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Withings Activité im Test

Das taugt der zurzeit edelste Fitness-Tracker, der in der Schweiz hergestellt wird

Sie sieht aus wie eine gewöhnliche Armbanduhr. Unter dem Ziffernblatt aber steckt ausgefeilte Technik, Made in Switzerland. 

06.01.15, 08:04 30.03.15, 11:35

matthias kremp / spiegel online

Ein Artikel von

Man muss schon wissen, dass diese Uhr mehr ist als bloss ein weiterer Zeitmesser fürs Handgelenk. Von aussen jedenfalls ist der Activité des französischen Herstellers Withings nicht anzusehen, was in ihr steckt. Zwei normale Zeiger, ein Ziffernblatt mit einem kleinen Zusatz-Ziffernblatt – so sehen Armbanduhren heute eben aus.

Wie unauffällig sie ist, zeigen die Reaktionen von Bekannten. Als ich Geräte wie die Moto 360, die G Watch R oder die Zenwatch testete, wurde ich ständig auf sie angesprochen. Was das denn sei, ob das eine dieser neuen Computeruhren sei, ob man die auch mal anlegen dürfe.

Oft bekam ich böse Kommentare von Technik-Skeptikern zu hören, wenn die Displays solcher Geräte an meinem Handgelenk aufleuchteten: Sowas brauche kein Mensch, die müsse man ja wohl ständig wieder aufladen, und ausserdem seien die ganz schön klobig. 

Edler Fitness-Messer am Arm 

Zur Activité dagegen hat niemand einen Kommentar abgegeben. Die vergleichsweise kleine Uhr mit ihren silbrig glänzenden Zeigern wird ganz offensichtlich viel eher akzeptiert als ein Mini-Computer am Handgelenk. Dabei steckt auch sie voller Technik. Sie hat ähnliche Sensoren verbaut, wie man sie von Fitness-Armbändern kennt. So misst sie körperliche Aktivitäten wie Laufen, Gehen und Schwimmen. 

Promo-Video zur Withings Activité

video: youtube

Anders als herkömmliche Smartwatches kann die Activité jedoch keine E-Mails anzeigen. Man kann sie sich nicht vor sein Gesicht halten, um über sie zu telefonieren. Man kann auch keine Apps auf sie laden und noch nicht einmal einen Wetterbericht anschauen.

Die Uhr kann also viel weniger als die Modelle von Samsung, LG und Motorola. Trotzdem ist sie viel teurer als jene Geräte mit Android-Wear-Betriebssystem. Während diese 200 bis 300 Euro kosten, verlangt Withings in seinem Onlineshop 390 Euro für eine Activité. Zum Jahresende war sie ausverkauft, bald soll sie aber wieder lieferbar sein.

In der Schweiz hergestellt

Withings ist ein französisches Unternehmen mit Sitz in der Nähe von Paris. Die Armbanduhren werden im Schweizer «Uhrenhauptort» Le Locle im Kanton Neuenburg fabriziert, darum dürfen sie laut Hersteller-Website das Label «Swiss Made» tragen. (dsc)

Austauschbares Armband 

Günstig ist der Preis nicht, anderseits bekommt man eine feine Armbanduhr, die sowohl Männern als auch Frauen gefallen kann. Das in der Schweiz hergestellte Gerät wird mit einem weichen, aber stabilen Armband aus Kalbsleder geliefert, das Ziffernblatt von kratzfestem Saphirglas geschützt. Sporttauglich ist die Uhr ebenfalls, laut Hersteller hält sie sogar bei bis zu 50 Metern Wassertiefe dicht.

Weil das Lederarmband empfindlich gegenüber Wasser und Schweiss ist, liegt für die Nutzung beim Sport ein zweites Armband aus einem weichen Kunststoff bei. Dank einer Spezialbefestigung dauerte der Armbandwechsel im Test weniger als eine Minute. 

Wecker ohne Schlummertaste 

Das Kunststoffarmband werden intensive Nutzer der Activité wohl regelmässig anlegen. Denn trotz des edlen Äusseren ist die Withings-Uhr vor allem ein Fitness-Tracker, der Aktivitätsdaten liefert. Schmerzlich vermisst habe ich aber einen integrierten Pulsmesser, der für ein gut geplantes Training unerlässlich ist. Nicht mal einen Bluetooth-Pulsgurt kann man mit der Uhr verbinden. 

Verbesserungsbedürftig ist auch die Weckfunktion: Über Withings' Health-Mate-App lässt sich zwar eine Weckzeit einstellen. Leider gibt es aber weder eine Alarm-Aus- noch eine Schlummertaste. Wenn der Vibrationsalarm zur eingestellten Zeit losgeht, muss man deshalb 30 Sekunden durchhalten, bis er endlich aufhört. Auch eine intelligente Schlafphasen-Weckfunktion fehlt, obwohl die Uhr das Schlafverhalten aufzeichnet. 

Zur Auswertung von Aktivitäts- und Schlafdaten verbindet man die Activité mit der Healt-Mate-App, die auch Daten aller anderen Gesundheits- und Fitnessgeräte von Withings auswertet. Wer also etwa schon eine der vernetzten Personenwaagen des Unternehmens benutzt, kann hier Fitness-, Schlaf- und Gewichtsmessungen übersichtlich gemeinsam analysieren.

Das Fazit

Mit der Activité fordert Withings die Konkurrenz heraus. Für eine Smartwatch kann sie zu wenig, für einen Fitness-Tracker ist sie zu schön. Das Konzept – edles Design und hochwertige Verarbeitung – dürfte auch jene ansprechen, die vor dem Technikballast vieler Smartwatches zurückschrecken. Die Activité ist eben mehr Uhr als Computer. Die Reduzierung auf das Wesentliche hat dabei einen gewaltigen Vorteil: Mit einer Batterie soll die Uhr acht Monate durchhalten, ein Aufladen ist nicht nötig. 

Getrübt wird die Begeisterung über die gute Verarbeitung und Materialien durch Macken in der Software: So hat die Activité Mühe, andere Sportarten als Schwimmen, Gehen und Laufen zu erkennen. Und natürlich müsste die Weckfunktion nachgebessert werden. All diese Kritikpunkte liessen sich aber per Software-Update ausräumen. Und optisch, daran besteht kein Zweifel, ist die Withings Activité der edelste Fitness-Tracker, den man derzeit kaufen kann.

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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