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Dave Burke, der zweithöchste Ingenieur bei Google präsentierte am Dienstag die neuen Geräte
Bild: afp

Neue Android-Gadgets: Google präsentiert scharfe Smartphones und ein Magneto-Tablet

Google hat neue Smartphones, Tablets und Multimedia-Gadgets vorgestellt. Deren Mission: zeigen, was das neue Android-Betriebssystem kann.

29.09.15, 22:05

Matthias Kremp

Ein Artikel von

Im Eiltempo hat Google am Dienstagabend die Neuheiten seiner Hardwareabteilung vorgestellt. Zwei neue Smartphones, ein Tablet mit magnetischer Tastatur und zwei neue Multimedia-Gadgets, die vielen Konkurrenten zu denken geben werden.

Die langfristig wichtigste Neuheit war die Fertigstellung von Android 6 Marshmallow. Das im Juni angekündigte Update von Googles Mobilbetriebssystem bringt einige wichtige Neuerungen. Vor allem bei Sicherheit und Privatsphäre wurde vieles verbessert. So muss man Apps jetzt keine Generalvollmacht für den Zugriff auf Daten und Funktionen mehr geben.

Stattdessen lassen sich App-Berechtigungen jetzt ähnlich kleinteilig an- und abschalten wie bei Apples iOS. Sauber funktioniert das aber nur mit angepassten Apps. Bei Apps, die nicht für Android 6 aktualisiert wurden, könnte es Probleme geben, wenn man ihnen einzelne Berechtigungen entzieht.

Im Zentrum der abendlichen Präsentation standen jedoch neue Gadgets, allen voran die neuen Smartphones Nexus 6P und Nexus 5X:

Das Nexus 6P – weder schwer noch klobig

Bild: EPA/GOOGLE

Googles neues Vorzeigemodell ist das Nexus 6P. Die Eckdaten:

Ein Prototyp, den SPIEGEL ONLINE ausprobieren konnte (siehe Bilderstrecke), fühlte sich trotz des grossen Displays und des relativ hohen Gewichts weder schwer noch klobig an. Das mag daran liegen, dass das Gerät nur rund sieben Millimeter dick ist und sich das Gewicht auf eine grosse Fläche verteilt. Wie bei einigen Huawei-Smartphones ist der Fingerabdruckscanner auf der Rückseite angebracht. Nimmt man das Gerät in die Hand, kann man es sehr schnell mit seinem Zeigefinger entsperren.

Bei der Kamera will der Konzern offenbar auf Qualität statt Quantität setzen, baut ein Modell mit 12.3 Megapixeln ein. Der vergleichsweise niedrig auflösende Chip bietet mehr Platz für die einzelnen Pixel, sodass diese grösser sein und mehr Licht aufnehmen können. Ein Ergebnis dieser Entscheidung sollen bessere Aufnahmen bei schlechter Beleuchtung sein.

Mit der dazugehörigen Kamera-App kann man animierte Gifs aufnehmen. Ausserdem gibt es zwei Zeitlupenmodi, die Videos mit 120 beziehungsweise 240 Bildern pro Sekunde aufzeichnen.

Bemerkenswert ist die Speicherbestückung mit bis zu 128 Gigabyte. Damit zieht Google mit den Oberklasse-Smartphones von Samsung und Apple gleich. Allerdings aus einem pragmatischen Grund: Eine Möglichkeit, den Speicher zu erweitern, gibt es nicht. Dafür setzt Google, wie im Juni angekündigt, USB-C ein. Über den neuen Anschluss könne der Akku schneller aufgeladen und Daten schneller übertragen werden.

Der Preis: ab 499 Dollar.

Das Nexus 5x – die günstige Alternative

Bild: EPA/GOOGLE

Als günstige Alternative zum 6P hat Google das Nexus 5X vorgestellt. Während auch dieses Smartphone mit Android 6 Marshmallow geliefert wird, sehen seine technischen Daten etwas bescheidener aus:

Verglichen mit dem Nexus 6P ist es etwas kleiner, deutlich leichter und hat einen weniger leistungsstarken Prozessor. Wie sehr sich dieser Unterschied in der Arbeitsgeschwindigkeit bemerkbar machen wird, bleibt abzuwarten. Wichtiger ist, dass der Speicher beim 5X sehr viel kleiner und ebenfalls nicht erweiterbar ist. Gerade bei der 16-Gigabyte-Variante dürfte das schnell eng werden.

Der Preis: ab 379 Dollar.

Zu beiden Smartphones bietet Google einen neue Zusatzgarantie unter der Bezeichnung Nexus Protect an. Sie kostet ab 69 Dollar für zwei Jahre und deckt mechanische und Unfallschäden ab.

Das Magneto-Tablet – Pseudo-Notebook mit Induktionsakku

Bild: AP

Etwas unerwartet zeigte Google auch noch ein neues Tablet. Das Pixel C genannte Gerät verfügt über einen sehr hochauflösenden 10.2-Zoll-Bildschirm und ein leistungsfähige technische Ausstattung. Der Clou ist aber, dass es als Zubehör eine Tastatur gibt, die magnetisch mit dem Tablet verbunden wird.

So kann man es mühelos zum Pseudo-Notebook umbauen und als Arbeitsgerät verwenden. Rechtzeitig zur Weihnachtssaison werde es erscheinen, hiess es von Google. Als kleines Gimmick wird der Akku der Tastatur induktiv vom Tablet aus aufgeladen, sobald die beiden magnetisch verbunden sind.

Der Preis: ab 499 Dollar für das Tablet; 149 Dollar für die Tastatur.

Chromecast und Chromecast Audio

Ausser den Smartphones zeigte Google eine neue Version des TV-Sticks Chromecast, die mit verbesserter Technik nun unter anderem besseren WLAN-Empfang bieten soll. Ausserdem beherrscht das System eine Sprachsuche und soll Videos schneller laden als Konkurrenzsysteme.

Spannender ist der neue Chromecast Audio. Er empfängt via WLAN Musik von Android-Geräten und von Streaming-Diensten, die dann über einen Klinkenanschluss auf einer Stereoanlage oder Aktivboxen abgespielt werden kann. Das erinnert an Systeme wie die vernetzten Lautsprecher von Sonos, ist nur viel billiger, weil man seine alten Lautsprecher weiter verwenden kann. In Zukunft soll der Chromecast Audio auch Multiroom-fähig werden.

Der Preis: jeweils 39 Dollar.

Alles, aber nicht sofort

Fast nebenbei kündigte Google auch noch ein günstiges Familienabo für Google Play Music an. Für 14.99 Dollar können bis zu sechs Familienmitglieder unabhängig voneinander Googles Musikdienst nutzen. Anbieter wie Spotify und Deezer haben keine so attraktiven Familienangebote, einzig Apple bietet etwas Vergleichbares.

Was Nexus-Fans aber richtig nerven wird: Deutschland ist Nachzügler bei der Einführung der neuen Nexus-Geräte. Im ersten Schritt will Google sie nur in den USA, Grossbritannien, Japan und Irland anbieten. Dort sind sie ab sofort online bestellbar. Dazu, wann und zu welchen Preisen sie nach Deutschland kommen werden, gab es am Donnerstagabend keine offiziellen Informationen. Einzig die Chromecast-Sticks kann man ab sofort bestellen.

Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Nichtswisser 30.09.2015 10:39
    Highlight Chromecast ist die beste Erfindung seit geschnitten Brot. Freue mich schon auf die neue Version.
    4 0 Melden
  • Der Tom 29.09.2015 23:46
    Highlight Amazing!!
    13 5 Melden
  • metall 29.09.2015 23:41
    Highlight cooles t-shirt - für ein Milliarden Konzern
    18 5 Melden
    • Tilman Fliegel 30.09.2015 01:40
      Highlight Der sieht überhaupt um Lichtjahre cooler aus als Oberlehrer Tim Cook mit seinem säuerlichen Lächeln.
      23 4 Melden
    • Sir Jonathan Ive 30.09.2015 09:18
      Highlight @Tilman Fliegel
      Das musst du Tim sagen.
      Ich wollte sein Hemd Roségolden machen, aber Tim wollte unbedingt so aussehen wir früher Steve.
      5 1 Melden

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