden. Die Schweiz hat Top-Schulen und ist bezüglich Patenteinträge sehr innovativ. Wir haben alle Ressourcen, sogar Geld, wenn man all die Bussen der CH-Banken statt verspielt für "freche Ideen" investiert hätte. Uns fehlt die Leichtigkeit um Neues aus einer "Garage" heraus zu lancieren. Oder sind wir zu bequem weil die Vorväter uns Wohlstand ermöglichten? Wir sind zu klein, können aber uns mit der ganzen Welt vernetzen und Topleute anziehen, wenn wir uns nicht mit solchem Quatsch wie Ecopop selber geisseln und für Velowege politische Energie blockieren. Think big.

    26 2 Melden
    • The Destiny 28.11.2014 10:24
      Highlight Es gäbe da ja auch noch GLONASS, ist zu einem kleinen Teil auch Europäisch aber mehr das gegenpaar zu GPS. West/Ost.
      Würde uns aber auch nicht weniger abhängig machen.
      0 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 28.11.2014 17:09
      Highlight "Wir haben alle Ressourcen, sogar Geld....... Uns fehlt die Leichtigkeit um Neues aus einer "Garage" heraus zu lancieren."

      jep, bemerkenswert einfach auf den punkt gebracht
      9 0 Melden
  • Zeit_Genosse 28.11.2014 08:47
    Highlight Zerschlagen aus ethischen Gründung durch die Abspaltung der Rüstungssparten der Konzerne. Big Data und Militär kommt nicht gut. Samsung baut vollautomatische Kampfroboter und Boston Dynamics von Google baut sehr zweifelhafte Maschinen für den Kriegseinsatz.

    Da klebt Blut an Samsung
    14 0 Melden
    • saukaibli 28.11.2014 10:10
      Highlight Vor allem finde ich es extrem lustig, dass das Europaparlament Google kritisiert wegen Datensammeln/fehlendem Datenschutz. Praktisch alle europäischen Geheimdienste sind vermutlich eifersüchtig, weil Google an noch mehr Daten rankommt als sie selber. Und ich gebe meine Daten lieber an jemanden, der sie für Werbung "missbraucht" als einem Geheimdienst, der sie willkürlich an andere Geheimdienste weitergibt. Soviel zum Thema Ethik...
      9 4 Melden
    • smoe 28.11.2014 21:00
      Highlight Naja, wie weit will man mit solchen Zerschlagen gehen? Sowohl Boeing als auch Airbus, haben militärische Arme. Auch die Swisscom dürfte eigene Abteilungen nur für die Bedürfnisse des VBS haben.

      Google versucht zumindest seit ihrer Robotik-Shoppingtour alle Beziehungen zum Militär zu lösen und scheint sich auf zivile Projekte konzentrieren zu wollen. Ist aber durch bestehende Verträge noch eine gewisse Zeit u.a. mit DARPA verbandelt.

      Die Problematik zeigt sich an den beiden von ihnen übernommen Marktleadern Boston Dynamics und dem japanischen Shaft. Ersteres ist/war klar militärisch, zweiteres nicht. Wer in der USA einen Roboter bauen will kommt an Geldern aus militärischen Pools kaum vorbei. In Japan sind die Geldquellen und die damit angestrebten Projekte vielfältiger. Ein Japaner kann sich vorstellen im Spital von einem Roboter gepflegt zu werden, währendem in Europa/Amerika Roboter sofort Assoziationen zu Krieg auslösen. Was will man den sonst mit diesen anfangen, denken sich die Leute.
      4 0 Melden
  • Zap 28.11.2014 08:43
    Highlight Die EU kommt mir vor wie ein Kind, dass nicht mitspielen darf. Lächerlich, da müssen Suchergebnisse per Gesetz manipuliert und die so schützenswerten Daten auf Zuruf den Regierungen geliefert werden. Finanzinstitute und Pharmaunternehmen manipulieren Markt und Preise, andere sammeln Daten und verkaufen sie jedem, der sie will. Von Zerschlagung habe ich da noch nichts gehört. Die Forderung ist populistisches Geschwätz, um von den wirklichen Problemen abzulenken, denn etwas Besseres dagegen zu stellen, ist anscheinend keine Option. Man kann aus einem Angebot nicht freiwillig nutzen ziehen und dem Anbieter den Nutzen verbieten. Umdenken ist in der Tat angezeigt, seitens der Anbieter aber und vor allem seitens der Konsumenten.
    19 5 Melden
  • Willide 28.11.2014 08:41
    Highlight Google soll sich doch bitte darum bemühen, die EU zu zerschlagen und auf eine erträgliche Freihandelszone zu stauchen!
    12 11 Melden
    • ch 28.11.2014 10:38
      Highlight Auf eine Freihandelszone, in der die mächtigen dieser Welt (=Firmen wie Google) mit allen anderen machen können, was sie wollen? In der auch in Europa eine "Freiheit" herrscht wie in den USA, in der die "Demokratie" offensichtlich durch Geld und nur durch Geld gelenkt wird? Und wer hat dieses Geld? Genau, Firmen(aktionäre) wie...
      6 0 Melden
  • saukaibli 28.11.2014 08:39
    Highlight Ich bin überzeugt, wenn es von Google die Möglichkeit gäbe, ein Bezahl-Abo zu machen, so dass im Gegenzug dafür dass keine Daten gesammelt werden, würden höchstens 5% der Nutzer umsteigen. Und wenn man will, kann man auf Google verzichten, man muss halt einige Einbussen in Kauf nehmen. Das ist aber normal, wenn man aus irgendeinem Grund auf das Beste verzichten will. Mit ein wenig Aufwand kann man sich aber auch recht gut schützen. Zum Beispiel kann man zwei Browser verwenden, einen nur zum Surfen und beim anderen ist man bei Google, FB oder sonst wo angemeldet.
    6 2 Melden
  • Tommy von Münchhausen 28.11.2014 08:00
    Highlight Vieles ist bei Google zufallsabhängig, je nachdem auf welchen Mitarbeiter man stösst, wird z.B. eine Adwords-Campangen noch akzeptiert oder eben als unmoralisch abgelehnt. So akzeptiert Google neuerdings keine Werbung mehr für Pornographie (nach Amerikanischen Wertvorstellungen) oder sexuelle Dienstleistungen, eigentlich. Offenbar gibt es aber doch noch Ausnahmen. Dies führt zu einer Verzerrung des Wettbewerbs! Was Google nicht listet, existiert einfach nicht! Unternehmungen können Konkurs gehen wenn Sie bei Google in Ungnade fallen!
    6 2 Melden
    • smoe 28.11.2014 21:33
      Highlight Ja die Situation ist sehr unschön. Bisher sind aber Unternehmen oft selbst schuld, wenn sie z.B. durch Manipulationsversuche bei Google (automatisiert) in Ungnade fallen.

      Es ist aber aus meiner Sicht eine Illusion zu glauben, dass früher alles besser war. Vor dem Internet haben sich die Menschen an Führern in Buch oder Magazinform orientiert. Ein Hostel, dass plötzlich nicht mehr im neusten Lonely Planet gelistet wurde, musste mit massiven Besuchereinbrüchen rechnen. Ebenso ein Gourmet-Restaurant, dass bei einem renommierten Tester in Ungnade gefallen war. Als ich klein war, waren meine einzigen Informationsquellen zur Welt das Thuner Tagblatt und die Tagesschau …
      4 0 Melden
  • tschoo 28.11.2014 07:55
    Highlight Interessensbasierte Werbung kann man bei Google deaktivieren und Alternativen gäbe es genügend. Wenn ein Spiegel-Redaktor nicht innerhalb einer Woche seine jahrelang angeeigneten Surfgewohnheiten umstellen kann, heisst das nicht, dass es keine Konkurrenz gibt. Nur macht Google halt so gute Produkte, dass man sie freiwillig verwendet und daher die US-AGB akzeptiert. Google gibt übrigens eine gute Einsicht darüber, was sie für ein Profil von einem erstellt haben und dieses lässt sich sogar anpassen. Zudem bin ich froh, erhalte ich auf mich zugeschnitte Anzeigen und Suchergebnisse nicht nur Kram, den mich sowieso nicht interessiert.
    15 4 Melden
    • CableTiger 18.02.2016 11:40
      Highlight Nur weil die Interessensbasierte Werbung deaktiviert ist, heisst es noch lange nicht das keine Daten gesammelt werden.
      2 0 Melden
    • tschoo 18.02.2016 12:38
      Highlight Das stimmt natürlich. Dann bleibt immer noch die Möglichkeit, auf diejenigen Produkte umzusteigen, deren AGB man akzeptieren möchte.
      0 0 Melden
  • smoe 28.11.2014 07:52
    Highlight Auch wenn ich mit den Punkten moralisch völlig übereinstimme, halte ich es für Naiv zu glauben, eine Zerschlagung würde gross etwas ändern, oder vor allem, dass dann europäische Alternativen florieren würden.

    a) Das Zauberwort bei Suchmaschinen lautet "Relevanz". Diese ist höchst Subjektiv und deshalb ohne massives Sammeln von Nutzerdaten (noch) nicht erreichbar. So leid es mir tut, ein Anbieter, der keinerlei Daten sammelt, hat ausserhalb von Nischen nicht den Hauch einer Chance. Die Google Produkte sind eben oft die besten *weil* sie diese Daten sammeln und nicht *trotzdem*

    b) Die Zeiten, in denen ein Student übers Wochenende mal schnell eine bessere Alternative schreiben und die Weltherrschaft an sich reissen kann sind vorbei. Um mit Google qualitativ zu konkurrenzieren braucht man eine Armee von Experten auf dem Gebiet. Diese sind nur in sehr geringem Ausmass verfügbar und verlangen entsprechende Löhne und Zusatzleistungen: Die Frau eines verstorbenen Google Mitarbeiters erhält 10 Jahre lang 50% dessen Lohns plus 1000$ monatlich für jedes Kind bis dieses 19 Jahre alt sind. Was macht deine Firma?

    Allfällige, durch die Zerschlagung entstehende, Breschen werden von anderen Grosskonzernen gefüllt werden, die die nötige Kohle dafür haben. Wie z.B. dem chinesischen Baidu. Aber nicht von kleinen, neutral europäischen Anbietern, wie sich die EU das romantisch vorzustellen scheint.

    Es gibt aber einen Hoffnungsschimmer. Durch die rapide Entwicklung im Bereich der Künstlichen Intelligenz werden komplett neue Ansätze ermöglicht und somit auch wieder bis zu einem gewissen, das Szenario des Studenten, der übers Wochenende etwas bastelt. Aber ratet mal welche Firmen in diesem Bereich die Nase ganz weit vorne haben und weltweit aggressiv um jeden Studenten werben, der irgendwie heraussticht: Google, Facebook, Amazon, Apple, IBM und Baidu. Ja, keine Europäer darunter.


    15 0 Melden
  • giuliendante 28.11.2014 07:38
    Highlight Toller Artikel, hab das noch gar nie so betrachtet. Es lohnt sich auf jeden Fall, ein wenig kritisch gegenüber den US-Datensammelkraken zu sein. Was es aber vor allem bräuchte ist Konkurrenz und gesunder Wettbewerb.
    5 5 Melden
  • Goon 28.11.2014 07:25
    Highlight endlich tut sich mal was. google ist schon viel zu mächtig und wird immer in noch mehr bereichen in unser leben drängen.
    btw: google ist markbeherscher im bereich kampfähige robotik
    5 16 Melden
    • Zeit_Genosse 28.11.2014 08:35
      Highlight Samsung-SGR-A1 - erster VOLLAUTOMATISCHER Kampfroboter! Samsung mit Android ist ein Produkt zweier Weltkonzerne, die sie im Geschäft der Militärrobotik, oder effizienten Abschreckung mit Tötungsmaschinen lukrativ entwickeln. Da müsste man als Kunde ethisch reagieren und verlangen, dass sich diese Konzerne von der Kriegsbranche fernhalten und die Produkte ablehnen. Die Firmen wegen des Erfolgs zu zerschlagen oder wegen der Misbräuchlichkeit bezüglich Suchmaschinengeschäft ist da fast harmlos. Da klebt Blut dran.
      6 1 Melden
  • tinette 28.11.2014 06:45
    Highlight Wieso sollen internationale Konzerne zerschlagen werden, nur weil sie erfolgreich sind und wir -die Benutzer- sie so mächtig gemacht haben? Es gäbe genug alternativen, aber wir alle wollen Facebook, unser iPhone etc., wo wir natürlich Google Chrome benutzen etcetc.
    Diese Einstellung widerspricht einer liberalen Wirtschaftssicht. So viel ich weiss, musste bis jetzt in keiner Rettungsaktion Google und Apple finanziell gestützt werden. Folglich gibt es KEINE Rechtfertigung für einen staatlichen Eingriff.
    17 5 Melden
    • The Destiny 28.11.2014 07:15
      Highlight Die Rechtfertigung der EU ist die Machtkonzentration von Google und deren Missbrauch. Soweit so verstanden.
      2 6 Melden
    • tinette 28.11.2014 17:12
      Highlight Nicht aber die Begründung im Artikel. Nicht einmal die Untersuchungsbehörde hat bis jetzt etwas auf den Tisch gelegt, dass dies nachweist. Es geht dem Parlament dementsprechend um einen Eingriff in die Wirtschaft, nicht aber um die Verhinderung von Machtmissbrauch.
      1 0 Melden
  • Hugo Wottaupott 28.11.2014 06:44
    Highlight Wenn ihr schon dabei seid zerschlagt doch die neudeutsche Wirtschaftsordnung (€U) auch gleich...
    15 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 28.11.2014 17:35
      Highlight €U ist das diese seltsame vereinigung? Das Volk, ähm nein, eigentlich habe die ja nichts zu sagen - also in dem die nettozahler untervertreten eher ehem. besatzungsmächte oder sind das ihren nordatlantischen freunde volksverarschung üben, das sagen eh zentral verwalten. Die einen in der rechte ecke, obwohl manchmal durchaus vernueftig, die gruenen echte teletubbies, die genossen beschaeftigen sich mit sozial- + umverteilungstraeumen, eigene taschen fuellen etc. und es eigentlich noch keiner so richtig gemerkelt eh geschnallt hat ?

      Ja die ? Die werden sich selbst zerschlagen.... ;)
      1 0 Melden
  • 7immi 28.11.2014 06:32
    Highlight Wie siehts denn mit thyssen krupp, vw und siemens aus?
    Logisch, deutsche unternehmen und somit in der eu, klar. Riecht irgendwie nach wirtschaftskrieg...
    14 4 Melden
    • sewi 28.11.2014 06:47
      Highlight Meines Erachtens nicht. Die europäischen Firmen zahlen Steuern. VW oder Tyssen Krupp erfahren auch nicht so viel wie Zuckerberg und Konsorten. Dieser weiss sogar zu was Du masturbierst....
      12 0 Melden
    • Cox 28.11.2014 08:23
      Highlight @sewi
      Und was will er mit dieser Information anfangen?
      6 4 Melden
    • sewi 28.11.2014 08:58
      Highlight @cox: Dir gezielte Werbung schicken. Sagen wir, Du schaust Dir gerne Bilder oder Filme mit asiatischen Damen an, dann bekommst Du Werbung für genau diese Filme, Reisevorschläge und sogar noch asiatische Restaurants in der Nähe Deiner aktuellen Standorte. Für VW wäre höchstens die Anzahl Personen in Deinem Haushalt interessant bezüglich Fahrzeug-Grösse....
      5 0 Melden
    • The Destiny 28.11.2014 09:47
      Highlight @cox: Wenn du mal Politiker wirst und dann deine Konkurenz oder die Presse an Informationen kommen, wie dass du in deinen Jungen Jahren auf bdsm oder hentai gestanden bist, dann ist das ein gefundenes Fettnäpfchen. So einfach kann eine Politische Kariere vernichtet werden.
      3 0 Melden
    • smoe 29.11.2014 04:37
      Highlight Auch die US Konzerne zahlen in Europa Millionen an Steuern. Sie nutzen nur – wie wohl jeder Grosskonzern – sämtlichen legalen Möglichkeiten und gesetzlichen Lücken aus, möglichst wenig bzw. fast gar nichts davon zu bezahlen.

      Apple, Facebook, Google und co. haben Hauptquartiere nicht in Irland, weil sie Guinness so sehr mögen, sondern weil sie wegen den dortigen Gesetzen, sowohl die Europäischen als auch die Amerikanischen Steuerbehörden austricksen können. Völlig legal.

      Es ist also etwas bizarr, wenn die EU gemäss ihren Gesetzen
      «Ein Markt» ist, aber sie dann jammern, wenn Firmen den Fakt ausnützen, dass jedes Land seine Steuern selbst bestimmt.
      1 0 Melden
    • smoe 29.11.2014 04:40
      Highlight @The Destiny
      Vielleicht hat das Internet aber auch den Einfluss, dass es irgendwann niemanden mehr kratzt, wenn ein Politiker sich nach Feierabend gerne auspeitschen lässt und sich Pokemon Pornos reinzieht. ;)
      3 0 Melden
    • The Destiny 29.11.2014 13:33
      Highlight @smoe: vielleicht nicht mehr so stark, aber du kennst doch unsere Presse die würde für sowas immer eine ganze Frontseite brauchen.
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Was Google, Facebook, Instagram und Snapchat wirklich von dir wissen – die laaaaange Liste

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