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How Google Fights Piracy

Google-Suchergebnis: Verweis auf legale Angebote bei Musik und Film. bild: google

Kampf gegen Raubkopien

Pornoindustrie fühlt sich von Google diskriminiert

Produzenten von Pornofilmen fordern Gleichberechtigung von Google. Wie bei Musik und Filmen, so sollen auch bei Sexvideos zuerst die legalen Angebote in den Suchergebnissen erscheinen. Google hält sich bedeckt.

Ein Artikel von

Spiegel Online

Mehrere Hersteller von Pornofilmen haben sich gegenüber der BBC darüber beklagt, von Google benachteiligt zu werden. Der Internetkonzern bemühe sich zusehends, etwa bei der Suche nach Musik- und Filmtiteln, zuerst legale Angebote in den Suchergebnissen aufzulisten. Anwender, die nach pornografischen Inhalten suchen, würden dagegen weiterhin in erster Linie Piraten-Webseiten angezeigt bekommen.

Die Vertreter der Pornoindustrie beziehen sich auf eine neue Technik, die Google im Oktober in seinem Bericht «How Google Fights Piracy» vorstellte. Demnach will der Konzern auf bestimmte Suchanfragen, die Begriffe wie «download», «watch» oder «free» enthalten, Anzeigen legaler Anbieter präsentieren.

Dass pornografische Inhalte von dem neuen System nicht berücksichtigt werden, ärgert die Betroffenen. «Google diskriminiert die Pornobranche immer noch», sagt etwa die Aktrice Angela White. Das US-Unternehmen würde mit seinem Verhalten den Irrglauben fördern, das Pornogeschäft sei keine ernstzunehmende Branche. Dabei sei doch das Gegenteil richtig. Schliesslich würden Anbieter und Produzenten von Pornos «Steuern zahlen, Arbeitsplätze schaffen und ein Wirtschaftsfaktor sein.»

Keine Chance für Pornoblocker

Dass mit Pornofilmen im Internet Milliarden umgesetzt werden, steht ausser Frage. Dass Versuche, den Konsum beispielsweise durch den Einsatz von Filtersystemen einzudämmen, scheitern, ebenso. Die in Grossbritannien eingeführten freiwilligen Pornoblocker etwa wurden von 92 Prozent der Nutzer sofort abgeschaltet.

Trotzdem beklagen die Produzenten, dass ihre Gewinne nicht so hoch sind, wie sie sein könnten. Sogenannte «Tube-Seiten», auf die Pornofilme illegal hochgeladen werden und dann wie bei YouTube kostenlos bereitstehen, würden sie einen substanziellen Teil ihrer Umsätze kosten.

Google will keine Pornos

Die ohnehin schon schwierige Aufgabe, Internetnutzer dazu zu bewegen, für Online-Pornografie zu bezahlen, würde durch Google nun noch weiter erschwert, klagt ein Pornofilm-Produzent gegenüber der BBC. Und es würde für die legalen Anbieter nicht leichter gemacht, wenn Google deren Angebote in seinen Suchergebnissen erst «auf Seite zehn anzeigt, nach den 100 unverschämtesten Piraten-Webseiten der Welt».

Google allerdings wollte sich auf eine Anfrage der BBC nicht zu dem Thema äussern. Und es ist auch nicht anzunehmen, dass der Konzern in näherer Zukunft von seinem Standpunkt abrücken wird.

Gerade erst hat das Unternehmen seine Richtlinien für Werbung in seinen Suchergebnissen aktualisiert und klargestellt: «Bestimmte Inhalte nur für Erwachsene sind in AdWords verboten.» Einschränkungen gibt es beispielsweise bei Bildern «mit nackter Haut sowie Nacktdarstellungen» und «sexuell anregenden Inhalten». Für Pornografie bleibt da kein Platz.

Doch auch diese Marktlücke dürfte sich bald schliessen. Im September hat eine Gruppe ehemaliger Google-Mitarbeiter eine Suchmaschine ins Netz gestellt, die der Traum der Pornoindustrie sein dürfte: Sie hilft ausschliesslich bei der Suche nach Online-Pornografie und berücksichtigt nur legale Angebote. Ein Problem hat sie aber noch: Kein Mensch kennt sie.



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