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Google-Chef Sundar Pichai hat die Schnauze voll. Bild: Manu Fernandez/AP/KEYSTONE

Flash stirbt – langsam, aber unaufhaltsam – und das ist gut so!

Mit Chrome blockiert auch der weltweit meistgenutzte Browser jetzt standardmässig die meisten Flash-Inhalte. Der schleichende Tod der vielerorts verhassten Web-Technik ist offenbar nicht zu stoppen.

01.09.15, 15:56 01.09.15, 16:15

Christian Stöcker 

Ein Artikel von

Wer mit dem Begriff «Flash» im Zusammenhang mit dem Internet etwas anfangen kann, hat vermutlich auch eine Meinung dazu. Und zwar vermutlich eine schlechte. Flash hat einen miesen Ruf. Viele hassen die Software regelrecht.

Die Technik, die heute von der Firma Adobe vertrieben wird, hat einst mitgeholfen, Bewegung ins Netz zu bringen. Mit Flash kann man Videos darstellen, interaktive Grafiken oder kleine Spiele, aber auch bewegte Werbung.

Gehasst wird Flash vor allem aus zwei Gründen: Es macht Webseiten langsamer – und unsicherer. Flash-Sicherheitslücken gab es allein in diesem Jahr in höherer Frequenz als Bahnstreiks in Deutschland

Ausserdem frisst Flash Ressourcen und verbraucht damit viel Strom – auf Mobilgeräten ist die Technik deshalb schon seit längerer Zeit standardmässig nicht verfügbar.

Steve Jobs hatte recht

Steve Jobs hat im Jahr 2010 sogar einmal eine mehrseitige Tirade gegen Adobes Web-Technik veröffentlicht, ein ungewöhnlicher und damals ziemlich aufsehenerregender Schachzug des Apple-Gründers. Sogar eine «Occupy Flash»-Bewegung gibt es mittlerweile, die sich der endgültigen Vernichtung von Adobes Technik verschrieben hat.

Auch Amazon, Google, Facebook, also fast alle Grossen des Netzes, verabscheuen Flash, mindestens ebenso sehr wie viele Nutzer es tun. Sie arbeiten seit Jahren am Tod der Software. Und das Ende naht. In aktuellen Versionen des Open-Source-Browsers Firefox ist Flash seit Juli 2015 standardmässig blockiert, und seit dem heutigen Dienstag bekommen auch Nutzer von Googles Chrome-Browser kaum noch bewegte Flash-Inhalte zu sehen. Eine schon im Juni für Entwicklerversionen angekündigte Massnahme wird nun auf alle Chrome-Versionen ausgeweitet.

Der meistgenutzte Browser

Für die Zukunft von Flash ist diese Nachricht weit gravierender als die Abkehr von Firefox und Amazon von der Technik. Chrome ist, glaubt man den Statistiken des Unternehmens StatCounter, mittlerweile fast weltweit der meistgenutzte Browser.

Zwar haben alle Versionen von Microsofts Internet Explorer gemeinsam immerhin noch die Mehrheit, was die absolute Anzahl der Nutzer angeht, wie NetApplications angibt – aber die weit überwiegende Zahl aller Webseiten-Aufrufe läuft in fast allen Ländern auf dem Planeten mittlerweile über Chrome. In Europa beispielsweise ist Firefox nur noch in Deutschland der meistgenutzte Browser, auf dem gesamten restlichen Kontinent hat Googles Software die Marktführerschaft übernommen. Nord- und Südamerika sind sämtlich in Chromes Hand, Asien und Australien ebenso. Nur in Teilen Afrikas werden noch Firefox und Opera benutzt.

Mit anderen Worten: Browser, die Flash standardmässig unterstützen, sterben aus. Das wird der Web-Technik über kurz oder lang den Garaus machen, denn wer will, dass seine Nutzer auch sehen können, was auf der eigenen Seite stattfindet, der wird in Zukunft auf Flash verzichten. 

Viele Seiten haben ohnehin längst auf den neuen, offenen Standard HTML5 umgestellt, darunter auch Giganten wie YouTube.

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Der Tom 01.09.2015 17:27
    Highlight Die Browserhersteller sind dafür verantwortlich, dass Flash so erfolgreich war. Eine Anwendung bauen die von Windows XP über Mac OS bis Windows 10 in allen gängigen Browsern unterschiedlichster Versionen gleich aussieht und funktioniert? Flash!
    1 2 Melden
    • Alnothur 01.09.2015 22:33
      Highlight Nein, nicht Flash. Desktopanwendung.
      1 0 Melden

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