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Klein, aber oho! Samsungs neue 360-Grad-Kamera.

Samsung hat den Dreh raus: Die kleine Wunderkamera überzeugt im grossen Test

Samsungs Kamera Gear 360 schiesst kugelrunde 360-Fotos und Filme. Macht das Spass? Hier kommt der Testbericht – inklusive Testvideo.

Matthias Kremp / spiegel online



Ein Artikel von

Spiegel Online

Ein bisschen erinnert mich die Gear 360 an den Öltank, den sich meine Eltern damals im Garten haben einbuddeln lassen. «Ich bin 2 Öltanks» stand gross auf der gelben Kugel. Genauso könnte man jetzt auf die Gear 360 schreiben: «Ich bin zwei Kameras».

Rücken an Rücken sind die beiden Fotosensoren in das kugelrunde Gehäuse gebaut. Beide sind mit extremen Weitwinkelobjektiven bestückt, die einen Blickwinkel von 180 Grad abdecken.

Samsungs Kamera Gear 360 im Testvideo

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Video: spiegel online

Die technischen Daten sind beeindruckend

Jede der beiden Kameras zeichnet 15 Megapixel auf, zusammengeschaltet machen sie Aufnahmen mit bis zu 7776 mal 3888 Pixeln und 30 Megapixeln. Rundumvideos können mit bis zu 3840 mal 1920 Pixeln bei 30 Bildern pro Sekunde aufgenommen werden.

Kompliziert ist die Gear 360 trotzdem nicht. Alle Grundfunktionen lassen sich an der Kamera selbst aufrufen. Über ein winziges Display kann man zwischen Foto-, Video-, Zeitraffer- und Videoschleifenmodus umschalten und die wichtigsten Optionen einstellen. Oben auf der Kamera befindet sich ein manueller Auslöseknopf. In Kombination mit dem Selbstauslöser lassen sich schon damit recht gute Fotos machen. Was darüber hinaus geht, macht man lieber per App vom Handy aus. Dazu nach der Foto-Slideshow mehr.

Samsungs kleine Wunderkamera im grossen Test

Arm ab oder Arm dran?

So nahtlos wie Samsung es verspricht, sind die Rundum-Fotos und -Videos leider nicht. Unsere Testaufnahmen zeigen stets dort deutliche Nahtstellen, wo die beiden Teilbilder ineinander übergehen. Je nach Bildmotiv fällt das mal mehr, mal weniger auf.

Sieht man blauen Himmel oder einen aufgewühlten See, sind diese Fehler lässlich. Wird aber der Arm einer Person von der Software abgeschnitten, stört das schon sehr. Beim Export der Videos auf YouTube leidet die Bildqualität leider beträchtlich (siehe Video).

Die Qualität der gemachten Fotos und Videos ist ansonsten gut, besser jedenfalls als bei der LG 360 Cam. Vor allem wenn man nur eine der beiden Kameras benutzt, um ein Weitwinkelfoto zu knipsen, entstehen oft sehr schöne Bilder. Aber auch im Rundummodus und beim Filmen kann man mit den Ergebnissen zufrieden sein. Nur ein ordentlicher Bildstabilisator fehlt.

Lieber mit Stativ filmen und fotografieren

Dafür lässt sich die Kamera recht universell einsetzen. Geliefert wird die Gear 360 mit einem aufgeschraubten Griff, dem man zum Dreibein-Stativ aufklappen kann (siehe Fotostrecke). In vielen Situationen reicht das schon, um die Kamera etwa auf einen Tisch, einen Pfeiler oder eine andere Unterlage zu stellen.

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Die Kamera mit dem Griff in der Hand zu halten, empfiehlt sich nur selten, denn so hätte man stets den Filmenden mit im 360-Grad-Bild. Besser, man schraubt sie auf ein Fotostativ, für das an der Unterseite ein passendes Gewinde vorhanden ist.

Geduld ist gefordert

Bei einer solchen Konstruktion steuert man die Gear 360 vom Handy aus mit Samsungs Gear-360-App. Die bietet ähnliche Funktionen wie herkömmliche Foto-Apps, nur eben auf die neue Samsung-Kamera zugeschnitten. Genau wie an der Kamera selbst kann man hier hier zwischen den verschiedenen Modi umschalten. Die Bedienung der App ist kinderleicht. Wer schon mal mit einem Handy fotografiert hat, kommt damit sofort klar. Den Kontakt zur Kamera hält die App per Bluetooth.

Über die App lassen sich die Aufnahmen auch vom Speicher der Kamera in den Speicher des Smartphones übertragen. Bei längeren Videos kann das eine Weile dauern. Ein Fünf-Minuten-Clip in mittlerer Auflösung brauchte bei uns eine gute Viertelstunde, um von Gerät zu Gerät zu gelangen.

Mega-Diashow in der VR-Brille

Aber dieser Weg ist leider unumgänglich, wenn man seine Aufnahmen auf dem Handybildschirm oder gar in einer Gear-VR-Brille ansehen will. Letzteres ist dafür eine ausgesprochen beeindruckende Variante. Die eigenen Rundumfotos und -filme in der VR-Brille anzuschauen, fühlt sich fast so an, als wäre man wieder am Ort des Geschehens.

Probanden, denen wir solche Aufnahmen per Brille vorführten, reagierten meist mit vielen Ohhs und Ahhs auf die ungewohnte Betrachterperspektive. Anders als bei normalen Bildern neigt man dazu, sich 360-Grad-Aufnahmen immer wieder anzuschauen, weil man glaubt, noch mehr Details entdecken zu können. Manchmal stimmt das auch, aber bei weitem nicht immer.

Fazit

Wenn du jetzt Gefallen an der Gear 360 gefunden hast, freue dich nicht zu früh. Denn die zwei limitierenden Faktoren der neuen Rundumkamera habe ich noch nicht erwähnt. Zum einen gibt es die Steuerungs-App nur für wenige Samsung-Galaxy-Smartphones. Zum anderen ist sie mit 349 Franken nicht gerade ein Mitnahmeartikel, dem man kurz vor der Supermarktkasse noch schnell in den Einkaufswagen legt.

Vor- und Nachteile der Gear 360

Gute Bildqualität
Einfache Bedienung
Spritzwassergeschütztes Gehäuse
Robuster Aufbau

Hoher Preis
Nur mit Samsung-Smartphones kompatibel

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