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LONDON - DECEMBER 06:  In this photo illustration a man holds up some credit and debit cards on December 6, 2007 in Glasgow,Scotland.The British economy is beginning to feel the effects of the credit crisis which began this year. House prices have begun to fall and the retail sector is predicting a difficult Christmas period.  (Photo by Jeff J Mitchell/Getty Images)

Bild: Getty Images Europe

Krumme Geschäfte

Gestohlene Kreditkarten? So frech werben Internet-Gauner auf YouTube

Kreditkartendaten gesucht? Bei Googles Videoplattform stellen auch Kriminelle Werbung für ihre Dienste ein, berichten US-Konsumentenschützer. Und der Internetkonzern verdient daran.

Ein Artikel von

Spiegel Online

Dass im Internet mit gestohlenen Kreditkartendaten gehandelt wird, ist ein altbekanntes Problem. Interessant ist allerdings, welchen Weg Kriminelle mittlerweile wählen, um ihr Geschäft zu bewerben. Die amerikanische Verbraucherschutzorganisation Digital Citizens Alliance (DCA) macht in einem neuen Bericht (PDF) darauf aufmerksam, dass die Händler häufig YouTube nutzen, um auf ihre Angebote aufmerksam zu machen. Auf Anfragen wie «How to get credit card numbers that work 2014» liefere das Videoportal jeweils mehrere Tausend Suchergebnisse.

Ein Teil dieser Ergebnisse scheint tatsächlich zu echten Angeboten zu führen. Auf eine Videoanzeige hin hat die DCA Kontakt zu einem mutmasslichen Händler aufgenommen, das zugehörige Telefongespräch wurde mitgeschnitten. Der Gesprächspartner gibt darin bereitwillig Auskunft: über die Art der Daten, über Rabatte und Preise – je nach Abnahmemenge soll es bei zehn Dollar pro Datensatz losgehen.

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Video: YouTube

Erläutert wird auch, wo ein Käufer die Karten einsetzen kann und wo nicht. So rät der mutmassliche Händler, mit den Daten keine Einkäufe bei Amazon zu tätigen, da das Unternehmen effiziente Prüfmechanismen einsetze.

Der Bericht weist darauf hin, dass YouTube bei besonders häufig geklickten Videos auch Werbung schaltet und so an den dubiosen Clips mitverdient. In einem Fall hat die DCA angeblich sogar Werbung der Kreditkartenfirma Amex entdeckt.

Medikamente, Drogen und Hehlerware

Die DCA gilt als konservative Einrichtung, die eine strenge Reglementierung des Internets vorantreiben will. Wer die Organisation finanziert, ist zudem unbekannt. In mehreren ähnlichen Berichten warf sie Google vor, Anzeigen für illegalen Handel nicht hinreichend zu bekämpfen – etwa wenn es um nicht zugelassene Medikamente, Drogen oder Hehlerware geht. 

Doch auch abseits der DCA beschäftigt man sich mit dem Thema: Im Juli hatten die Generalstaatsanwälte der US-Bundesstaaten Nebraska und Oklahoma Google angefragt, wie hoch die Werbeumsätze durch Videoanzeigen seien, die vor Clips zu Produkten wie den genannten geschaltet werden. «Äusserst gering», antwortete Google damals. 

Völlige Untätigkeit kann man dem Unternehmen auch im Fall der Kreditkartendaten-Videos nicht vorwerfen, manche Clips werden schnell wieder entfernt. Eine Google-Sprecherin sagte dem US-Techblog Re/code, ihr Unternehmen würde jährlich Millionen Videos sperren, die gegen die Nutzungsbedingungen verstossen: «Unsere Richtlinien verbieten die Förderung illegaler Aktivitäten, dazu zählen Videos, die für den Verkauf illegaler Waren werben. Wir haben ausserdem strenge Werberichtlinien und arbeiten daran zu verhindern, dass Anzeigen bei einem Video, einem Kanal oder einer Seite erscheinen, sobald wir festgestellt haben, dass dieser Inhalt nicht zu unseren Werbepartnern passt.»

(abr)



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