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Halb Tablet, halb Notebook: Das taugt das neue Galaxy Tab 

Nach Microsoft und Apple bietet jetzt auch Samsung ein Tablet an, das man als Laptop nutzen kann. Ist das Galaxy Tab Pro S, das mit Windows 10 läuft, mehr als ein Kompromiss?

11.04.16, 10:18

Matthias Kremp



Ein Artikel von

Tablets mit dem Namenszusatz «Pro» sind bei Herstellern und Kunden offenbar gerade beliebt. Angefangen hat Microsoft, dessen Surface Pro mittlerweile in der vierten Generation auf dem Markt ist. Vor einigen Monaten hat Apple nachgezogen: erst mit dem 12.9 Zoll grossen iPad Pro, dann mit einem entsprechenden 9.7-Zoll-Modell. Kein Wunder also, dass auch Samsung seinen Teil von diesem Markt abhaben will und sein Tablet-Sortiment um das Galaxy Tab Pro S erweitert.

Im Grunde handelt es sich dabei um ein mit 6.4 Millimetern schön schlankes Windows-Tablet. Je nach Modell ist entweder Windows 10 Home oder Pro installiert, als Antrieb dient ein Intel-Mobilprozessor. Ins Netz geht es per WLAN, unterstützt wird dabei auch der schnelle ac-Standard. Im Top-Modell ist zudem ein LTE-Modul für den Netzzugang unterwegs eingebaut.

Der Bildschirm ist mit 12 Zoll Diagonale ähnlich gross wie beim iPad Pro und beim Surface Pro 4. Seine Auflösung von 2160 x 1440 Pixeln sorgt dafür, dass feine Details sehr scharf wiedergegeben werden, während Schriften vollkommen stufenfrei erscheinen. Vor allem aber wartet das Display mit schön kräftigen Kontrasten und prägnanten Farben auf.

Die Tasten sind zwar schön gross, sie haben aber einen sehr geringen Hub und dadurch einen eher schwammigen Anschlag.

Als Tablet genutzt ist das Gerät, wie die grossen Modelle der Konkurrenz, aufgrund seines Gewichts eher etwas für zu Hause. Mit 693 Gramm wiegt mein Testgerät etwas weniger als iPad Pro und Surface Pro 4, aber ein halbes Pfund mehr als ein iPad Air 2. Steckt man es noch in die mitgelieferte Tastaturhülle, was wohl die meisten Anwender tun werden, zeigt die Waage 1062 Gramm.

Die Tastatur

Dabei macht die Tastaturhülle einen grossen Unterschied verglichen mit iPad Pro und Surface Pro 4 aus. Bei der Konkurrenz werden 150 bis 180 Euro fällig, hier ist sie von Samsung ab Werk beigelegt. Schlecht ist das Kunstleder-Cover deshalb nicht. Es wird über magnetische Kontakte mit dem Tablet verbunden und mit Strom versorgt. Es ermöglicht zwei unterschiedliche Anstellwinkel für das Galaxy Tab und wirkt sehr robust.

Mit der sehr flachen eingebauten Tastatur konnte ich mich jedoch nicht wirklich anfreunden. Die Tasten sind zwar schön gross, sie haben aber einen sehr geringen Hub und dadurch einen eher schwammigen Anschlag. Andere Kollegen kamen damit gut klar, ich nicht.

Man kann dem Akku quasi auch dabei zusehen, wie er leergesogen wird.

Die Leistung von Prozessor und Grafikchip reicht für die meisten alltäglichen Aufgaben aus. Websurfen, E-Mail, Büroprogramme, einfache Bildbearbeitung, spezielle Tablet-Spiele – all das ging vollkommen problemlos. PC-Spiele können das Galaxy Tab Pro S aber schnell überfordern, vor allem, wenn sie hohe Anforderungen an die Grafik stellen. Das aktuelle «Sim City» beispielsweise ruckelt schon bei mittleren Grafikeinstellungen deutlich spürbar.

Der Akku

Hinzu kommt, dass der normalerweise mit bescheidenen 900 Megahertz laufende Prozessor unter Volllast auf bis zu 2.2 Gigahertz hochgetaktet wird. Dabei wird die Rückseite des Tablets nicht nur sehr warm. Man kann dem Akku quasi auch dabei zusehen, wie er leergesogen wird.

Im normalen Arbeitsalltag hingegen erreichte ich, je nach Nutzungsintensität, zwischen sechs und zehn Stunden Akkulaufzeit. Einige Male konnte ich das Gerät morgens allerdings nicht einschalten, weil sich über Nacht der Akku geleert hatte. Das Problem war hier wohl, dass das Gerät trotz geschlossenem Display-Deckel nicht korrekt in den Ruhezustand umgeschaltet hatte.

Solange eine Steckdose in der Nähe war, war aber auch das kein grosses Problem. Über die USB-C-Buchse liess sich der Akku in rund zweieinhalb Stunden wieder voll aufladen, viel schneller also, als es beispielsweise beim iPad Pro geht.

Der Speicher

Ein bisschen eng kann es im Speicher werden. Von den 128 GB Festspeicher stehen dem Anwender knapp 90 GB zur Verfügung. Für ein reines Tablet und Arbeitsgerät reicht das aus. Sobald man aber grössere Spiele, Foto- und Musiksammlungen darauf ablegt, kann es eng werden. Da wiegt es schwer, dass es keine Möglichkeit gibt, den Speicher zu erweitern.

Ebenso kann die Beschränkung auf vier Gigabyte Arbeitsspeicher bei intensiver Nutzung stören. Bei mehreren gleichzeitig geöffneten Apps und vielen offenen Browser-Tabs verlangsamen sich manche Prozesse und das Surfen im Web wird schwerfällig. Schade, dass nicht wenigstens die mit LTE bestückte Top-Version mit acht Gigabyte ausgeliefert wird.

Das Fazit

Mit dem Galaxy Tab Pro S hat Samsung weder das perfekte Tablet noch das perfekte Notebook geschaffen, dafür aber einen Kompromiss, der vielen Anwendern gefallen könnte. Das Gerät kann alles ein wenig, aber nichts überragend gut. Windows-Nutzer werden den eingeschränkten Speicherplatz und die fehlenden Anschlüsse bemängeln – das Samsung-Tablet hat eine USB-C-Buchse, mehr nicht. Aber als schlankes Notebook, das man auch mal als tastaturloses Tablet benutzen kann, hat das Gerät eine Chance, gut anzukommen.

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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    Alle Leser-Kommentare
  • MikoGee 12.04.2016 23:37
    Highlight Ich nutze nun seit Release 2014 ein Samsung Galaxy Note Pro 12.2" Tablet, welches für mich durchaus Laptopqualitäten aufweist [zumindest was Grösse, Officeprogramme und Leistung betrifft] und das gabs definitiv schon vor dem iPad Pro. Also bitte Zeitleiste im ersten Abschnitt anpassen ;)
    6 2 Melden
  • zettie94 11.04.2016 11:54
    Highlight "Nach Microsoft und Apple..."
    Hab ich was verpasst? Seit wann bietet Apple ein Tablet an, das als Notebook genutzt werden kann?
    Dafür ist ein vollwertiges Betriebssystem nötig, wo man normale Programme installieren kann - in diesem Fall OS X. Das iPad Pro mit iOS ist nie im Leben ein Notebook-Ersatz!
    30 4 Melden
    • @schurt3r 11.04.2016 12:05
      Highlight Du hast nichts verpasst, aber unsorgfältig gelesen ;-) Im Lead heisst es zum iPad Pro, dass man es «als Laptop nutzen kann». Muss nicht. Kann...
      Aus «Gwunder»: Hast du praktische Erfahrungen sammeln können mit dem grossen Apple-Tablet?
      9 21 Melden
    • Daniel Meier (1) 11.04.2016 12:20
      Highlight Ich bin da der gleichen Meinung wie zettie94.
      Es wird zwar als Laptop Ersatz vermarktet, kommt aber leider wegen dem iOs nicht an ein Os X heran. Das iOs für solche Anwendungen nicht geeignet. Selbst Excel ist eine ziemliche Herausforderung. Immer das wechsel zwichen den Tastaturen usw. geht nicht zum Arbeiten.
      18 2 Melden
    • Fumo 11.04.2016 12:33
      Highlight Und genau im "kann" liegt das Problem. Nein man "kann" es nicht, selbst wenn man "möchte" ohne zu "müssen". Es besitzt einen mobilen OS und ist somit stark im Nutzen als Laptop beschränkt. Würde mit OSX anders aussehen, tut es aber nicht.
      18 3 Melden
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